Karin Timmermann

Mitglied im Haushaltsausschuss und im Gesundheitsausschuss

Bezirk: Wandsbek

Hamburgs Kinder haben ein hohes Unfallrisiko!

Donnerstag, 22.05.2008, Drucksache 19/404

Antwort des Senats: Parlamentsdatenbank

Kleine Anfrage der Abgeordneten Andreas Dressel, Karin Timmermann

Mit erscheinen des Kinderunfallatlas der Bundesanstalt für Straßenwesen gibt es einen klaren Beleg für die mangelhafte Verkehrspolitik in Hamburg. Dieser umfassende Bericht lässt den bundesweiten Vergleich spezifischer Verkehrssicherheitssituationen zu. Erhebungen aus den Jahren 2001 bis 2005 zeigen auf, dass die schwächsten Verkehrsteilnehmer – die Kinder – in Hamburg mit einem der bundesweit höchsten Unfallrisiken leben.
Die Zahlen der Verkehrsunfälle waren auch in den vergangenen Jahren nicht vorbildlich und dennoch hat der Senat Geschwindigkeitserhöhungen auf Hamburger Straßen durchgesetzt, obwohl erhöhte Geschwindigkeit als eine der Hauptunfallursachen gilt. Der Verkehrsfluss wurde optimiert, die Sicherheit auf die Plätze verwiesen. Hamburg belegte der Studie zufolge mit knapp 120 Unfällen in den vergangenen Jahren unter den Verkehrsunfällen mit Kindern, die zu Fuß unterwegs waren, deutschlandweit den zweiten Platz. Bei Fahrradunfällen kommt Hamburg auf einen vierten Platz mit einer Zahl von 150. Es gilt hier zu überprüfen, ob unser Straßen- und Wegenetz, Verkehrsübergänge und Schulwege Kindern ausreichende Sicherheiten bieten. Die Qualität der Verkehrserziehung sollte auf ihre Wirksamkeit überprüft und der Maßnahmenkatalog gegebenenfalls erweitert werden.
Die Zahlen dieses Berichts geben ein klares Signal: Der Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer und insbesondere der schwächsten muss eine höhere Priorität eingeräumt werden.

Ich frage den Senat:

1. Plant der Senat die Veröffentlichung eines Kinder-Verkehrsunfallberichts?
Wenn ja: Wann ist mit der Veröffentlichung zu rechnen?
Wenn nein: Warum nicht?
2. An wie vielen Unfällen waren im vergangenen Jahr Kinder beteiligt? (Bitte Jungen und Mädchen getrennt auflisten unter Angabe des Alters und der Art des Unfalls)
3. Wie hat sich die Zahl der Verkehrsunfälle mit Kindern in den Jahren 2005, 2006 und 2007 aufgeschlüsselt nach den Hamburger Stadtteilen entwickelt?
4. Zu welcher Tageszeit sind Kinder besonders häufig an Unfällen beteiligt?
5. Wie erklärt sich der Senat das hohe Unfallrisiko der Kinder in Hamburg?
6. Es gibt schon eine Vielzahl von Präventionsmaßnahmen zur Vermeidung von Unfällen aller Verkehrteilnehmer und insbesondere der Kinder. Gibt es Pläne die Verkehrserziehung in Kindertagesstätten und Schulen auf Qualität und Wirksamkeit zu überprüfen und diese nach Bedarf weiter auszubauen?
Wenn ja: Welche Verbesserungen werden angestrebt?
7. In welcher Höhe stehen derzeit Mittel für die Verkehrerziehung zur Verfügung?
8. Gibt es Pläne weitere Mittel für die Verkehrserziehung bereitzustellen?
9. Wie hat sich die Zahl der Verkehrslehrer in den Jahre 2005, 2006 und 2007 entwickelt.
10. Wie viel Unterrichtseinheiten standen in den Jahren 2005, 2006 und 2007 pro Klasse in jeder Jahrgangsstufe zur Verfügung?
11. Gibt es Überlegungen seitens des Senats oder der zuständigen Behörde nach Veröffentlichung dieses Kinderunfallatlas die durchgeführten Tempoerhöhungen zurückzunehmen?
12. Wie viele Druckknopfampeln mit 60 bis 90 Sekunden Wartezeit gibt es in Hamburg?
13. Besteht nach Einschätzung des Senats oder der zuständigen Behörde an diesen Druckknopfampeln ein erhöhtes Risiko für die Verkehrsteilnehmer insbesondere für Kinder und Jugendliche?