Sanierungsfonds Hamburg 2030: Zukunft der Eis- und Radrennbahn Stellingen sichern – Mittel für Sofortmaßnahmen auf den Weg bringen und schrittweise Neubauplanungen einleiten
Mittwoch, 24.09.2025
Hamburg investiert Milliarden in die Sportinfrastruktur. Von 2011 bis 2025 werden es über 1,3 Milliarden Euro gewesen sein. Bis 2030 kommen noch einmal über 370 Millionen Euro hinzu. Ob bezirkliche Sportanlagen, Stützpunkte des Leistungssports, Schulsporthallen, vereinseigene Anlagen oder Sport- und Bewegungsmöglichkeiten im öffentlichen Raum: Die Sportinfrastruktur ist das Fundament für die Sportentwicklung in Hamburg. Mit der Active City Strategie verfolgt Rot-Grün das Ziel, mehr Flächen und Räume für Sport und Bewegung bereitzustellen sowie die Nutzung der bestehenden Sportinfrastruktur zu optimieren. Insgesamt steigen die ganzjährigen Nutzungszeiten in den genannten Teilsegmenten der Sportinfrastruktur aufgrund der hohen Investitionen in den Sport kontinuierlich an.
Eine Besonderheit, auch aufgrund der anspruchsvollen baulichen Voraussetzungen beim Bau und im Betrieb, stellt der Eissport dar. Neben der Eisfläche in Planten un Blomen und dem Eisland Farmsen ist die Eis- und Radrennbahn Stellingen seit Jahrzehnten ein zentraler Ort für Eissport, Radsport und Breitensport in Hamburg. Der im Masterplan Active City angedachte Projektansatz, durch eine Sanierung des Daches des Eislauf- und Radstadions Stellingen den langfristigen Erhalt abzusichern, wurde überprüft. Eine Sanierung der Kunsteis- und Radrennbahn gilt aus technischer und wirtschaftlicher Sicht als nicht machbar beziehungsweise nicht sinnvoll. Die jüngst erfolgte Schließung aufgrund massiver Schäden am 30 Jahre alten Membrandach war aus Gründen der Sicherheit unumgänglich.
Zahlreiche Nutzer:innen – von den Sportvereinen über Schulen bis hin zum öffentlichen Schlittschuhlauf – brauchen kurzfristig Alternativen und langfristige Planungssicherheit. Klar ist: Es besteht dringender Handlungsbedarf.
Kurzfristig müssen Übergangslösungen geschaffen werden: Farmsen kann gegebenenfalls zusätzliche Kapazitäten bieten, zugleich ist die Errichtung einer mobilen, nach Möglichkeit wettkampftauglichen Eisfläche eine Option, die zügig geprüft werden soll. Für den Freizeitbereich kann auch Planten un Blomen eine Alternative darstellen.
Langfristig ist ein Neubau erforderlich. Die vorliegende Konzeptstudie zeigt klar den Bedarf an Eisflächen, einer modernen Radrennbahn mit nationaler Bedeutung und an erweiterten Hallenkapazitäten für den Schul- und Vereinssport. Zugleich bietet die Neuplanung die Chance, mit einem innovativen Energiekonzept einen nahezu klimaneutralen Sportpark zu schaffen.
SPD und GRÜNE stellen mit 125.000 Euro für Planungsmittel und Mittel für investive Maßnahmen sehr kurzfristig sicher, dass die akute Notsituation überbrückt und gleichzeitig die Grundlagen für eine moderne, nachhaltige und zukunftsfähige Sportinfrastruktur in Stellingen gelegt werden.
