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Klare Strukturen für eine geringere Belastung von Schülerinnen und Schülern an Hamburger Gymnasien

Mittwoch, 11.12.2013, Drucksache 20/

Antrag der Abgeordneten Gerhard Lein, Barbara Duden, Andrea Rugbarth, Kazim Abaci, Matthias Czech, Jan-Hinrich Fock, Ulrike Hanneken-Deckert, Lars Holster, Hildegard Jürgens und Fraktion

Hamburg bietet seinen Schülerinnen und Schülern mit der Stadtteilschule und dem Gymnasium zwei gute Wege zum Abitur. An beiden Schulformen ist das Abitur identisch, ebenso die Struktur der Profiloberstufe. Der Unterschied beider Schulformen liegt in den Jahren, die eine Schülerin oder ein Schüler bis zum Abitur die Schule besucht. Auf der Stadtteilschule sind es neun Jahre, auf dem Gymnasium acht.
Die Schulzeitverkürzung zum Schuljahr 2002/2003 durch die schwarz-gelbe Regierung führte in der Sekundarstufe I der Gymnasien zu einem Anstieg der Unterrichtsstunden pro Woche, der sich in der Regel auf die Klassen sechs bis zehn auswirkt. In den darauf folgenden mühsamen Jahren der Umsetzung dieser übereilten Reform wurde den Gymnasien viel abverlangt. Trotzdem haben an den Hamburger Gymnasien mehr Schülerinnen und Schüler als jemals zuvor das Abitur gemacht, und auch die Leistungen sind besser geworden. Einigen Schulen ist der Übergang zur Ganztagsschule und zu einem dem gut angepassten rhythmisierten Unterricht erfolgreich gelungen. Klausuren ballen sich an diesen Schulen nicht in wenigen Wochen und Hausaufgaben werden so gegeben, dass niemand abends noch am heimischen Schreibtisch sitzen muss.
Diese wichtigen Veränderungen des schulischen Alltags und auch ein Stück weit der Schulkultur konnten jedoch noch nicht alle Gymnasien umsetzen. Das aber ist wichtig und nötig, damit Schülerinnen und Schüler nicht einem Fächerwechsel im Dreiviertelstundentakt ausgesetzt sind, sondern in längeren und selbstbestimmten Arbeitsphasen lernen können und eine unnötige Belastung der Schülerinnen und Schüler vermieden wird. Die Rhythmisierung des Unterrichts ist daher einer der wichtigsten Grundpfeiler. Auch müssen Hausaufgaben sich auf ein zu bewältigendes Maß beschränken. Hier bedarf es der Abstimmung zwischen Lehrerinnen und Lehrern einer Klasse, aber ebenso klarer Vorgaben, die transparent regeln, welche Voraussetzungen erfüllt sein müssen, damit Hausaufgaben eine sinnvolle Ergänzung statt zusätzlichen Stress darstellen. Als einige wichtige Aspekte sind hierbei die Zeitspanne zwischen Aufgabe und Abgabe der Hausaufgaben sowie eine Wochenobergrenze zu nennen. Außerdem müssen Klausuren so geplant werden, dass sie sich nicht innerhalb weniger Wochen ballen.
Viele Gymnasien haben sich konstruktiv auf die veränderten Rahmenbedingungen eingestellt. Diese guten Beispiele sollen jetzt aufgegriffen und auf alle Gymnasien übertragen werden.

Die Bürgerschaft möge daher beschließen,
Der Senat wird aufgefordert,
1. bei allen Gymnasien eine sinnvolle Rhythmisierung des Unterrichts sicherzustellen.
2. verbindliche und transparente Regeln für das Aufgeben von Hausaufgaben zu erlassen. Hierbei sind insbesondere der Zeitpunkt der Ankündigung, Zeitspanne, Menge und Wochenobergrenze der Aufgaben zu berücksichtigen.
3. die Anzahl der in einer Woche zu schreibenden Klausuren verbindlich zu begrenzen.
4. die Anzahl der maximalen Unterrichtsstunden zur Erfüllung der Pflichtauflagen in der Sekundarstufe I verbindlich auf 34 bzw. 35 Unterrichtsstunden pro Woche (bei 45-minütigen Unterrichtseinheiten, für 60-minütige entsprechend umgerechnet) festzuschreiben.
5. der Bürgerschaft über seine Maßnahmen und die weitere Entwicklung zu berichten.
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