Sicherheit und Aufklärung am Elbstrand und an Hamburger Badegewässern
Dienstag, 01.10.2024
Die Elbstrände, insbesondere die Sandstrände in Oevelgönne, Blankenese und Wittenbergen im Bezirk Altona sind beliebte Ausflugs- und Naherholungsziele für viele Menschen. Das Baden in der Elbe gilt mit der seit den 1990er Jahren erheblich gestiegenen Wasserqualität nicht mehr als gesundheitsschädlich und einige Menschen nutzen die Elbe deshalb in den Sommermonaten zur Abkühlung.
Dabei verkennen insbesondere jüngere Strandbesucher:innen, unerfahrene Schwimmer:innen und Ortsfremde regelmäßig die Gefahren, die von einem Aufenthalt in der Elbe ausgehen können. Als stark befahrene Bundeswasserstraße und als Tidegewässer birgt die Elbe entlang ihres gesamten Ufers in Altona durch steile Abbruchkanten, Sog und Unterströmungen große Gefahren. Dies führt immer wieder zu schweren Badunfällen, die teilweise tödlich enden. Selbst ein Bad „nur bis zu den Füßen“ kann dabei lebensgefährlich sein.
Die Hamburg Port Authority (HPA) hat die bereits bestehenden Warnhinweise auf die Gefahr des Ertrinkens entlang der Elbstrände verstärkt und gemeinsam mit der DLRG eine neue Beschilderung entwickelt, die mehrsprachig sowie anhand international gültiger Piktogramme unmissverständlich auf die Gefahren hinweist. Des Weiteren steht die HPA hinsichtlich Informations- und Aufklärungsmaßnahmen mit der DLRG in Kontakt, hat bereits einige Videos, Podcasts und Informationsposts auf einschlägigen Plattformen (Instagram, Spotify, Youtube etc.) veröffentlicht und wird auch weiterhin auf den ihr zur Verfügung stehenden Kanälen vor den Gefahren des Badens in der Elbe warnen.
Überdies hat die Sozialbehörde im selben Jahr bereits damit begonnen, in den Flüchtlingsunterkünften auf die Gefahren beim Baden in der Elbe hinzuweisen. Dennoch verunglückten auch in diesem Jahr wieder Menschen.
Die beiden Quermarkenfeuer in Blankenese sowie das Schiffswrack „Uwe“ in unmittelbarer Strandnähe lösen bei Jugendlichen eine besondere Anziehungskraft aus. Ein Sprung von diesen Türmen bzw. deren Leitern stellt eine besondere Lebensgefahr dar, weil direkt angrenzend das Fahrwasser beginnt. Hier ist die oftmals nicht erkennbare Strömung besonders stark ausgeprägt und kann selbst geübte Schwimmer:innen überfordern. Um die Pull-Faktoren für Mutproben etc. zu minimieren, wurden an der Spitze der Seezeichen bereits Gitter montiert, die einen Überstieg auf die Seezeichen verhindern sollen. Die Leitern stellen allerdings nach wie vor eine attraktive Möglichkeit dar, sie als „Sprungbrett“ in die Elbe zu nutzen. Daher sollten auch diese Zuwegungen dringend mit einem Kletterschutz versehen werden.
Für eine effektive Aufklärung in allen Teilen der Bevölkerung sollten die Informationskampagnen auch künftig fortbestehen und synchronisiert und flächendeckend ausgebaut werden, um möglichst viele Menschen im gesamten Stadtgebiet zu erreichen. Dabei reicht es nicht aus, über die Gefahren ausschließlich online auf Social Media zu informieren. Vielmehr bedarf es eines umfassenden Konzeptes der Ansprache unterschiedlicher Zielgruppen über mannigfaltige Medien. Dabei ist auch darauf zu achten, dass die Frage des richtigen Verhaltens am Unfallort Berücksichtigung findet. Eine entscheiden-de Multiplikatorenrolle kann dabei auch die Schule einnehmen.
Die Bürgerschaft möge daher beschließen:
Der Senat wird ersucht,
1. zusammen mit den einschlägigen Rettungsorganisationen ein Konzept zur Sensibilisierung für die Gefahren am Elbstrand weiterzuentwickeln, welches sich insbesondere auch für die Weitergabe an den Hamburger Schulen, in Unterkünften für geflüchtete Menschen und im Stadtraum zur Weitergabe und Information eignet,
2. dabei insbesondere ein zwischen den beteiligten Behörden und Rettungsorganisationen abgestimmtes Konzept für eine niedrigschwellige mediale Aufklärungskampagne über die Badesicherheit in Hamburger Seen, den Gefahren am Elbstrand und über das richtige Verhalten am Unfallort weiter zu entwickeln,
3. Umsetzungshilfen zum Themenmodul „Tidegewässer Elbe“ der Hamburger Bildungspläne zu erarbeiten, anhand derer die besonderen Gefahren des Tidegewässers und der Bundeswasserstraße Elbe im Unterricht verdeutlicht werden können,
4. die Beschilderung am Elbstrand hinsichtlich ihrer Aussagekraft zu überprüfen und zu optimieren, dass sie auch wirklich priorisiert auf die jeweils vor Ort herrschenden Gefahren hinweist (die größte Gefahr zuerst),
5. die Zugänge zu den Quermarkenfeuern in Strandnähe so abzusichern, dass die Leitern nicht durch Unbefugte betreten und als Sprungturm „missbraucht“ werden können,
6. am Dalben neben dem Wrack der „MS Uwe“ eine Beschilderung in Richtung Strand anzubringen, die auf die Steilkante und auf die Lebensgefahr hinweist,
7. den bereits bestehenden engen Austausch von HPA, Feuerwehr und DRLG mit allen beteiligten Behörden und Rettungsorganisationen fortzusetzen und zu intensivieren,
8. der Bürgerschaft bis zum 31.01.2025 zu berichten.
- Sören Schumacher (Fachsprecher:in Inneres)
- Tim Stoberock
- Philine Sturzenbecher (Fachsprecher:in Wissenschaft und Forschung)
- Juliane Timmermann
sowie
- Charlotte Stoffel
- Maryam Blumenthal
- Eva Botzenhart
- Rosa Domm
- Olaf Duge
- Sonja Lattwesen
- Dominik Lorenzen
- Zohra Mojadeddi
- Johannes Alexander Müller
- Andrea Nunne
- Lisa Maria Otte
- Ulrike Sparr
- (GRÜNE) und Fraktion