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Unsere Anträge

Durch Anträge können Abgeordnete Einfluss auf die Politik nehmen. Anträge können mindestens fünf Abgeordnete einbringen. Sie werden auf die Tagesordnung der nächsten Bürgerschaftssitzung gesetzt. Die Bürgerschaft kann sie annehmen, ablehnen, für erledigt erklären oder an einen Ausschuss überweisen. Mit Anträgen können Aufträge und Ersuche zur Regelung verschiedener Angelegenheiten an den Senat gerichtet werden.

Ein neues Haus für Geburt und Gesundheit für Hamburg

Mittwoch, 05.05.2021

Am 29.01.20 fand unter Leitung der damaligen Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz (BGV) die Auftaktveranstaltung zum Hamburger Aktionsplan „Gesunde Geburt“ statt, bei der sich eine Fachkommission aus Vertreter*innen der Hebammen, der Ärzt*innen aus Geburtshilfe und Neugeborenenmedizin, der Krankenkassenverbände, der Hamburgischen Krankenhausgesellschaft und auch von Elterninitiativen darüber ausgetauscht haben, wie das differenzierte geburtshilfliche Angebot in Hamburg weiterentwickelt werden kann. Der Blick wurde hier insbesondere auch auf die Versorgung der schwangeren Frauen sowie von Mutter und Kind im Wochenbett und im ersten Lebensjahr des Kindes gerichtet.

Die Erkenntnisse aus dem ersten Austausch dieser Fachkommission haben gezeigt, dass durchaus ein akuter Handlungsbedarf besteht. Dieser bezieht sich auf insbesondere stadtteilbezogene Defizite bei der ambulanten Wochenbettbetreuung, wie er im jüngsten Bericht zur Hebammenversorgung offenbar wurde, und auf den Bedarf für ein neues Geburtshauses, um die große Nachfrage befriedigen zu können und die Vielfalt in der Geburtshilfe zu fördern. Dies findet sich auch im aktuellen Koalitionsvertrag als Prüfauftrag.

Angeboten werden soll nicht nur die Möglichkeit zur Entbindung im Geburtshaus, sondern es soll ein „Haus der Geburt und Gesundheit“ gegründet werden, welches die vor-, während- und nachgeburtliche Zeit bis zum 1. Geburtstag von Kind und Mutter abdeckt. Ein Schwerpunkt soll die Betreuung und Schulung minderjähriger Mütter sein. Kooperationen mit Frauen- und Kinderärzten, Physiotherapeuten und Osteopathen sollen aufgebaut werden. Eine Wochenbettambulanz wird Teil des „Haus der Geburt und Gesundheit“ sein, aber auch die häusliche Wochenbettbetreuung wird für die anfängliche Zeit nach der Geburt angeboten.

Ein umfängliches präventives, aber auch therapeutisches Angebot zur Gesundheitsförderung von Frauen und ihren kleinen Kindern befindet sich ebenfalls im Aufbau. Interdisziplinäre Beratungen zu Sexualität und Reproduktion für Mädchen und Frauen sowie deren Partner schon vor einer geplanten Schwangerschaft sollen angeboten werden.

Für den Aufbau des „Hauses der Geburt und Gesundheit“ hat eine Kerngruppe von sechs Hebammen einen gemeinnützigen Verein „Neues Geburtshaus für Hamburg e. V.“ gegründet. Expertise hinsichtlich Erstellung des Business-Plans, Auswahl und Prüfung der Immobilie auf Eignung sowie für die Öffentlichkeitsarbeit wurde hinzugezogen.

Weitere vier Hebammen sollen in dem Geburtshaus beschäftigt werden. Es gibt zudem Zusagen auch von zwei Praxis-Anleiterinnen, die benötigt werden, um Hebammen-Studentinnen ausbilden zu können.

Ziel ist es, in einem der im aktuellen Hebammenbericht hinsichtlich der Wochenbettversorgung junger Mütter als stark unterversorgt eingestuften Stadtteile Hamburgs wie Hamm, Horn, Hafencity oder Rothenburgsort einen Standort zu finden.

Die Realisierung dieses Projektes würde zwei Punkte aus dem Koalitionsvertrag abdecken:

• Schaffung eines zusätzlichen Geburtshauses sowie

• Verbesserung der ambulanten Versorgung schwangerer Frauen sowie von Mutter und Kind im Wochenbett

 

Die Bürgerschaft möge beschließen:

 

Der Senat wird ersucht,

1. die Schaffung eines neuen Geburtshauses im Einzugsgebiet der Stadtteile Hamm, Horn, Hafencity oder Rothenburgsort zu begleiten und zu unterstützen,

2. hierbei zu überprüfen, ob und inwieweit Kredite der Investitions- und Förderbank geeignete Anschubfinanzierungen leisten,

3. hieraus abzuleiten, ob und welcher Anreizsysteme es bedarf, derartige Projekte auch in anderen Stadtteilen zu initiieren,

4. neben oder mit den Angeboten in dem neuen Geburtshaus auch die Hebammenversorgung in diesem Einzugsgebiet zu verbessern, und

5. der Bürgerschaft über die Umsetzung zum 30.06.2022 zu berichten.

  • Knuth Janshen