Hilfsangebote besser vernetzen

Donnerstag, 14.04.2016

Rot-Grün beantragt koordinierendes Zentrum für Beratung und Behandlung von Folteropfern und traumatisierten Flüchtlingen

Viele Menschen deren Flucht vor Krieg, Terror und Verfolgung in Hamburg endet, haben so fürchterliche Dinge erlebt, dass eine medizinisch-psychologische Behandlung erforderlich ist. Dies ist oft auch für eine gelingende Integration von großer Bedeutung. Auf Initiative der Fraktionen von SPD und Grünen soll die Bürgerschaft deshalb heute ein koordinierendes Zentrum für traumatisierte Flüchtlinge auf den Weg bringen. Es soll die Arbeit der bisher schon erfolgreich arbeitenden Akteure in der Gesundheitsversorgung von Flüchtlingen miteinander vernetzen. Ein kritischer Punkt bei der Behandlung von psychisch kranken Flüchtlingen sind oft die Dolmetscherkosten. Hierzu stellt die Sozialbehörde bereits seit 2015 jährlich 100.000 Euro zur Verfügung.

Dazu Sylvia Wowretzko, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschaftsfraktion: "Es ist uns ein wichtiges Anliegen, dass Menschen, die schrecklichste Dinge erleben mussten und in der Folge schwere psychische Beeinträchtigungen haben, rechtzeitig Hilfe erhalten. Das ist wichtig, damit chronische Erkrankungen vermieden werden und die Integration in Gesellschaft und Arbeit gelingen kann. Die passenden Behandlungsansätze für Betroffene können sehr unterschiedlich sein. Eine Koordinierung sowohl derjenigen, die hier bei uns professionelle Behandlungen anbieten als auch eine Vermittlung für Betroffene in entsprechend geeignete Hilfen, ist daher sinnvoll."

Dazu Christiane Blömeke, stellvertretende Vorsitzende und gesundheitspolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion: "Traumatisierung erstickt persönliche Entwicklungsmöglichkeiten und behindert die Integration. Wir wollen, dass mehr Menschen, die vor Folter und Krieg nach Hamburg geflüchtet sind, professionell psychologisch geholfen wird. Dafür sollen die in diesem Bereich bereits aktiven Träger und Initiativen durch ein neues, koordinierendes Zentrum mehr Unterstützung für ihre hochengagierte Arbeit bekommen. Ein wichtiges Thema sind beispielsweise Dolmetscherleistungen, ohne die eine erfolgreiche psychologische Behandlung nicht möglich ist. Hier muss die Vermittlung verbessert werden. Das Zentrum soll Herzstück eines hamburgweiten Netzwerkes für die Betreuung und Behandlung von Folteropfern und traumatisierten Flüchtlingen werden. Alle Planungen sollen daher in enger Kooperation mit den bereits erfolgreich arbeitenden Trägern in diesem Bereich abgestimmt werden."

Ansprechpartner

Sylvia Wowretzko

  • Fachsprecherin / Fachsprecher Gesundheit

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