Karin Timmermann

Mitglied im Haushaltsausschuss und im Gesundheitsausschuss

Bezirk: Wandsbek

Zustand der Landarbeiterhäuser IV

Montag, 23.08.2010, Drucksache 19/7028

Antwort des Senats: Parlamentsdatenbank

Kleine Anfrage der Abgeordneten Karin Timmermann

Die zehn historischen Fachwerkhäuser in Wohldorf-Ohlstedt sind 1937 ursprünglich für Arbeiter des nahe gelegenen staatlichen Pachtgutes Wohldorf errichtet worden. Das baulich marode Ensemble, das aufgrund des schlechten baulichen Zustandes und des daraus resultierenden Investitionsbedarfs nicht unter Denkmalschutz gestellt wurde, stand bis 2004 im Eigentum der Stadt und wurde dann an private Investoren mit der Auflage veräußert, innerhalb von zehn Jahren sämtliche Gebäude zu sanieren oder im Falle eines nicht vermeidbaren Abrisses originalgetreu unter Verwendung der Originalbausubstanz wieder aufzubauen. Seit dem Verkauf, also mehr als sechs Jahren hat es nicht den Anschein, als ob dort tatsächlich saniert würde. Im August 2009 wurde sogar ein weiteres Haus abgerissen.

In seiner Antwort auf meine Schriftliche Kleine Anfrage vom 29.09.2009 (Drs. 19/4131) hat der Senat ausdrücklich eingeräumt, dass dieses Bauensemble vertraglich aber auch über die Verordnung zu § 172 BauGB vom 05.12.1989 geschützt ist und die Eigentümer verpflichtet seien, den Erhalt zu gewährleisten. Gleichwohl tut der Senat bislang nichts, außer halbjährlich die neuen Eigentümer an ihre Pflichten zum Erhalt und zur Sanierung zu erinnern.

Ich frage den Senat:

1. Wann hat der Senat zuletzt die Eigentümer des Ensembles Landarbeiter¬häuser an ihre vertraglichen Pflichten erinnert?
2. Wurden die Eigentümer zur Vornahme konkreter Erhaltungsmaßnahmen angehalten und wurden entsprechende Fristen gesetzt?
Wenn ja, in welcher konkreten Form hat der Senat die Eigentümer aufgefordert, ihre vertraglichen Pflichten zu erfüllen?
Wenn nein, warum nicht?
3. Wie bzw. sofern schriftlich mit welchem Inhalt haben die Eigentümer bislang auf diese halbjährlichen Schreiben regiert?
4. Was bezweckt der Senat mit diesen Erinnerungsschreiben, wenn diese ganz offenkundig nicht dazu führen, dass die Eigentümer nun endlich damit

beginnen, ihre Verpflichtungen zu erfüllen?
5. Welche Sanierungsarbeiten wurden neben dem Neubau und der Erweiterung des Hauses Brügkamp 1 seit der Veräußerung im Jahr 2004 bislang an welchen Gebäuden wann durchgeführt?
6. Konnten die Arbeiten am Haus Brügkamp 1 inzwischen abgeschlossen wer¬den?
7. Welche weiteren Genehmigungen wurden mit Ausnahme der für die Häuser Herrenhausallee 85 a, b und 87 sowie Brügkamp 3 bereits erteilten Baugenehmigungen, bislang von den Eigentümern beantragt?
8. Wurde bereits mit dem Wiederaufbau des Hauses Brügkamp 3 begonnen?
Wenn ja, wann wird dieser voraussichtlich abgeschlossen sein?
Wenn nein, warum nicht?
9. Wie viele Personen sind in diesen Häusern noch mit festem Erst- oder Zweitwohnsitz gemeldet (Bitte für jedes Haus getrennt angeben, wie viele Personen dort gemeldet sind)?