R. K. Hegeler/www.mediaserver.hamburg.de

Hamburg 2020: Stärkung der Dritten Säule des Naturschutzes – Mittelaufstockung für die Stiftung Naturschutz

Dienstag, 22.11.2011, Drucksache 20/

Antrag der Abgeordneten Monika Schaal, Ole Thorben Buschhüter, Anne Krischok, Carola Thimm, Matthias Albrecht, Daniel Gritz, Lars Holster, Gert Kekstadt, Doris Müller und Fraktion

Haushaltsplan-Entwurf 2011/2012
Einzelplan 6
Natur und Landschaft sind auf Grund ihres eigenen Wertes und als Grundlage für Leben und Gesundheit des Menschen gerade auch mit Blick auf die Verantwortung gegenüber künftigen Generationen zu schützen. Für Hamburg hat der Naturschutz schon aufgrund seiner vielfältigen Grün- und Naturflächen eine große Bedeutung. Mehr als acht Prozent der hamburgischen Fläche sind heute als Naturschutzgebiete ausgewiesen. Für den gegenwärtigen Senat ist Naturschutz ein wichtiges Thema. Daher hat er sich zum Ziel gesetzt, neue Naturschutz- und Landschaftsschutzgebiete auszuweisen und bestehende Gebiete zu erweitern.
Passend zum Jahr der Umwelthauptstadt hat die UNESCO dem Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer den Titel „Weltnaturerbe“ verliehen. Hamburg verpflichtet sich damit, diesen Naturschatz von Weltrang für die nachkommenden Generationen zu bewahren. Der Senat hat im Sommer die Erweiterung des Naturschutzgebietes „Rodenbeker Quellental“ beschlossen. Das Gebiet im nördlichen Teil des Bezirks Wandsbek wurde 1977 in einer Größe von 47 Hektar unter Schutz gestellt und wird nun auf 84 Hektar erweitert. Hinzu kommen das angrenzende Bachtal der Rodenbek, das der Bredenbek sowie wertvolle Waldflächen und Feuchtbiotope im Norden des Gebietes. Ebenso wird das Naturschutzgebiet „Die Reit" an Dove und Gose Elbe in den Vier und Marschlanden von derzeit 49 ha um 43 ha auf 92 ha erweitert und damit fast verdoppelt.
Neben dem behördlichen Naturschutz und den Verbänden ist die „Loki Schmidt Stiftung“ eine der drei Säulen des Naturschutzes in Hamburg. Sie konzentriert sich, anders als die Naturschutzverbände, nicht so sehr auf die aktuellen politischen Umweltthemen, sondern fördert eigenständig und politisch neutral vielfältige Aufgaben des Naturschutzes in Hamburg. Die Stiftung ist keine Landes-Naturschutz-Stiftung.
Die "Stiftung Naturschutz Hamburg und Stiftung Loki Schmidt zum Schutze gefährdeter Pflanzen" (Kurzbezeichnung: "Loki Schmidt Stiftung“) ist als Stiftung bürgerlichen Rechts schwerpunktmäßig in Hamburg tätig. Sie ist 1990 hervorgegangen aus einer Fusion der zuvor als Landes¬stiftung bestehenden „Stiftung Naturschutz Hamburg“ (gegründet 1985) und der von Loki Schmidt schon früher ins Leben gerufenen
„Stiftung zum Schutze gefährdeter Pflanzen“. Frau Prof. Schmidt und Herr Senator Wolfgang Curilla haben mit dem damaligen Zusammenschluss eine breitere und effektivere Grundlage für die weitere Arbeit der beiden damals relativ kleinen Einzelstiftungen hergestellt.
Die Stiftung ist als seriöse Interessenvertreterin des Naturschutzes anerkannt. Die Stiftungsgründerin und Hamburger Ehrenbürgerin Loki Schmidt, die in erheblichem Maße die Tätigkeit und öffentliche Wirkung der Stiftung geprägt hat, hat der Stiftung zu einem hohen Bekanntheitsgrad in der Öffentlichkeit verholfen.
Die vorrangigen Aktivitäten der Stiftung sind:
• Ankäufe und Pacht von naturschutzwürdigen Flächen und Durchführung von Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen, oftmals in Zusammenarbeit mit privaten Betreuern oder Naturschutzgruppen vor Ort. Stiftungsflächen in Hamburg liegen z.B. im Naturschutzgebiet Wittmoor sowie in Wilhelmsburg und Neuland.
