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Zukunft des Schienengüterverkehrs – Standorte Hamburg-Billwerder und Maschen sichern

Mittwoch, 25.03.2026

Die Deutsche Bahn-Tochter DB Cargo AG verzeichnet seit Jahren Verluste, die nach der Beendigung des Gewinnabführungsvertrags zum 31. Dezember 2024 und der EU-Beihilfeauflagen nicht länger durch den Konzern kompensiert werden können. Um dem zu begegnen hat DB Cargo vor Kurzem ein umfassendes Sanierungspaket für Kosteneinsparungen angekündigt, das auch mit dem Abbau von über 6.000 Stellen einhergehen soll. Dieser Personalabbau wird vermutlich auch die systemrelevanten Standorte Hamburg-Billwerder und Maschen betreffen.

In Hamburg-Billwerder betreibt DB Cargo eine Güterwageninstandhaltung mit rund 30 Beschäftigten und leistet so einen bedeutenden Beitrag für die Abläufe am Umschlagbahnhof der Deutschen Umschlaggesellschaft Schiene-Straße. Die 1993 errichtete Anlage zählt zu den modernsten Terminals Europas und ist für den Umschlag Straße-Schiene sowie für den nationalen und internationalen kombinierten Verkehr von zentraler Bedeutung. Ein Wegfall der Instandhaltung vor Ort würde nicht nur die operative Leistungsfähigkeit des Terminals beeinträchtigen, sondern könnte schlimmstenfalls langfristig zu einem vollständigen Rückzug von DB Cargo aus der Anlage führen. Auch der Rangierbahnhof Maschen – Europas größter Zugbildungsbahnhof und strategischer Knoten für den Hafenhinterlandverkehr – könnte durch die Sanierungsmaßnahmen seitens DB Cargo unter strukturellen und finanziellen Druck geraten.

Zudem muss die Zukunft des Einzelwagenverkehrs sichergestellt werden, der ein zentraler Bestandteil des betrieblichen Auftrags von Maschen ist und von einer stabilen Einzelwagenförderung des Bundes abhängt. Ein weiteres wichtiges Element beim Güterverkehr sind die Trassenpreise, da sie die Kosten des Gütertransportes stark beeinflussen. Bei Anpassungen des bundesweiten Trassenpreissystems ist zentral, dass zukünftige Trassenpreise den Schienengüterverkehr nicht gegenüber dem Straßengüterverkehr benachteiligen sollten.

Gerade für Hamburg haben diese Entwicklungen erhebliche Bedeutung: Hamburg-Billwerder und Maschen sind systemrelevante Säulen der Hafenlogistik und des Hinterlandverkehrs. Sie sichern die Wettbewerbsfähigkeit des Hamburger Hafens, ermöglichen die klimafreundliche Verlagerung von Güterverkehren auf die Schiene und sind für zahlreiche Industrien und Logistikketten essenziell.

Vor diesem Hintergrund ist eine klare Positionierung Hamburgs auf Bundesebene dringend erforderlich. Der Schienengüterverkehr braucht verlässliche Rahmenbedingungen, zu denen unter anderem eine langfristige Bundesförderung des Einzelwagenverkehrs und angemessene Trassenpreise gehören.

 

Die Bürgerschaft möge beschließen:

Der Senat wird ersucht,

1. sich gegenüber der Bundesregierung, insbesondere dem Bundesministerium für Verkehr, nachdrücklich für den Erhalt und die Entwicklung der Standorte Hamburg-Billwerder und Maschen einzusetzen und klarzustellen, dass ihre Funktionsfähigkeit von zentraler Bedeutung für die Hafenlogistik, das norddeutsche Wirtschaftsnetzwerk und die bundesdeutschen Klimaziele ist,

2. beim Bund auf eine dauerhafte und auskömmliche Finanzierung des Einzelwagenverkehrs hinzuwirken, die Planungssicherheit für Unternehmen schafft und die Bedeutung des Rangierbahnhofs Maschen als europäischen Knotenpunkt gewährleistet; hierbei sollte hervorgehoben werden, dass unzureichende oder verspätete Förderzusagen die strukturelle Stabilität des Systems gefährden,

3. sich auf Bundesebene für ein verlässliches, planbares und wettbewerbsfähiges Trassenpreissystem einzusetzen, das den Schienengüterverkehr nicht gegenüber dem Straßengüterverkehr benachteiligt,

4. beim Bund einzufordern, dass die Sanierungs- und Restrukturierungsmaßnahmen der DB Cargo nicht zu einer Schwächung systemrelevanter norddeutscher Standorte führen, sondern in ein nachhaltiges, zukunftsorientiertes Gesamtkonzept für den Güterverkehr eingebettet werden, das die Rolle Hamburgs als größten deutschen Seehafen berücksichtigt,

5. der Bürgerschaft über die Gespräche mit der Bundesregierung, der Deutsche Bahn AG und den norddeutschen Ländern sowie über den weiteren Fortgang der Entwicklungen bei DB Cargo bis zum 31.03.2027 zu berichten.