Vorstellung moderner digitaler Beteiligungsinstrumente für die Bezirkspolitik realisieren.
Mittwoch, 02.09.2026
Nach fünf Jahren endet das Kooperationsprojekt Connected Urban Twins (CUT). Gleichzeitig beginnt für Hamburg eine neue Phase der digitalen Stadtentwicklung: die Verstetigung Urbaner Digitaler Zwillinge im Verwaltungshandeln. Mit dem Aufbau technischer Grundlagen, offenen Schnittstellen und standardisierten Datenmodellen hat Hamburg wesentliche Voraussetzungen geschaffen, um Planungs- und Entscheidungsprozesse datenbasiert, transparenter und kooperativer zu gestalten.
Urbane Digitale Zwillinge ermöglichen es, komplexe Zusammenhänge in den Bereichen Mobilität, Klima, Umwelt, soziale Infrastruktur und Stadtentwicklung sichtbar zu machen und unterschiedliche Szenarien vergleichbar zu analysieren. Werkzeuge wie der 3DProjektplaner oder Connected Urban Simulations unterstützen fachamtsübergreifende Abstimmungen bereits in frühen Planungsphasen. Gleichzeitig stärkt die Weiterentwicklung des Digitalen Partizipationssystems DIPAS die digitale Beteiligung durch neue Module, interaktives Storytelling und KI-gestützte Auswertungen.
Mit dem Ende von CUT und dem Start einer Koordinierungsstelle bei der Senatskanzlei sowie eines Twin-Fonds ab 2026 beginnt nun die Phase der strukturellen Verankerung dieser Instrumente im Verwaltungshandeln. Damit diese Verstetigung erfolgreich gelingt, ist es erforderlich, die Bezirke systematisch einzubeziehen.
Die sieben Bezirksämter sind zentrale Akteure bei Stadtentwicklung, Mobilitätsplanung, Klimaanpassung, Grün- und Freiraumplanung sowie sozialer Infrastruktur. Viele planerische und politische Entscheidungen mit unmittelbarer Wirkung auf die Lebensrealität der Hamburger*innen werden auf bezirklicher Ebene vorbereitet oder getroffen. Urbane Digitale Zwillinge und digitale Beteiligungsinstrumente entfalten ihr volles Potenzial daher insbesondere dann, wenn sie auch in den Bezirken breit bekannt sind, fachlich eingeordnet werden können und in bestehende Arbeitsabläufe integriert werden.
Eine strukturierte Vorstellung der neuen digitalen Instrumente in allen Bezirksämtern – sowohl gegenüber der Verwaltung als auch gegenüber der Bezirkspolitik – schafft Transparenz über bestehende Werkzeuge und deren konkrete Anwendungsfälle und Möglichkeiten in unterschiedlichen bezirklichen Handlungsfeldern. Zugleich bietet sie die Chance, spezifische Informations- und Schulungsbedarfe zu identifizieren und Voraussetzungen für eine nachhaltige Integration in die bezirklichen Prozesse zu entwickeln.
So kann das im Rahmen von CUT aufgebaute Wissen nicht nur gesichert, sondern im Sinne eines kooperativen „Hamburger Zwillings-Ökosystems“ weiterentwickelt werden. Die systematische Einbindung der Bezirke stärkt evidenzbasierte Entscheidungen, fördert eine moderne und transparente Verwaltung und unterstützt eine zeitgemäße, digitale Beteiligungskultur.
Die Bürgerschaft möge beschließen:
Der Senat wird ersucht,
1. die Senatskanzlei und das Zentrum Digitaler Zwilling zu beauftragen zur Verfügung stehende urbane, digitale Zwillinge und zukünftige Einsatzmöglichkeiten der Hamburger Bezirkspolitik vorzustellen und besonders darauf einzugehen, inwieweit diese Tools im Rahmen der Bezirkspolitik unterstützen können,
2. die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen zu ersuchen, das Digitale Partizipationssystem DIPAS und den Digitalen Zwilling allen sieben Hamburger Bezirksversammlungen vorzustellen. Dabei sollen die Teilprojekte und Funktionen im Zentrum stehen, die bei den verschiedenen bezirklichen Handlungsfeldern von besonderer Bedeutung sind; optional kann auch ein Format zur Information von Stakeholdern und Öffentlichkeit in den Bezirken gemeinsam geplant werden,
3. in diesem Rahmen vertiefende Informations- und Schulungsbedarfe zu ermitteln und Vorschläge zur Integration in die bezirklichen Arbeitsabläufe zu erarbeiten,
4. der Bürgerschaft bis zum 31.12.2027 zu berichten.
- Irene Appiah (Fachsprecher:in Antidiskriminierung)
- Ole Thorben Buschhüter
- Mithat Çapar
- Kemir Čolić
- Matthias Czech
- Nils Hansen
- Jessica Hennig
- Dirk Kienscherf
- Martina Koeppen (Fachsprecher:in Stadtentwicklung)
- Milan Pein
- Arne Platzbecker
- Anja Quast (Fachsprecher:in Bezirke)
- Marc Schemmel
- Hansjörg Schmidt
- Frank Schmitt
- Sören Schumacher
- Olaf Steinbiß
- Tim Stoberock (Fachsprecher:in Digitalisierung und Datenschutz)
- Sarah Timmann
- Carola Veit
- Isabella Vértes-Schütter
- Michael Weinreich
sowie
- Lisa Kern
- Simone Dornia
- Eva Botzenhart
- Miriam Block
- Rosa Domm
- Mareike Engels
- Alske Freter
- Michael Gwosdz
- Sina Imhof
- Jennifer Jasberg
- Parica Partoshoar
- Dennis Paustian-Döscher
- Dr. Selina Storm
- Kathrin Warnecke
- Lena Zagst (GRÜNE) und Fraktion