• Bürgernahe Naturschutz-Öffentlichkeitsarbeit in Hamburg: Die Stiftung betreibt das Naturschutz-Informationshaus Boberg und das Naturschutz-Informationshaus "Schafstall" Fischbeker Heide. Mehrere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Stiftung bieten dort Ausstellungen, Kurse und Führungen an.
• Unterstützung ehrenamtlicher Naturschutzarbeit.
Um ihre Aufgaben erfüllen zu können und angesichts ihres relativ geringen Kapitals ist die „Loki Schmidt Stiftung§ auf regelmäßige Spenden durch Unterstützer und auf eine verlässliche finanzielle Zuwendungen der Freien und Hansestadt Hamburg angewiesen.
Seit 1993 wurde die Stiftung mit 200.000 DM bzw. 100.000 Euro gefördert. Dadurch konnte die Stiftung seit 1993 an zahlreichen Orten Verantwortung für Naturschutzflächen und -projekte übernehmen. 1996 wurde das Naturschutz-Informationshaus in Boberg eröffnet, an verschiedenen Stellen in und um Hamburg wurden für den Naturschutz wertvolle Grundstücke gekauft und gepachtet. Derartige Aufgaben waren der Stiftung bei ihrer Gründung durch die damalige Umweltbehörde zugedacht worden. Sie verringern aber auch auf Dauer die Handlungsspielräume der Stiftung.
Nach dem Regierungswechsel 2001 musste die Stiftung erhebliche Kürzungen der Zuwendungen zunächst auf 94.000 Euro in 2003 und erneut auf 70.000 Euro im Jahr 2004 hinnehmen. Erst seit 2009 ist die ursprüngliche Höhe der institutionellen Förderung von 100.000 Euro durch die Freie und Hansestadt Hamburg wieder gewährleistet.
Angesichts gestiegenen Kosten bei gleichzeitiger Abnahme der Zinserträge aus dem Kapital aufgrund sinkender Zinssätze erscheint es geboten und gerechtfertigt, die jährliche Zuwendung jetzt zu erhöhen, um die Arbeit der Stiftung für die Stadt weiterhin sichern zu können.
In der Vergangenheit konnte die Unterfinanzierung der Stiftungsarbeit zum Teil durch eine sehr effektive Spendenakquisition aufgefangen werden. Dies reicht jedoch auf Dauer nicht aus, um die Arbeit der Stiftung zu finanzieren.
Insbesondere mit der Vielzahl der Veranstaltungen zur Umweltbildung und
-er¬zie¬¬hung in den beiden Informationshäusern übernimmt die „Loki Schmidt Stiftung“ wesentliche Aufgaben der Umweltpädagogik, die im Interesse der Freien und Hansestadt liegen. So wurden im Jahr 2010 über 700 Veranstaltungen durchgeführt. 25.000 Besucher kamen zu Einrichtungen und Veranstaltungen der Stiftung. Aber auch mit der Förderung und Organisation weiterer Naturschutzprojekte wie z.B. dem "Langen Tag der Stadtnatur" im August 2011 oder mit Veranstaltungen zu wissenschaftlichen Themen ergänzt die Stiftung die staatlichen Aufgaben des Naturschutzes in unverzichtbarer Weise.
Nicht zuletzt repräsentiert die Stiftung das Engagement Loki Schmidts für das Erleben und für die Bewahrung der Natur und führt die Arbeit von Frau Prof. Loki Schmidt in ihrem Sinne weiter.

Vor diesem Hintergrund möge die Bürgerschaft beschließen:
Der Zuschuss an die Stiftung Naturschutz (Titel 6800.684.03) wird ab 2012 um
30.000 Euro aufgestockt. Eine Deckung erfolgt durch eine entsprechende Absenkung des Ansatzes beim Titel 6800.547.01 „Leitprojekt Nachhaltiges Hamburg und Nachhaltigkeitsstrategie Hamburg“ um 30.000 Euro.

Ansprechpartner

Matthias Albrecht

  • Fachsprecherin / Fachsprecher

Ole Thorben Buschhüter

Daniel Gritz

  • Fachsprecherin / Fachsprecher

Lars Holster

  • Fachsprecherin / Fachsprecher Schule

Gert Kekstadt

  • Fachsprecherin / Fachsprecher Landwirtschaft

Anne Krischok

Doris Müller

  • Fachsprecherin / Fachsprecher

Monika Schaal

  • Fachsprecherin / Fachsprecher Umwelt und Energie

Carola Thimm

  • Fachsprecherin / Fachsprecher

Referent/in

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