Zum Hauptinhalt springen

Sanierungsfonds Hamburg 2030: Erhalt der maritimen Sportinfrastruktur durch Sanierung der Schlengelanlage des Jollenhafen Mühlenberg

Mittwoch, 22.04.2026

Der Jollenhafen Mühlenberg ist ein zentraler Bestandteil der maritimen Sportinfrastruktur im Hamburger Westen. Betrieben wird er von der Jollenhafen-Gemeinschaft Mühlenberg e.V. (JGM), einem Zusammenschluss von elf Vereinen und Organisationen (unter anderem der Mühlenberger Segel-Club, der Blankeneser Segel-Club sowie die Interessengemeinschaft Segeln und Fahrt im Haus Warwisch e.V.). Insgesamt nutzen über 4.500 Mitglieder die Anlage.

Hamburg als „Active City“ lebt von der Vielfalt seiner Sportlandschaft. Der Breitensport ist dabei weit mehr als nur körperliche Betätigung: Er ist ein Motor für sozialen Zusammenhalt, ehrenamtliches Engagement und gesellschaftliche Integration. Besonders im Wassersport an der Elbe wird diese Tradition seit Generationen gepflegt. So beherbergt der Standort mit der Jugendabteilung des Mühlenberger Segel-Clubs e.V. die größte Segelausbildungsabteilung Deutschlands, in der wöchentlich rund 250 Kinder trainieren. Die JGM stellt ihre Anlagen zudem Einrichtungen der Kinder- und Jugendwohlfahrt (Haus Warwisch e.V.) zur Verfügung. Die sportliche Nachwuchsarbeit am Mühlenberg reicht bis in den Spitzensport. So sind nationale Größen und Olympia-Teilnehmer:innen wie der Weltmeister Philipp Buhl oder Marla Bergmann und Hanna Wille eng mit den dort ansässigen Vereinen verbunden.

Die technische Infrastruktur des Hafens erreicht derzeit das Ende ihrer Lebensdauer. Infolge der Elbvertiefung, veränderter Strömungsverhältnisse und eines erhöhten Schwellvorgangs durch größere, ufernah passierende Schiffe sowie schwerer Sturmfluten ist die Belastungsgrenze, der aus dem Jahr 1969 stammenden Anlage überschritten. Insbesondere die Pfahlgründung sowie die 130 Meter lange südliche Schlengelanlage im Westteil des Hafens müssen grundlegend erneuert werden, um die Verkehrssicherheit wiederherzustellen. Die geplante neue Aluminium-Leichtbau-Konstruktion kann dabei als Schwellschutz positiv zur Langlebigkeit der neuen Schlengelanlage beitragen. Sie kann flexibel auf die durch den Schiffsverkehr ausgelösten Wellenbewegungen reagieren und so das Reißen von Leinen sowie Schäden an den vertäuten Sportjollen verhindern.

Die Gesamtkosten der Maßnahme belaufen sich auf 417.307 Euro. Die finanzielle Belastung des Vereins ist bereits durch die notwendigen jährlichen Ausbaggerungen infolge der Verschlickung des Hafenbeckens hoch, sodass die investiven Erneuerungen nicht vollständig aus Eigenmitteln getragen werden können. Der Trägerverein erbringt eine Eigenleistung von insgesamt 170.638 Euro aus Eigen- und Drittmitteln. Dabei kommen 75.000 Euro aus Eigenmitteln und 95.638 Euro vom Hamburger Sportbund e.V. Auch das Bezirksamt Altona befürwortet die Sanierung und unterstützt sie mit einer Übernahme von bis zu 50.000 Euro. Um den Erhalt des Standorts für den Breitensport zu sichern, sollen die verbleibenden Mittel in Höhe von bis zu 220.000 Euro aus dem „Sanierungsfonds Hamburg 2030“ unter Berücksichtigung des kostenstabilen Bauens (inklusive einer eingeplanten Kostenvarianz von rund 20 Prozent) bereitgestellt werden. Damit kann die Maßnahme zeitnah realisiert werden.

 

Die Bürgerschaft möge beschließen:

Der Senat wird ersucht,

1. für das Vorhaben „Sanierung der Schlengelanlage am Jollenhafen Mühlenberg“ die jeweilige Höhe des konsumtiven beziehungsweise investiven Anteils der Maßnahme zu ermitteln,

2. im Haushaltsjahr 2026 – abhängig von dem Ergebnis dieser Ermittlung – eine Ermächtigung, Kosten zu verursachen beziehungsweise Auszahlungen zu leisten, in Höhe von insgesamt bis zu 220.000 Euro

a. für konsumtive Maßnahmen aus dem Einzelplan 9.2, Produktgruppe 283.02 Zentrale Ansätze II „Sanierungsfonds Hamburg 2020“, Kontenbereich „Globale Mehrkosten“ im Einzelplan 8.1, Produktgruppe 272.03 „Sport“ Kontenbereich „Kosten aus Transferleistungen“

b. für investive Maßnahmen im Einzelplan 8.1, Aufgabenbereich 272 „Steuerung und Service – Amt für Innere Verwaltung und Planung“, „Sonstige Investitionen“ aus dem „Zentralen Sanierungsfonds Hamburg 2030“ (Einzelplan 9.2, Aufgabenbereich 283 „Zentrale Finanzen“) bereitzustellen,

3. die Auszahlung dieser Mittel an die nachgewiesene Sicherstellung der Gesamtfinanzierung der Maßnahme, insbesondere unter Berücksichtigung der Komplementärfinanzierung durch den Bezirk Altona sowie der Eigen- und Drittmittel des Trägers, zu knüpfen;

4. im Haushaltsjahr 2026 für die dazugehörigen Abschreibungen – in Abhängigkeit vom jeweiligen Aktivierungszeitpunkt der unter Ziffer 2.b. genannten investiven Maßnahmen – die benötigten Ermächtigungen aus dem Einzelplan 9.2, Produktgruppe 283.02 „Zentrale Ansätze II“, Kontenbereich „Kosten aus Abschreibungen“ in den entsprechenden Kontenbereich „Kosten aus Abschreibungen“ im Einzelplan 8.1, Produktgruppe 272.03 „Sport“ zu übertragen,

5. der Bürgerschaft bis zum 31.12.2026 über die Sanierungsmaßnahmen Bericht zu erstatten.

 

 

sowie
  • Filiz Demirel
  • Alske Freter
  • Dennis Paustian-Döscher
  • Miriam Block
  • Rosa Domm
  • Mareike Engels
  • René Gögge
  • Michael Gwosdz
  • Sina Imhof
  • Jennifer Jasberg
  • Parica Partoshoar
  • Dr. Gudrun Schittek
  • Dr. Selina Storm
  • Kathrin Warnecke
  • Lena Zagst (GRÜNE) und Fraktion