Pickleball – Einen Trendsport in Hamburg voranbringen
Donnerstag, 29.01.2026
Über 29 Millionen Menschen sind Mitglied in einem Sportverein in Deutschland, so viele wie noch nie seit Beginn der Bestanderhebung im Jahr 1954. In Hamburg war der Aufschwung im letzten Jahr mit einem prozentualen Wachstum von 4,56 Prozent (+25.455 Mitgliedschaften) im Verhältnis am höchsten. Besonders erfreulich ist der Zuwachs bei jungen Menschen in den Hamburger Sportvereinen. Der Senat und die Regierungsfraktionen von SPD und GRÜNEN unterstützen diese Entwicklung unteranderem durch einen Sportfördervertrag auf Rekordniveau in Höhe von rund 13,4 Millionen Euro pro Jahr. Klar ist: Sport steigert die Gesundheit und stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Die Entwicklung des Sports ist dynamisch. Sportarten entwickeln sich weiter und neue Trendsportarten werden geboren. So waren zuletzt bei den Olympischen Spielen in Paris 2024 unter anderem die mittlerweile etablierten Sportarten Skateboard, Sportklettern, Surfen und BMX-Freestyle sowie Breaking und Flag Football olympisch. Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) spricht für den Sommer 2025 von fünf neuen Trendsportarten, die „frischen Schwung in die Sportlandschaft“ bringen werden. Diese Sportarten sind derzeit sowohl gefragt als auch zunehmend im organisierten Sport und Vereinsleben angekommen. Laut DOSB sind dieses Padel, Calisthenics, Wingfoiling, Hyrox und Pickleball.
Pickleball begeistert Menschen aller Altersgruppen und ist niedrigschwellig zu erlernen. Immer mehr Hamburger Vereine bieten Platz für Pickleball-Courts oder integrieren das Angebot in bestehende Tennis- und Badmintonabteilungen. So bieten unter anderem der Eimsbüttler Turnverband , der Walddörfer SV, der TSC Wellingsbüttel 1937 e.V., der TSV Stellingen sowie der SC Condor Pickleball in der Gemeinschaft des Sportvereins an. Der Hamburger Pickleballverband hat sich im April 2025 gegründet. Im Juni 2025 hat sich Pickleball in der Active City Arena auf dem Heiligengeistfeld als Trendsportart präsentiert und großer Beliebtheit erfreut.
Pickleball vereint Elemente aus Badminton, Tennis und Tischtennis. Gespielt wird in der Regel im Einzel oder Doppel mit leichten Kunststoffschlägern und einem perforierten Plastikball, der langsamer fliegt als beispielsweise ein Tennisball und damit den Einstieg erleichtert. Das Spiel ist sowohl indoor als auch outdoor möglich, für jedes Alter geeignet und besonders in den USA populär. Dort wurde die Sportart geboren und spielen mittlerweile über 30 Millionen Menschen Pickleball. Gespielt wird auf einem kleinen Feld ähnlich dem beim Badminton, was Pickleball leicht zugänglich und dynamisch macht.
Für Pickleball braucht es ein niedrigeres Netz und eine etwas andere Linienführung am Boden als beim Badminton. Neben den Vereinssportanlagen bieten sich auch Schulsporthallen sowie bezirkliche Sportanlagen und gegebenenfalls Bolzplätze für Pickleball an. Um die Sportart zu stärken und mehr Menschen sowohl im Verein organisiert als auch auf der öffentlichen Sportanlage vor Ort zu ermöglichen sie zu betreiben, können schon wenige planerische, bauliche und organisatorische Anpassungen hilfreich sein.
So gilt es zu prüfen, ob an geeigneten Pilotstandorten in Schulsporthallen, eine zusätzliche Pickleballlinierung aufgetragen werden kann. Ebenso können solche Linien in bestehenden öffentlichen Sportorten, wie beispielsweise auf Bolzplätzen, hilfreich sein. Eine Pilotierung zum Abbau infrastruktureller Hürden für Pickleball soll dazu beitragen, den Sport vor Ort niedrigschwellig zu ermöglichen. Auch im Rahmen des Schulsports scheint die Etablierung von Pickleball eine Möglichkeit zu sein, um den Sport in Hamburg weiter zu fördern.
Klar ist, Trendsportarten entwickeln sich dynamisch. Das Schulwesen erprobt daher regelhaft und umsichtig neue Trends und nimmt diese bei einer gesicherten Erkenntnis der Nachfrage in das mögliche Leistungsspektrum auf. Schulbau Hamburg, Gebäudemanagement Hamburg GmbH, Berufsschulen Hamburg GmbH & Co. KG, Sportabteilungen der Bezirksämter und der organisierte Sport, vertreten durch den Hamburger Sportbund, haben 2015 den sogenannten „Leitfaden für Bauplanung, Ausstattung und Nutzung von Sporthallen für den Schul- und Vereinssport“ beschlossen. Dieser dient einer koordinierten und bedarfsgerechten Vorhaltung der Hamburger Sporthallen auf Schulstandorten für den Schul- und Vereinssport und entwickelt sich dynamisch.
Die Bürgerschaft möge beschließen:
Der Senat wird ersucht,
1. gemeinsam mit dem Hamburger Pickleballverband e.V. zu prüfen, wie eine Ausweitung der Möglichkeiten im Rahmen von Pilotvorhaben, die Sportart Pickleball in Hamburg auszuüben, unterstützt werden kann. Dabei ist insbesondere im Rahmen des Nutzerbeirats Schulsportanlagen zu prüfen, ob eine Pickleballlinierung in den Hamburger Schulsporthallen ergänzt werden kann. Auch um Schulhöfe attraktiver und bewegungsförderlicher zu gestalten, können Pickleballlinierungen geprüft werden,
2. nach erfolgreicher Prüfung unter 1. gemeinsam mit Schulbau Hamburg, der Gebäudemanagement Hamburg GmbH Bereich Sport sowie den Bezirken unter Beteiligung des Hamburger Pickleballverbandes geeignete Pilotstandorte für Pickleballlinierungen zu finden und zu realisieren,
3. der Bürgerschaft bis zum 30.09.2026 zu berichten.
- Julia Barth-Dworzynski
- Cem Berk
- Kemir Čolić
- Nils Hansen
- Oktay Özdemir
- Marc Schemmel
- Sören Schumacher
- Juliane Timmermann (Fachsprecher:in Sport)
sowie
- Alske Freter
- René Gögge
- Michael Gwosdz
- Sina Imhof
- Jennifer Jasberg
- Dr. Gudrun Schittek
- Lena Zagst (GRÜNE) und Fraktion