Ehemalige Mülldeponie Höltigbaum

Donnerstag, 08.04.2021, Drucksache 22/3896

Antwort des Senats: Parlamentsdatenbank

Kleine Anfrage des Abgeordneten Ole Thorben Buschhüter

Die Mülldeponie Höltigbaum am Hagenweg in Rahlstedt war zwischen 1974 und 1982 in Betrieb. Abgelagert wurden Hausmüll, Sperrmüll und hausmüllartige Abfälle sowie Boden und Bauschutt. Entstanden sind zwei Müllberge, die anfänglich auch unter dem wohlklingenden Namen „Meiendorfer Schweiz“ bekannt waren.
Die Müllberge der ehemaligen Mülldeponie Höltigbaum bilden Deponiegas, das seit 1989 auf dem Gelände abgesaugt wird. Im Jahre 2016 waren es 548.635 m3 Gas mit einem Energiegehalt von circa 790.000 kWh (elektrisch). In den Jahren 2006 bis 2013 wurde mit diesem Deponiegas auf dem Betriebsgelände einer Druckerei im Gewerbegebiet Bargkoppelweg ein Blockheizkraftwerk (BHKW) betrieben. Infolge der Insolvenz des Druckereibetriebs musste das BHKW Ende Juli 2013 außer Betrieb genommen, das abgesaugte Deponiegas danach vorübergehend kontrolliert abgefackelt werden.
Seit Mitte Mai 2014 wird das Deponiegas in einem neu auf dem Betriebsgelände der Deponie errichteten BHKW mit einer Leistung von 150 kW (elektrisch) von der Stadtreinigung Hamburg wieder energetisch verwertet, zunächst probeweise, seit Juli 2015 im Dauerbetrieb. Die zu entnehmende Deponiegasmenge nimmt erwartungsgemäß kontinuierlich ab, aber auch für die kommenden Jahrzehnte wird voraussichtlich eine Gasabsaugung erforderlich sein. Wie lange der Methangehalt im Deponiegas noch eine Verstromung im BHKW zulässt, ist offen (vergleiche Drs. 19/1583, 19/6741, 20/12208, 21/11124).

Vor diesem Hintergrund frage ich den Senat:

Frage 1: Wie viel Kubikmeter Deponiegas mit welchem Energiegehalt wurden seit Beginn der Gasförderung bis heute insgesamt abgesaugt?
Frage 2: Wie viel Kubikmeter Deponiegas mit welchem Energiegehalt wurden in den Jahren 2017, 2018, 2019, 2020 und 2021 (bislang) jeweils abgesaugt?
Frage 3: Voraussichtlich wie lange wird die Entnahme von Deponiegas aus heutiger Sicht noch andauern, wie lange wird der Methangehalt im Deponiegas voraussichtlich noch eine Verstromung im BHKW zulassen?
Frage 4: Der Betrieb des BHKW war auf mindestens 5 Jahren ausgelegt. Wie stellt sich diesbezüglich die aktuelle Situation dar?
Frage 5: Wie viel Wärme und wieviel Strom hat das BHKW auf dem Betriebsgelände der Deponie in den Jahren 2017, 2018, 2019, 2020 und 2021 (bislang) jeweils produziert und in die Netze eingespeist?
Frage 6: Wie viel CO2 wurde durch diese Energieproduktion eingespart?
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