R. K. Hegeler/www.mediaserver.hamburg.de

Hamburg 2020: Platzangebot für das Freiwillige ökologische Jahr 2012 sichern – trotz Mittelstreichung durch die Bundesregierung

Dienstag, 22.11.2011, Drucksache 20/

Antrag der Abgeordneten Monika Schaal, Ole Thorben Buschhüter, Anne Krischok, Carola Thimm, Matthias Albrecht, Daniel Gritz, Lars Holster, Gert Kekstadt, Doris Müller und Fraktion

Haushaltsplan-Entwurf 2011/2012
Einzelplan 6
Die biologische Vielfalt und funktionierende Ökosysteme sind die Voraussetzungen für das Leben und ein nachhaltiges Wirtschaften auf unserem Planeten. Die tägliche Auseinandersetzung mit Umweltthemen und die Bildung eines Umweltbewusstseins sind dafür essentielle Voraussetzungen. Menschen für ihre Verantwortung für die Umwelt und die Auswirkungen ihres Handelns frühzeitig zu sensibilisieren hat dabei große Priorität.
Hamburg ist 2011 die Umwelthauptstadt Europas. In diesem Jahr gab es zahlreiche Veranstaltungen, auf denen mit den Bürgerinnen und Bürgern in den Dialog über Umweltthemen getreten wurde. Eine Vielzahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren junge Menschen. Im September hat der Jugendumweltgipfel – im Rahmen der Umwelthauptstadt Hamburg – junge Leute zusammengebracht. Hier haben über 400 jungen Menschen zu Themen wie Klima und Energie oder Mobilität diskutiert und an neuen Ideen zu Zukunftsprojekten gearbeitet.
Dies alles zeigt: Viele jungen Menschen in Hamburg engagieren sich im Umwelt- und Klimaschutz und suchen in diesem Bereich Möglichkeiten einer späteren beruflichen Tätigkeit. Das sog. Freiwillige ökologische Jahr (FöJ) bietet ihnen die Möglichkeit, sich beruflich zu orientieren und Erfahrungen im ökologischen Bereich zu sammeln.
In Hamburg besteht eine bunte Vielfalt von Einsatzmöglichkeiten in den beruflich attraktiven und zukunftsträchtigen Themenfeldern Klimaschutz sowie Natur- und Umweltschutz. Dabei kann man Aufgaben von Unternehmen wie Stadtreinigung Hamburg, Hamburg Wasser, Hamburger Friedhöfe oder bei Repower Systems kennenlernen oder in Umweltvereinen und -stiftungen arbeiten. Ob es darum geht, im Nationalpark Hamburgisches Wattenmeer Vögel zu zählen, Naturschutzgebiete zu entkusseln, Hamburger Gewässer zu analysieren oder Kinder im Hamburger Umweltzentrum ökologisch anzuleiten und zu begleiten – der "Arbeitsplatz Natur" ist ausgesprochen vielfältig.
Bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des FöJ handelt sich überwiegend um Abiturientinnen und Abiturienten, die sich während des FÖJ wichtige ökologische und soziale Kompetenzen für ihr späteres Berufsleben aneignen können.
Das FÖJ wird nach wie vor sehr stark nachgefragt. So sind beispielsweise für den Jahrgang 2011/2012 über 450 Bewerbungen für die 64 Plätze in Hamburg eingegangen. Die Plätze sind zurzeit wie folgt aufgeteilt: Vereine/Verbände (34), BSU (10) und Unternehmen (21). Auch im Bereich des Klimaschutzes konnte durch die Einrichtung von bis zu 20 FÖJ-Plätzen in Unternehmen und Verbänden mehrere Jahre lang ein wichtiger Beitrag zur Bewusstseinsbildung geleistet werden.
Es gibt auch auf der Seite von Vereinen und Unternehmen ein beträchtliches Interesse an der Einrichtung weiterer (über die bisherigen 64 hinausgehenden) FÖJ-Plätze. Im FÖJ-Durchgang 2011/2012 hatten sich sechs neue Träger (mit insgesamt acht Plätzen) um Teilnahme am FÖJ beworben. Diesen musste jedoch wegen der fehlenden Mittel für die Finanzierung und die pädagogische Betreuungskapazitäten abgesagt werden.
Die Finanzierung für das FÖJ erfolgte bisher anteilig aus Landes- sowie Bundesmitteln und durch Kostenbeteiligung der Einsatzstellen. Der Finanzierungsanteil der BSU erreichte bislang (incl. der befristeten Projektstellen im Klimaschutz und der Mittel für Zivildienstleistende) nur rund 25 Prozent des gesamten Finanzierungsvolumens (2010: 117.000 von 460.000 Euro).
Mit dem Haushaltsplan-Entwurf 2011/2012 werden für die Durchführung des FÖJ mit dem Titel 6800.547.06 für die Jahre 2011 und 2012 (wie seit 2005 konstant) jeweils 96.000 Euro durchgeschrieben.
Da wegen einer Reduzierung des Bundesanteils und auslaufender Mittel des Klimaschutzkonzeptes ab 2012 50.000 Euro fehlen, müsste bei derzeitiger Ausstattung die Zahl der FÖJ-Plätze ab 2012 von bisher 64 Plätzen auf ca. 44 Plätze gesenkt werden. Zum dauerhaften Erhalt der Plätze sind Mittel von 50.000 Euro pro Jahr nötig.

Die Bürgerschaft möge beschließen:
Der Titel 6800.547.06 „ Aufwendungen im Zusammenhang mit der Durchführung des Freiwilligen Ökologischen Jahres in Hamburg“ wird um 50.000 Euro aufgestockt. Im Gegenzug wird der Titel 6800.547.01 „Förderung einer modernen zukunftsweisenden, nachhaltigen Stadtentwicklung“ um 50.000 Euro abgesenkt.

Ansprechpartner

Matthias Albrecht

  • Fachsprecherin / Fachsprecher

Ole Thorben Buschhüter

Daniel Gritz

  • Fachsprecherin / Fachsprecher

Lars Holster

  • Fachsprecherin / Fachsprecher Schule

Gert Kekstadt

  • Fachsprecherin / Fachsprecher Landwirtschaft

Anne Krischok

Doris Müller

  • Fachsprecherin / Fachsprecher

Monika Schaal

  • Fachsprecherin / Fachsprecher Umwelt und Energie

Carola Thimm

  • Fachsprecherin / Fachsprecher

Referent/in

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