Industriezucker Isoglucose – Gefahr für die Gesundheit?

Mittwoch, 14.02.2018, Drucksache 21/11771

Antwort des Senats: Parlamentsdatenbank

Kleine Anfrage des Abgeordneten Jenspeter Rosenfeldt

Die EU hat mit Wirkung zum 1. Oktober 2017 eine Neuregulierung des Zuckermarktes veranlasst. Hiermit wurde die bisher auf dem Binnenmarkt geltende Quote von 5% für Isoglucose abgeschafft. Der Einsatz von Isoglucose, die aus einem Gemisch von Fruktose und Glucose besteht und deutlich günstiger ist als Haushaltszucker, unterliegt damit keiner Beschränkung mehr. Aus Sicht von Verbänden wie der Deutschen Adipositas Gesellschaft und der Deutschen Diabetes Hilfe, könnte dies zu einer deutlichen Erhöhung der Verwendung von Zucker und zu einer damit verbundenen Steigerung von Übergewichtigkeit kommen, zumal Fructose schneller und stärker aufgenommen wird und so eine schädlichere Wirkung entfalten kann.

Ich frage den Senat:


1. Wie beurteilt der Senat bzw. die zuständige Behörde die Abschaffung der Isoglucosequote in der EU?
2. Welche Auswirkungen wird die Freigabe von Isoglucose für den Zuckereinsatz in Nahrungsmitteln und für die Gesundheit der Verbraucherinnen und Verbrauchern nach Einschätzung des Senats haben?
3. Ist zu erwarten, dass die Lebensmittelindustrie zukünftig vermehrt Produkte als „zuckerfrei“ bzw. „zuckerreduziert“ bewirbt, die in Wahrheit Isoglucose enthalten bzw. wäre dies auch rechtlich zulässig?
4. Welche Maßnahmen gibt es, um den Zuckergehalt von Nahrungsmitteln zu senken?
5. Ein Marktcheck der Verbraucherzentrale Bayern hat ergeben, dass den Verbraucherinnen und Verbrauchern aus den Verpackungshinweisen die Bezeichnung „Fructose-Glucose-Sirup“ nicht als Zucker erkennen. Gibt es Initiativen, die Hinweise auf den Zuckergehalt einer Nahrung deutlicher und verständlicher darzustellen?
6. Nach einem Test der Verbraucherzentrale wurden mehr als 70 verschiedene Begriffe, die für Zucker oder andere Süßungsmittel stehen gefunden. So zum Beispiel: Dextrose, Farin, Fruktose, Saccharose, Glucose, Isoglucose, Karamell, Kandis, Laevulose, Maltodextrin, Mannit, Melasse, Sorbit, Xylit. Gibt es Initiativen um Verbraucherinnen und Verbraucher über die unterschiedlichen Bezeichnungen für Zucker aufzuklären? Besteht ein einheitlicher Zuckerbegriff in den gesetzlichen Regelungen?

Ansprechpartner

Jenspeter Rosenfeldt

  • Fachsprecherin / Fachsprecher Verbraucherschutz

Referent/in

Knuth Janshen

Dokumente

Antwort des Senats

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