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Gute Schulen: Beratungen über Qualitäten und Inhalte fortsetzen statt wahlkampfgeleitete Grundsatzdiskussionen über Schulstrukturen

Mittwoch, 16.01.2019

Die Hamburgische Bürgerschaft diskutiert heute im Rahmen der Aktuellen Stunde zum Thema Schulpolitik. Dabei geht es im Besondern um den Schulfrieden, der 2010 von SPD, CDU und Grünen beschlossen wurde. Diese Übereinkunft hat die Hamburger Schulen in den letzten 9 Jahren vor immer neuen Strukturreformen bewahrt. Die SPD-Fraktion hält daran fest.

Dirk Kienscherf, Vorsitzender der SPD-Bürgerschafsfraktion: „Von Schulfrieden zu sprechen, während man gleichzeitig die selbst eingeführte Schulzeitverkürzung auf G8 an Gymnasien rückgängig machen möchte, ist doch sehr entlarvend und eher der Suche nach einem Wahlkampfthema geschuldet. Das Wohl der Schülerinnen und Schüler scheint da in den Hintergrund zu treten. Ebenso verkennt der Vorschlag der CDU die Besonderheiten und die Erfolge des Hamburger Schulsystems. In den letzten 9 Jahren konnten die Schulen sich dank des Schulfriedens um Inhalte und Qualität kümmern. In Hamburg gibt es flächendeckend G8 und G9, das ist bundesweit einmalig. Gymnasien und Stadtteilschulen ergänzen sich gut im bestehenden Zwei-Säulen-Modell. In keinem anderen Bundesland gibt es eine derartig große Wahlmöglichkeit. G8 hat an den Gymnasien nicht zu schlechteren Leistungen geführt, sondern die Schülerinnen und Schüler haben sich sogar verbessert. Eine Rückkehr zu G9 würde enorme Ressourcen binden für neue Unterrichtspläne, Schulorganisation und erneute Neu- und Umbauten sowie jetzt vor der Umsetzung stehende Projekte stoppen. Die Schülerinnen und Schüler wären die Leidtragenden. Daher sprachen sich vor fünf Jahren auch Schülerschaft, Eltern und Lehrkräfte in den Schulkonferenzen der Gymnasien mit 87 Prozent gegen eine Rückkehr zu G9 aus. Und erst im Dezember 2018 hat die Vereinigung der Hamburger Gymnasialschulleitungen eine Rückkehr zu G9 ausdrücklich abgelehnt. Ziel einer verantwortungsvollen Schulpolitik muss es daher sein, weiterhin stetig an Qualitätsverbesserungen zu arbeiten, anstatt die Schulen erneut in aufwendige Reformprozesse zu stürzen.“

Der seit 2010 bestehende Schulfrieden habe den Schulen nachweislich gut getan, ergänzt die Bildungspolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion Barbara Duden: „In der bestehenden Struktur konnten wir die Schulen und die Schulqualität gezielt stärken und verbessern. So wurde seit 2011 der Ganztag flächendeckend ausgebaut, die Schulbaumaßnahmen auf 360 Millionen Euro pro Jahr mehr als verdoppelt und die Zahl der Pädagoginnen und Pädagogen, die zum Großteil für Qualitätsverbesserungen eingesetzt werden, um 30 Prozent erhöht. Hinzu kommen viele weitere Maßnahmen wie beispielsweise die Qualitätsoffensiven in den Fächern Deutsch und Mathematik. Und das alles offensichtlich mit Erfolg – Hamburg konnte in den wichtigsten bundesweiten Lernstandsuntersuchungen erhebliche Verbesserungen erzielen und hat von allen Bundesländern die größten Fortschritte gemacht.“
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