Schiller-Oper: Welche Maßnahmen sind zur Sicherung der nackten Stahlkonstruktion geplant? Ist der Erhalt des einmaligen Bauwerks sichergestellt?

Donnerstag, 18.11.2021, Drucksache 22/6464

Antwort des Senats: Parlamentsdatenbank

Kleine Anfrage des Abgeordneten Arne Platzbecker

Einleitung für die Fragen:
Bei der Schiller-Oper auf St. Pauli handelt es sich um den wohl letzten Zirkusbau des 19. Jahrhunderts in Deutschland. Das 1891 eingeweihte Zirkusgebäude mit seiner markanten zwölfeckigen Stahlkonstruktion hat eine bewegte Geschichte mit tragischen Aufs und Abs. Zu den Tiefpunkten dieser Geschichte gehören zweifellos die vergangenen Jahre.
Nachdem die derzeitige Eigentümerin das Gebäude durch jahrelanges Nichtstun dem schleichenden, aber sicherem Verfall überlassen hatte, zwang erst massiver Druck von Seiten der Politik und engagierten Anwohner:innen sowie der Ankündigung von Ersatzvornahmen durch die Verwaltung die Eigentümerin zum Handeln. Nachdem der Abriss der Randbebauung erfolgt ist, wurde Ende August 2021 ein Baustopp wegen unsachgemäßer Durchführung der Entkernungsarbeiten verfügt. Seitdem steht fast nur noch das nackte Stahlgerippe auf dem Gelände. Angesichts des bevorstehenden Winters und der Witterungseinflüsse, die nun unmittelbar auf die denkmalwürdige Stahlkonstruktion einwirken, scheint fraglich, ob das ursprünglich mit der Ankündigung von Ersatzvornahmen angestrebte Ziel, der Schutz der 130 Jahre alten Stahlkonstruktion, jetzt überhaupt erreicht worden ist oder aber nicht sich die Situation deutlich verschlechtert hat.
Vor diesem Hintergrund frage ich den Senat:
Frage 1: In Folge der Abrissarbeiten ist das denkmalwürdige Stahlgerüst der alten Schiller-Oper freigelegt, womit es während der kommenden Wintermonate einer erhöhten Gefährdung ausgesetzt ist.
Welche Pläne gibt es, um die Stahlkonstruktion zu schützen?
Frage 2: Nach verschiedenen Medienberichten hatte die Behörde für Kultur und Medien im September 2021 angekündigt, dass ein Stützturm in der Mitte des Bauwerks aufgestellt werden soll, um die Stahlkonstruktion weiter zu sichern.
Wie ist der Stand der Planungen diesbezüglich?
Frage 3: Wie oft war der/die Sachverständige, eine andere von den Behörden bestimmte Person oder ein:e Behördenmitarbeiter:in in der Zeit vom 27.9.2021 bis zum 20.11.2021 vor Ort?
Gab es in dieser Zeit besondere Vorkommnisse oder Erkenntnisse über das Bauwerk, die Abrissarbeiten oder den Schutz der Schiller-Oper ?
Frage 4: Liegen Voranfragen, Vorbescheidsanträge oder Bauanträge für einen Neubau auf dem Gelände der Schiller-Oper vor?
Falls ja, bitte das jeweilige Datum und den jeweiligen Inhalt benennen.
Frage 5: Hat es Gespräche mit der Eigentümerin oder von ihr bevollmächtigten Personen in Bezug auf einen Neubau auf dem Gelände der Schiller-Oper mit Vertreter:innen der Freien und Hansestadt Hamburg gegeben?
Falls ja, bitte das jeweilige Datum, die beteiligten Behördenbereiche und die jeweiligen Inhalte nennen.
Frage 6: Haben die zuständigen Behörden auf anderem Wege Informationen erhalten, die auf einen Fortgang der Sanierung, einen geplanten Neubau oder andere Nutzungsszenarien für das Gelände der Schiller-Oper schließen lassen?
Falls ja: Wie und welche?
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