Hürden des Hamburger Schulsystems

Montag, 13.10.2008, Drucksache 19/1226

Antwort des Senats: Parlamentsdatenbank

Groe Anfrage der Abgeordneten Wilfried Buss, Barbara Duden, Britta Ernst, Gerhard Lein, Ties Rabe, Andrea Rugbarth und Fraktion.

Ein gutes Schulsystem soll Kinder und Jugendliche optimal fördern und ihnen eine möglichst gute Bildung zukommen lassen. Nach wie vor wird der Bildungsweg von Kindern und Jugendlichen stark durch die soziale Herkunft bestimmt. Insbesondere die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die gar keinen Schulabschluss erreichen ist nach wie vor viel zu hoch. Durch die vielen Schulformen entstehen zusätzliche Hürden.
Im August 2005 (18/2543) und im September 2007 (18/6873) hatte die SPD-Fraktion Große Anfrage zur Durchlässigkeit im Hamburger Schulwesens gestellt. Eindeutiges Ergebnis war, dass die Durchlässigkeit zu höheren Schulabschlüssen in vielen Fällen nicht gegeben ist. Hingegen wird eine große Anzahl von Kindern und Jugendlichen bei der Einschulung zurückgestellt, bleibt sitzen oder auf werden auf andere Schulen abgeschult.
Um die Entwicklung der Klassenwiederholungen, der Abschulungen sowie die Treffsicherheit der Schullaufbahnempfehlungen beurteilen zu können, fragen wir den Senat:

Einschulung und Rückstellungen
1. Wie alt waren durchschnittlich in Hamburg in den vergangenen Jahren jährlich 2007/2008 und 2008/2009 Kinder bei ihrer Einschulung
– die vorzeitig eingeschult wurden?
– die altersgemäß eingeschult wurden und die eingeschulten Kinder insgesamt?
2. Wie viele Kinder sind auf der Grundlage des § 38 (2) HmbSG von der Einschulung jährlich 2007/2008 und 2008/2009zurückgestellt worden? (Bitte aufschlüsseln nach Gründen) Wie hoch ist der jeweilige prozentuale Anteil bezogen auf die Gesamtzahl der schulpflichtig gewordenen Kinder?
Sonderschulen
3. Wie viele Kinder wurden jährlich seit 2006/2007 bis heute statt in eine allgemeine Grundschule in eine Sonderschule eingeschult? Wir hoch ist der jeweilige Prozentsatz im Verhältnis zu allen Einschulungen? (Bitte aufschlüsseln nach Schulformen, Geschlecht und Migrationshintergrund)
4. Wie viele Kinder welchen Alters und welcher Klassenstufe wurden jährlich seit 2007/2008 auf eine Sonderschule umgeschult? (Bitte aufschlüsseln nach Alter, Geschlecht und Migrationshintergrund der Kinder und der besuchten Schulform)
5. Wie viele Kinder welchen Alters und welcher Klassenstufe wurden jährlich seit 2006 von einer Sonderschule auf eine allgemeine Schule rückgeschult (und auf welche Schulform)?
Grundschulempfehlungen
6. Wie viele Schüler des diesjährigen Abiturjahrgangs hatten ursprünglich keine Grundschulempfehlung für die gymnasiale Schullaufbahn bekommen? (Bitte aufgeschlüsselt nach Gymnasien, Gesamtschulen und Aufbaugymnasien angeben)
7. Welche Grundschulempfehlung haben jährlich in den letzten drei Jahren bis zum Schuljahr 2007/2008 die an den weiterführenden Schulen aufgenommenen Schülerinnen und Schüler? (Bitte aufgeschlüsselt nach Schulformen angeben)
8. Wie viele Schülerinnen und Schüler wechselten in den Schuljahren jährlich seit 2003/2004 nach der Grundschule auf eine Haupt- und Realschule, auf eine Sonderschule, auf eine Gesamtschule oder auf ein Gymnasium? (Bitte darunter auch jeweils aufschlüsseln ob auf staatliche oder private Schulen gewechselt wurde)
Klassenwiederholungen
9. Wie hoch ist die Quote der Klassenwiederholer/innen in Deutschland in den 16 Bundesländern seit dem Schuljahr 2006/2007 und 2007/2008? (Bitte aufschlüsseln nach Klassenstufe, Schulform, Geschlecht und Migrationshintergrund)
10. Welche Kosten sind in Hamburg durch Klassenwiederholungen im letzten Jahr „pro Fall“ entstanden? (Bitte analog der Antwort auf die Frage 9. in der Drucksache 18/6873 beantworten)
11. Welche Maßnahmen wurden in den letzten drei Jahren ergriffen, um die Klassenwiederholungen zu reduzieren? Welche Schulen waren beteiligt mit welchem Ergebnis? (Bitte aufschlüsseln für jede einzelne Schule sortiert nach Schulform)
12. Wie bewertet der Senat die Entwicklung der Klassenwiderholungen und die Maßnahmen zur Reduzierung der Klassenwiederholungen?
Abschulungen und Umschulungen
13. Wie häufig wurden jährlich seit dem Schuljahr 2006/2007 bis heute Schülerinnen und Schüler ab- bzw. umgeschult? (Bitte aufschlüsseln nach Klassenstufen und darstellen, wie hoch der Anteil der Kinder und Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund an ihrer jeweiligen Grundgesamtheit ist)
– Von einem Gymnasium? (Bitte aufschlüsseln, ob zu einer Realschule, Hauptschule, integrierten Gesamtschule, kooperativen Gesamtschule, Aufbaugymnasium oder einer Sonderschule)
– Von einer Realschule? (Bitte aufschlüsseln, ob zu einer Hauptschule, integrierten Gesamtschule, kooperativen Gesamtschule, Sonderschule, einem Aufbaugymnasium oder zu einem Gymnasium)
– Von einer integrierten Gesamtschule? (Bitte aufschlüsseln, ob zu einer Realschule, Hauptschule, kooperativen Gesamtschule, Sonderschule, Aufbaugymnasium oder zu einem Gymnasium)
– Von einer kooperativen Gesamtschule? (Bitte aufschlüsseln, ob zu einer Realschule, Hauptschule, integrierten Gesamtschule, Sonderschule, Aufbaugymnasium oder zu einem Gymnasium)
– Von einer Hauptschule? (Bitte aufschlüsseln, ob zu einer Realschule, Hauptschule, integrierten Gesamtschule, kooperativen Gesamtschule, Sonderschule, Aufbaugymnasium oder zu einem Gymnasium)
14. Wie viele Abschulungen gab es an einzelnen weiterführenden Schulen? (Bitte für jede Schule für die einzelnen Jahrgänge für die letzten 2 Jahre aufgeteilt nach den Bezirken angeben)
15. Welche weiterführenden Schulen haben die abgeschulten Schüler von welcher Schule aufgenommen? (Bitte angeben wie viele Schüler pro Jahrgang für das Jahr 2007/2008, aufgeteilt nach Bezirken)


