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Wissenschafts- und Innovationskraft in Hamburg Hand in Hand: die Hightech Agenda erfolgreich umsetzen

Mittwoch, 20.05.2026

Mit der im Oktober 2025 veröffentlichten Hightech Agenda (HTAD) hat die Bundesregierung einen neuen Rahmen für die Förderung zentraler Zukunftstechnologien geschaffen. Ziel ist es, technologische Souveränität zu stärken und Forschung schneller in Anwendung zu überführen.

Damit wird es wichtig, sich als Standort im gesamtdeutschen Wettbewerb um Fördermittel, Forschungsinfrastrukturen und industrielle Wertschöpfung strategisch zu positionieren. Erfolgreich sind vor allem diejenigen Standorte, die ihre Stärken klar und koordiniert in die Förderprozesse einbringen.

Beispielhaft für die strategische Anschlussfähigkeit Hamburgs an die HTAD stehen die Aktivitäten im Bereich der Fusionstechnologie. Mit dem Deutschen Elektronen-Synchrotron (DESY) und dem European XFEL verfügt der Standort über international sichtbare Forschungsinfrastrukturen mit hoher Relevanz für Beschleuniger- und Lasertechnologien, Materialforschung, Fusionsforschung und quantennahe Systeme. Gemeinsam mit Bayern, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen und Schleswig-Holstein hat Hamburg im Oktober 2025 die „Fusionsallianz“ gegründet, um sich koordiniert um Mittel aus der HTAD zu bewerben und die bundesweite Positionierung im Bereich der Kernfusion zu stärken. Zugleich steht das Projekt PETRA IV auf der Shortlist der Forschungsinfrastrukturen des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt als eines von neun prioritären Vorhaben, das als zentraler Hebel zu unterschiedlichen Schlüsseltechnologien beitragen kann.

Auch in den Quantentechnologien verfügt Hamburg über starke Anknüpfungspunkte, vor allem im Bereich des Quantencomputing. Die Initiative Rymax One und das daraus hervorgegangene Start-up Eqcited sind ein wissenschaftlich erstklassiges Gemeinschaftsprojekt der Universitäten Hamburg mit weiteren wissenschaftlichen Partnern und neun Hochtechnologiefirmen, die zentrale Hard- und Software-Komponenten entwickeln und mit Firmen wie der OTTO-Group, der HHLA oder AIRBUS in der Praxis testen. In der Entwicklung von Quantencomputern auf der Basis von Ytterbium-Atomen ist RYMAX in Europa führend. Die Quantencomputing-Initiative des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt setzt gemeinsam mit Industriepartnern mehrere Hardwareprojekte, insbesondere im Bereich der Ionenfallen-Technologie, um. Ergänzend hat die Stadt mit hqic (Hamburg Quantum Innovation Capital) eine Struktur geschaffen, um das entstehende Ökosystem strategisch zu stärken und die Aktivitäten im Bereich der Quantentechnologie zu koordinieren. Hamburg hat bereits einen Prozess zur strategischen Positionierung des Standorts im Hinblick auf die HTAD begonnen. Diesen gilt es nun konsequent fortzuführen und im Rahmen der bestehenden Förderstrukturen weiter umzusetzen. Zugleich kann die HTAD ihre volle Wirkung nur entfalten, wenn sie über nationale Förderlogiken hinaus europäisch auf allen Ebenen sinnvoll eingebettet wird. Denn technologische Souveränität lässt sich im globalen Wettbewerb nicht national isoliert, sondern nur im engen europäischen Zusammenhang wirksam stärken.

Hamburg ist als Wissenschafts- und Innovationsstandort in mehreren vom Bund definierten Schlüsseltechnologien gut aufgestellt. Gleichzeitig gilt es, sowohl die konkreten Aktivitäten der Stadt an den ermittelten Kompetenzen des Standorts als auch an den Aktivitäten des Bundes flexibel anzupassen.

Zentrale Voraussetzung für zahlreiche Schlüsseltechnologien sind unter anderem leistungsfähige Rechen- und Dateninfrastrukturen. Datenintensive Forschung, Simulationen und KI-Anwendungen können nur mit entsprechend skalierbaren Rechenkapazitäten realisiert werden. Vor diesem Hintergrund gewinnen die laufenden Bemühungen zum Aufbau und zur Weiterentwicklung eines leistungsfähigen Hochleistungsrechenzentrums in Hamburg besondere strategische Bedeutung. Eine solche Infrastruktur stärkt nicht nur die Wettbewerbsfähigkeit bestehender Forschungsbereiche, sondern erhöht zugleich die Anschlussfähigkeit an bundes- und europaweite Förderprogramme in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien und datenintensive Simulation.

 

Die Bürgerschaft möge beschließen:

Der Senat wird ersucht:

1. sich weiter auf Bundesebene dafür einzusetzen, dass die Rahmen- und Förderbedingungen der Hightech Agenda transparent ausgestaltet werden und ihre Umsetzung auf europäischer Ebene mit dem Ziel technologischer Souveränität eng eingebettet erfolgt,

2. unter Federführung der Behörde für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung die Prioritäten und Förderlinien des Bundes mit den wissenschaftlichen, wirtschaftlichen und infrastrukturellen Stärken Hamburgs laufend abzugleichen und so Schwerpunktfelder, Beteiligungsoptionen und Entwicklungsbedarfe des Standorts abzuleiten,

3. die laufenden Bemühungen zum Aufbau und zur Weiterentwicklung leistungsfähiger Rechen- und Dateninfrastrukturen am Standort Hamburg zu unterstützen,

4. relevante Akteur*innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Verwaltung zu vernetzen und sich aktiv um mögliche Förderoptionen auf Bundes- und europäischer Ebene zu bemühen,

5. der Bürgerschaft im ersten Halbjahr 2027 zu berichten.

 

sowie
  • Dr. Selina Storm
  • Filiz Demirel
  • Mareike Engels
  • Linus Görg
  • Lisa Kern
  • Jan Koriath
  • Parica Partoshoar
  • Kathrin Warnecke
  • Mechthild Weber (GRÜNE) und Fraktion