Die Bürgerschaft möge beschließen:
Der Senat wird ersucht,
1. im Hinblick auf die geplanten baulichen Sofortmaßnahmen für eine mobile Übergangslösung, um zusätzliche Kapazitäten für den Eis- und Rollsport zu ermöglichen, die jeweilige Höhe des konsumtiven beziehungsweise investiven Anteils der Maßnahme zu ermitteln,
2. im Haushaltsjahr 2025 – abhängig vom Ergebnis dieser Ermittlung – eine Ermächtigung Kosten zu verursachen beziehungsweise Auszahlungen für Investitionen zu leisten in Höhe von insgesamt bis zu 125.000 Euro
a. für konsumtive Maßnahmen im Einzelplan 8.1 „Behörde für Inneres und Sport“, Produktgruppe 272.03 „Sport“, Kontenbereich „Kosten aus Transferleistungen“ aus dem Einzelplan 9.2, Produktgruppe 283.02 „Zentrale Ansätze II“, „Sanierungsfonds Hamburg 2020“, Kontenbereich „Globale Mehrkosten“ und
b. für investive Maßnahmen im Aufgabenbereich 272 „Steuerung und Service – Amt für Innere Verwaltung und Planung“, „Sonstige Investitionen“ aus dem Einzelplan 9.2, Aufgabenbereich 283, „Zentrale Finanzen“, „Zentraler Sanierungsfonds Hamburg 2030“ bereitzustellen,
3. für die in den Haushaltsjahren 2025 und 2026 dazugehörigen Abschreibungen – in Abhängigkeit vom jeweiligen Aktivierungszeitpunkt der unter Ziffer 1 genannten investiven Maßnahmen – die benötigten Ermächtigungen dem Kontenbereich „Kosten aus Abschreibungen“ im Einzelplan 8.1 „Behörde für Inneres und Sport“, Produktgruppe 272.03 „Sport“ aus dem Einzelplan 9.2, Produktgruppe 283.02 „Zentrale Ansätze II“, „Sanierungsfonds Hamburg 2020“ zu übertragen,
4. kurzfristig ein Sofortkonzept zur Sicherung der Trainings- und Spielmöglichkeiten für die betroffenen Eissportvereine, Schulen und den öffentlichen Eislauf vorzulegen. Dabei sind insbesondere
a. zusätzliche Eiszeiten im Eisland Farmsen und weiteren Eissportstätten in Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen sowie
b. die Prüfung und ggf. Umsetzung einer mobilen, wettkampftauglichen Eisfläche (einschließlich Standortprüfung Stellingen sowie weiterer Flächen) einzubeziehen,
5. die Vorplanung für einen Neubau der Eis- und Radrennbahn Stellingen im Sportpark Eimsbüttel (Eissporthalle, Indoor-Radrennbahn, Dreifeld-Sporthalle, Curlinghalle, Funktionsbereiche, Gastronomie) einzuleiten. Bei der Umsetzung sollen auch schrittweise Varianten sowie weitere Flächenoptionen geprüft werden,
6. das im Rahmen der Konzeptstudie entwickelte Energiekonzept (Photovoltaik, Wärmepumpen, Abwärmenutzung) als Grundlage für eine nahezu klimaneutrale Energieversorgung zu berücksichtigen,
7. ein nachhaltiges Betreiber- und Finanzierungskonzept vorzulegen. Dabei ist die Gründung bzw. Erweiterung einer kommunalen Betriebsgesellschaft ergebnisoffen zu prüfen, um Synergien mit bestehenden Anlagen zu nutzen,
8. der Bürgerschaft bis zum 30. Juni 2026 zu berichten.
- Koorosh Armi
- Julia Barth-Dworzynski
- Cem Berk
- Ole Thorben Buschhüter
- Kemir Čolić
- Nils Hansen
- Danial Ilkhanipour
- Dirk Kienscherf
- Martina Koeppen
- Oktay Özdemir
- Milan Pein
- Marc Schemmel
- Sören Schumacher
- Juliane Timmermann (Fachsprecher:in Sport)
- Annika Urbanski
sowie
- Dennis Paustian-Döscher
- Alske Freter
- Miriam Block
- Rosa Domm
- Mareike Engels
- René Gögge
- Michael Gwosdz
- Sina Imhof
- Jennifer Jasberg
- Parica Partoshoar
- Dr. Gudrun Schittek
- Dr. Selina Storm
- Kathrin Warnecke
- Lena Zagst (GRÜNE) und Fraktion