Überspringen von Klassenstufen
16. Wie viele Schülerinnen und Schüler haben jährlich in den Schuljahren 2004/2005, 2005/2006, 2006/2007 und 2007/2008 eine Klassenstufe übersprungen? (Bitte aufschlüsseln nach Schulform, Klassenstufe, Geschlecht und Migrationshintergrund)
Hamburgs Aufbaugymnasien
17. Wie viele Schülerinnen und Schüler sind in den Schuljahren 2006/2007, 2007/2008, 2008/2009 in die Eingangsstufe eines sechsstufigen Gymnasiums eingeschult worden? (Bitte aufschlüsseln nach Schulen in Hamburg)
18. Wie viele Schülerinnen und Schüler sind in den Schuljahren 2006/2007, 2007/2008, 2008/2009 in den jeweiligen Schuljahren in die Einführungsstufe eines Aufbaugymnasiums eingeschult worden? (Bitte aufschlüsseln nach Schulen in Hamburg)
19. Wie viele Realschülerinnen und Realschüler sind in den Schuljahren 2006/2007, 2007/2008, 2008/2009 in den jeweiligen Schuljahren direkt in die Vorstufe eingeschult worden?
20. Wie viele Schülerinnen und Schüler besuchten in den Schuljahren 2006/2007, 2007/2008, 2008/2009 in den jeweiligen Schuljahren die einzelnen Jahrgangsstufen der einzelnen Hamburger Aufbaugymnasien? (Bitte aufschlüsseln nach Geschlecht und Anteil derjenigen mit Migrationshintergrund)
21. Wie viele Schülerinnen und Schüler haben in den Schuljahren 2006/2007 und 2007/2008 an einem Hamburger Aufbaugymnasium das Abitur erreicht? (Bitte jährlich und nach Geschlecht und Migrationshintergrund aufschlüsseln)
22. Wie viele Schülerinnen und Schüler haben in den Schuljahren 2006/2007 und 2007/2008 jeweils in den einzelnen Jahrgangstufen an eine Klassenstufe wiederholt?

Ansprechpartner

Wilfried Buss

  • Eingaben

Barbara Duden

  • Schule

Britta Ernst

Gerhard Lein

  • Senioren

Ties Rabe

  • Schule

Andrea Rugbarth

  • Mittelstand und Handwerk

Referent/in

Themen

Antwort des Senats

© SPD-Bürgerschaftsfraktion 2016, Inc. Alle Rechte vorbehalten.