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Rolle und Perspektiven Hamburgs im nationalen und internationalen Ökosystem des Quantencomputings

Freitag, 13.02.2026

Quantentechnologien, insbesondere das Quantencomputing (QC), gelten als eine der zentralen Schlüsseltechnologien der Zukunft mit enormem Potenzial für Wirtschaft und Gesellschaft. Experten prognostizieren, dass QC mittel- bis langfristig Milliardenbeträge generieren könnte. Die Bundesregierung unter Olaf Scholz schnürte im Sommer 2020 ein Zukunftspaket für Quantentechnologien mit einem Volumen von 2 Milliarden Euro. Die deutsche Quantenstrategie sieht insgesamt Investitionen in Höhe von 3 Milliarden Euro vor.

Hamburg spielt dabei eine zentrale Rolle bei der Industrialisierung dieser Technologie in Deutschland. Mit dem DLRInnovationszentrum in Hamburg wurde ein Schwerpunkt für die Entwicklung von skalierbaren Quantensystemen basierend auf der Ionenfallen-Technologie etabliert. Aus dem Zukunftspaket fließen über 200 Millionen Euro Förderung in das Hamburger Projekt. Hinzu kommen Hamburger Fördergelder von über 30 Millionen Euro.

Der Standort stellt eine weltweit herausragende technische Infrastruktur bereit. Die Anwendungsschwerpunkte Hamburgs liegen insbesondere in der Mobilität und Logistik, was die praktische Nutzbarkeit der Technologie für die Kernwirtschaft der Hansestadt demonstrieren soll. Ein erster industrietauglicher Demonstrator eines Ionenfallen-Quantencomputers wurde bereits im Mai 2024 beim Halbleiterhersteller NXP in Lokstedt vorgestellt.

Ich frage den Senat:

Frage 1: Wie werden die über 200 Millionen Euro Bundesmittel für das DLR Innovationszentrum Hamburg in Lokstedt und die 34,1 Millionen Euro der Stadt in das Hamburg Quantum Innovation Capital (HQIC) durch den Senat administrativ und strategisch begleitet, und welche konkreten (über die des DLR hinausgehenden) Meilensteine sind an die Hamburger Landesförderung geknüpft?

Frage 2: Welche Vorkehrungen hat der Senat getroffen, um sicherzustellen, dass die Investitionen in die Infrastruktur des Innovationszentrums Hamburg (z. B. Reinraum, Laserlabore) dauerhaft und unbürokratisch für Start-ups und KMU zugänglich bleiben, auch wenn die Projektlaufzeiten der DLR QCI enden?

Frage 3: Welchen konkreten Fertigungsstand weisen die fünf im Innovationszentrum Hamburg-Lokstedt im Bau befindlichen Quantencomputer auf, und wann werden diese voraussichtlich über die initiale Nutzung durch DLR-Forschungsteams hinaus Wissenschaft und Industrie zur Verfügung gestellt?

Frage 4: Inwiefern nutzt die Hamburger Wirtschaft die bereitgestellten Ressourcen bereits, insbesondere im Hinblick auf Optimierungslösungen für den Luft-, Schienen-, Straßen- und maritimen Verkehr (Projekt QCMobility und QI-TraSiCo), und welche Rolle spielt dabei das Fraunhofer Industrial Application Center Quantum Computing Hamburg (IQHH)?

Frage 5: Welche konkreten, zeitlich definierten Ergebnisse werden aus der strategischen Partnerschaft zwischen Universal Quantum Deutschland GmbH und der TUHH zur Entwicklung einer Programmierschnitt-stelle für fehlertolerante Quantensysteme mit bis zu 100.000 physischen Qubits erwartet?

Frage 6: Wie koordiniert der Senat die technologische Fokussierung Hamburgs auf die Ionenfallen-Technologie mit den Strategien des Bundes, insbesondere der technologieoffenen DLR QCI (z. B. dem Standort Ulm mit Fokus auf photonischen Schaltkreisen und Neutralatomen), um Doppelstrukturen zu vermeiden und regionale Stärken optimal zu nutzen?

Frage 7: Welche konkreten Maßnahmen ergreift der Senat, um die technologische Souveränität Deutschlands und Europas im Bereich Quantencomputing zu stärken und die internationale Zusammenarbeit mit vertrauenswürdigen Partnern zu vertiefen?

Frage 8: In welchem Maße werden die in Hamburg vorhandenen Fertigungsanlagen zur Entwicklung und Herstellung von Ionenfallen-Chips in die nationale Mikroelektronik- und Halbleiterstrategie eingebunden?

Frage 9: Welche Synergien mit dem europäischen Chip-Gesetz (EU Chips Act) und den Bemühungen zur Halbleiterindustrie in Europa sieht der Senat, um die Lieferketten für Quanten-Hardwarekomponenten zu sichern?

Frage 10: Wie bewertet der Senat die langfristige Zukunftsfähigkeit des Hamburger Quanten Computing-Ökosystems über das Ende des aktuellen Handlungskonzepts der Bundesregierung (2026) hinaus, insbesondere im Hinblick auf die erwarteten ersten praktischen Vorteile in fünf Jahren und die Realisierung komplexer Systeme bis 2027?

Frage 11: Angesichts des prognostizierten Fachkräftemangels und der Erwartung, dass der Großteil der Wertschöpfung aus Software und Dienstleistungen (Quantumas-a-Service) resultieren wird, welche konkreten Programme zur Ausbildung von Quanten-Expert:innen und zur gezielten Förderung von Startups in diesem Bereich plant der Senat, um die Innovationspotenziale voll auszuschöpfen?