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Förderung des Musikunterrichts – Ankündigungen zu Jahresanfang 2006 und Realität zum Schuljahresbeginn 2006/2007

Dienstag, 10.10.2006, Drucksache 18/4975

Antwort des Senats: Parlamentsdatenbank

Groe Anfrage der Abgeordneten Sabine Boeddinghaus, Barbara Brüning, Wilfried Buss, Britta Ernst, Luisa Fiedler, Gerhard Lein und Fraktion.

Anfang des Jahres haben sich Schul- und Kulturausschuss der Bürgerschaft mit den Problemen der musikalischen Bildung in Hamburg beschäftigt. Dabei ging es u. a. um Forderungen des Landesmusikrates sowie des „Hamburger Bündnis für Musikunterricht“ zur Verbesserung des Musikunterrichts und Probleme des „Klingenden Museums“. Dies geschah vor allem vor dem Hintergrund der geplanten Einrichtung der Elbphilharmonie als Leuchtturm für die künftige Musikszene in Hamburg. In den Beratungen wurde deutlich, dass 80 Prozent des Grundschul-Musikunterrichts fachfremd unterrichtet werden oder ausfallen. Als Ursache wurde ein Fachlehrermangel vor allem an Grund-, Haupt-, Real- und Förderschulen ausgemacht. Der wiederum ist bedingt durch zu wenige Leistungskurse Musik, zu wenig Studienplätze für Schulmusiker und zu wenige Einstellungen von Referendaren und Fachlehrkräften für Musik.
Im Januar hat sich die Schulsenatorin in einem Presseinterview zu Plänen zur Verbesserung der Situation im Schulfach Musik geäußert und darin angekündigt: „Das Schulfach Musik wollen wir deshalb noch tatkräftiger fördern“.


Daher fragen wir den Senat:

1. Welche konkreten Schritte hat der Senat seit Januar 2006 unternommen, um das Schulfach Musik noch tatkräftiger zu fördern?

2. Inwieweit ist eine Kooperation der Jugendmusikschule mit den Grundschulen ausgebaut worden, die dazu führen kann, dass es mehr Musikangebote in der jeweiligen Grundschule gibt? Mit welchen Schulen ist sie zum kommenden Schuljahr geplant?

3. An welcher Grundschule unterrichtet

- keine Fachlehrkraft Musik?

- nur eine Fachlehrkraft Musik?

- mehr als eine Fachlehrkraft Musik?

Welche Erkenntnisse hat der Senat über den Unterrichtseinsatz dieser Fachlehrkräfte bezüglich des Einsatzes im Fachunterricht versus des Einsatzes als Klassenlehrer bzw. Klassenlehrerin?

4. Am LI gab es stets Fortbildungsangebote zur Nachqualifizierung geeigneter Lehrkräfte für den Musikunterricht an der Grundschule. In dem Ausschussbericht an die Bürgerschaft (Drs. 18/3637) ist angesprochen worden, dass dieses Angebot eingeschränkt worden ist. Die Beratung machte jedoch deutlich, dass dieses Angebot für weiterhin erforderlich gehalten wird.

a) Wird dieses Angebot jetzt wieder als Jahreskurs gemacht? Wenn nein, warum nicht?

b) Wie stark wurde es in den letzten 5 Schuljahren nachgefragt und wie viele Plätze standen für die Nachfrage zur Verfügung?

5. Wie plant die zuständige Behörde bei der Reform der gymnasialen Oberstufe sicher zu stellen, dass Schülerinnen und Schüler weiterhin eine Grundversorgung mit ästhetischen Lernangeboten vorfinden? Wird es zumindest Musikunterricht und musikpraktische Angebote geben? Wenn ja, wie wird dies im Rahmen der Stundentafel „finanziert“ werden?

6. Ohne Leistungskurse für Musik wird es auch kaum künftige Musiklehrer bzw. Musiklehrerinnen geben.

a) Welche Pläne hat der Senat bei der Reform der gymnasialen Oberstufe dafür, dass eine hinreichende Anzahl von Hamburger Schulen Musik als Profilfach anbieten können?

b) Wird es besondere Maßnahmen für Musik in der Oberstufe geben, um z.B. durch die Erlaubnis kleiner Kursgrößen das Zustandekommen von Profilkursen zu fördern?

c) Welche Kursgröße für Profilkurse legt der Senat bei seinen Planungen zugrunde?

7. Welche Erkenntnisse hat der Senat über die Aussage des „Hamburger Bündnis für Musikunterricht“, die am 10. Januar 2006 in einer gemeinsamen Anhörung des Kultur- und Schulausschusses beraten wurde (Drs. 18/3637), dass seit Einführung des Lehrerarbeitszeitmodells 50 Prozent der Arbeitsgemeinschaften Musik an den Gymnasien nicht mehr stattfinden und was hat er bisher getan und plant er zu tun, diese Entwicklung zu verändern?

