Lars Pochnicht

Bezirk: Wandsbek

Marktforschung zum HVV-Freizeitpass

Donnerstag, 01.11.2018, Drucksache 21/

Antrag der Abgeordneten Ole Thorben Buschhüter, Martina Koeppen, Matthias Czech, Gert Kekstadt, Dorothee Martin, Lars Pochnicht, Frank Schmitt, Henriette von Enckevort und Fraktion sowie der Abgeordneten Martin Bill, Anna Gallina, René Gögge, Farid Müller, Dr. Anjes Tjarks (GRÜNE) und Fraktion

Für Schülerinnen und Schüler ab 15 Jahren bietet der HVV den HVV-Freizeitpass an. Er kostet monatlich 8 Euro und berechtigt zum Kauf von Einzel- oder Tageskarten zum Kinderpreis. Der Freizeitpass gilt wochentags ab 14 Uhr, an Wochentagen, Feiertagen und in den Ferien ganztägig. Er ist damit ein günstiges Angebot für Jugendliche, die in ihrer Freizeit häufiger mit Bus und Bahn fahren, für die sich aber eine Schüler-Monatskarte (40,85 Euro monatlich im Abo als Hauptkarte bzw. 33,20 als Geschwisterkarte) nicht lohnt, etwa weil sie für den Schulweg nicht benötigt wird.
Allerdings ist der HVV-Freizeitpass relativ unbekannt und wegen der Notwendigkeit, eine zusätzliche Fahrkarte lösen zu müssen, eher unkomfortabel.
Andere Verkehrsverbünde haben vergleichbare Teilzeit-Angebote für Fahrten von Schülerinnen und Schüler nach 14 Uhr, an Wochenenden und in den Ferien, so zum Beispiel der Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen („Jugend-FreizeitTicket“), der Verkehrs- und Tarifverbund Stuttgart („14-Uhr-JuniormonatsTicket“) und der Donau-Iller-Nahverkehrs¬verbund Ulm („Junior-Monatskarte“). Diese Angebote sind jedoch allesamt als Teilzeit-Zeitkarten ausgestaltet, so dass das Lösen zusätzlicher (vergünstigter) Fahrscheine nicht nötig ist.
Dieses Modell einer Teilzeitkarte für Schülerinnen und Schüler könnte auch für Hamburg interessant sein. Die pauschale Kostenabdeckung könnte zu einer höheren Kundenbindung sowie einer Reduzierung von Barzahlungsvorgängen führen. Darüber hinaus wäre ein als Zeitkarte ausgestaltetes Freizeit-Ticket auch für Sozialkarten-Berechtigte von Vorteil.
Aufgrund dessen sollte geprüft werden, ob die Ausgestaltung des HVV-Freizeitpasses als Monats- bzw. Abo-Karte auch im Hamburger Verkehrsverbund in Betracht kommt.

Die Bürgerschaft möge beschließen:
Der Senat wird ersucht,
1. im Wege der Marktforschung
a) die Bekanntheit des HVV-Freizeitpasses bei der anvisierten Zielgruppe und das Fahrverhalten der Nutzerinnen und Nutzer,
b) das Interesse der Zielgruppe bzw. der jetzigen Nutzerinnen und Nutzer des HVV-Freizeitpasses an einer Ausgestaltung des HVV-Freizeitpasses als Monats- bzw. Abo-Karte zu bestimmten, vom Senat bzw. der zuständigen Fachbehörde für wirtschaftlich erachteten Preisen sowie
c) die potenziellen Auswirkungen einer solchen Karte auf das Fahrverhalten,
untersuchen zu lassen und
2. der Bürgerschaft bis Ende 2019 über Art und Umfang sowie die Ergebnisse der durchgeführten Marktforschung zu berichten.