8. Welche Gründe gibt es für den Senat, keine musikbezogenen Funktionstunden im Rahmen des Arbeitszeitmodells für nicht schulübergreifende Ensembles und Musikaufführungen einzuführen? In welchem Umfang sind seit Einführung des Arbeitszeitmodells schulübergreifende Musikaktivitäten durch Zuweisung von Lehrerstunden unterstützt worden?

9. Welche Übersicht hat der Senat über den künftigen Bedarf an ausgebildeten Musiklehrkräften vor dem Hintergrund einer größeren Zahl anstehender Pensionierungen in den nächsten Schuljahren? Wie war der Bedarf in den letzten 5 Jahren?

10. Welche Pläne hat der Senat bezüglich einer Förderung des Studiengangs Schulmusik, insbesondere für das Lehramt Grund- und Mittelstufe? Ist eine Erhöhung der Zahl der Studienplätze von 12 auf 20 geplant? Wenn nein, warum nicht?

11. Welche Pläne hat der Senat zur besseren Ausbildung von Studierenden der Grundschulpädagogik im Lernbereich Musik bezüglich einer fachlichen Ausbildung z. B. in Gesang, Begleitinstrument und Musiktheorie?

12. Hält der Senat eine Mangelfachregelung für a) die Einstellung von Referendaren bzw. b) die Einstellung von Musiklehrkräften für unverändert notwendig? Inwiefern ist sie jeweils in den letzten drei Schuljahren zur Geltung gekommen?

13. Welche Gründe gibt es für den Senat, zurzeit am LI nur ein Fachseminar Musik für das Lehramt GHR und Sonderschule einzurichten? Ist die Bewerberlage zu gering? Wenn ja, wie plant der Senat sie zu erhöhen?

14. Welche Gründe gibt es für den Senat, zur Zeit am LI Referendaren, die Grundschulpädagogik mit Lernbereich Musik studiert haben, die Teilnahme am Fachseminar Musik nicht durch Entlastung in anderen Bereichen zu ermöglichen, z. B. durch Befreiung von einem der beiden anderen Fachseminare?

15. In der o.g. Anhörung (Drs. 18/3637) wurde angesprochen, dass die Schulzeitverkürzung am Gymnasium negative Folgen für das Erlernen von Musikinstrumenten am Nachmittag habe.

a) Welche Erkenntnisse hat der Senat über diese Aussage?

b) Welche Maßnahmen hat der Senat seit Januar 2006 ergriffen, um diese Entwicklung zu stoppen?

c) Was hält der Senat vom Vorschlag in der o. a. Ausschusssitzung, den Instrumentalunterricht in den Unterricht des Gymnasiums im Rahmen der Ganztagsangebote einzubinden?

d) Wie haben sich die musikpraktischen Angebote entwickelt? Wie viele Angebote gibt es an:

i. Orchester?

ii. Big Band?

iii. Ensemble?

iv. sonstige Angebote?

Bitte jeweils aufschlüsseln nach Schulformen. Die Zahlen bitte jeweils für den Ist-Stand und den Stand vor Einführung des LAZM angeben.

Laut Drs. 18/4721 hat es der Senat mehr als 2 Jahre nach Einbringung des Rahmenkonzepts für neue Ganztagsschulen (Drs. 18/525) endlich geschafft, die Rahmenvereinbarung für Vereinbarungen zwischen Ganztagsschulen und Honorarkräften vorzulegen. Im Ausschuss hatten die Senatsvertreter erklärt, diese aufgrund unterschiedlicher Ausgangslagen differenziert nach Musik, Kunst und Sport abzuschließen. Entsprechend der Drs. 18/4721 fehlt noch immer die Rahmenvereinbarung für Musik.

16. Welche Gründe hat der Senat, diese Rahmenvereinbarung noch länger aufzuschieben? Inwieweit ist der Senat sicher, dass ein weiterer Aufschub dem eingangs erklärten Ziel der Schulsenatorin, den Musikunterricht „noch tatkräftiger zu fördern“, nicht zuwider läuft?

Ansprechpartner

Wilfried Buss

  • Fachsprecherin / Fachsprecher Eingaben

Sabine Boeddinghaus

  • Fachsprecherin / Fachsprecher

Barbara Brüning

Britta Ernst

  • Fachsprecherin / Fachsprecher

Luisa Fiedler

  • Fachsprecherin / Fachsprecher

Gerhard Lein

  • Fachsprecherin / Fachsprecher Senioren

Referent/in

Dokumente

Antwort des Senats

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