R. K. Hegeler/www.mediaserver.hamburg.de

Hamburg 2020: Mit dem Stromspar-Check Strompreissteigerungen wegsparen – preisgekröntes Projekt weiterführen

Montag, 17.12.2012, Drucksache 20/

Antrag der Abgeordneten Monika Schaal, Ole Thorben Buschhüter, Anne Krischok, Carola Thimm, Matthias Albrecht, Daniel Gritz, Lars Holster, Gert Kekstadt, Doris Müller und Fraktion

Haushaltsplan-Entwurf 2013/2014
Einzelplan 6

Unter den aktuellen Strompreiserhöhungen leiden Hamburgerinnen und Hamburger mit geringem Einkommen am meisten. Erleichterung schafft vielfach der Wechsel zu einem preiswerteren Anbieter. Noch mehr Geld sparen lässt sich aber durch Einsparen beim Stromverbrauch. Vielfach können schon spürbare Entlastungen auf der Kostenseite erzielt werden, ohne Komforteinbuße hinnehmen zu müssen. Allerdings muss man wissen, wo man ansetzen muss und wo die Einsparpotentiale im Haushalt liegen. Ist das klar, können Strompreissteigerungen oft „weggespart“ werden. So kann allein durch einfache Verhaltensänderung und einfache Hilfsmittel der Stromverbrauch im Jahr um ca. 87 Euro verringert werden. Soviel muss ein Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 2.500 kWh nach der aktuellen Preiserhöhung durch den Grundversorger mehr ausgeben.
Der Ankündigung des Bundesumweltministers bei seinem Amtsantritt, allen Haushalten eine kostenlose Energieberatung anzubieten, sind bislang keine entsprechenden Maßnahmen gefolgt.
Seit 2010 führt der Caritasverband für Hamburg e.V. das Projekt Stromspar-Check in Hamburg durch. Langzeitarbeitslose Frauen und Männer über 50 Jahre werden zu Stromsparhelferinnen und -helfer ausgebildet, um einkommensschwache Haushalte vor Ort zu beraten, wie Energie (Strom und Wärme) und Wasser eingespart und Kosten vermieden werden können. Das Projekt, das inzwischen an 80 Standorten durchgeführt wird, wurde 2012 mit dem „Sustainable Energy Award“ der Europäischen Union ausgezeichnet. Das Projekt verbinde vorbildlich Klimaschutz und Sozialpolitik, so der EU-Energiekommissar Günther Oettinger.
Durch die Energiesparberatung werden Haushalte im Transferleistungsbezug
(SGB II, SGB XII, Wohngeld) von unnötigen Ausgaben entlastet und Heizkosten eingespart, für die die Stadt andernfalls aufkommen müsste. Mit dem kostenfreien Beratungs- und Unterstützungsangebot werden viele Menschen sehr praktisch mit Themen wie Klima- und Umweltschutz sowie Energieeffizienz vertraut gemacht sowie sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsmöglichkeiten für Langzeitarbeitslose im Altern von über 50 Jahren geschaffen. Das Projekt vereinigt ökologische, soziale und ökonomische Zielsetzungen und ermöglicht mit dem kostenlosen Soforthilfepaket („Starter-Set“ mit Thermometer, Steckerleisten, Sparlampen, Durchlaufbegrenzer etc.) im Wert von 60 Euro eine sofortige und wirksame Energie- und Wassereinsparungen.
Die Beraterinnen und Berater werden qualifiziert. Die Werbung von Kunden erfolgt bei Beschäftigungsträgern, Weiterbildungseinrichtungen, Lebensmittelausgaben,
Sozialkaufhäusern, Sprachkursen, Senioreneinrichtungen, Schuldnerberatungen und Kitas. Die Mittel für die sog. Startersets werden vom BMU (50.000 Euro) finanziert.
Derzeit arbeitet die Caritas mit 13 Beschäftigten um die 55 Jahre, zwei mehr als 2011. Elf der 13 Kräfte haben einen Abschluss bei der Handelskammer Frankfurt abgelegt. Pro Monat werden rund 150 Beratungen durchgeführt. Die Anleitung und Fortbildung ggf. neu eintretender Arbeitskräfte kann vom Projektleiter aufgrund einer zwischenzeitlich erfolgreich absolvierten Trainerschulung durchgeführt werden.
Die Teams von Stromspar-Check sollten zusätzlich Informationen zum günstigsten Stromanbieter vermitteln, um den einkommensschwachen Haushalten ggf. die Mög-lichkeit zu eröffnen, zu einem preiswerten Anbieter zu wechseln.
Aufgrund der inzwischen erfolgten Qualifizierung, der gewonnen Erfahrungen und zwei zusätzlicher Kräften konnte die Zahl der Beratungen von 1.614 in 2011 auf ca. 1.800 in 2012 gesteigert werden.
Um die höhere Beratungsleistung durch die inzwischen gut qualifizierten und erfahrenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dem zuletzt erreichten Umfang zu erhalten und so einer wachsenden Nachfrage nach Energieberatung angesichts gestiegener Preise für Energie und Wasser gerecht werden zu können, ergibt sich ein zusätzlicher Mittelbedarf von 100.000 Euro, der rund zur Hälfte von der Caritas und Spenden abgedeckt werden kann. Der Differenzbetrag ist offen.
Die Agentur für Arbeit finanziert derzeit nur 11 Beschäftigte. Weitere Mittel sind nicht vorgesehen. Die Behörde für Soziales, Familie und Integration hat das Projekt bisher nicht als ESF-Projekt aufgenommen. Das Projekt läuft am 30.11.2012 aus. Die Caritas hat bei der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt einen Antrag auf Weiterührung des Projekts für 2013 gestellt.

Vor diesem Hintergrund möge die Bürgerschaft beschließen:
Der Senat wird aufgefordert,
1. das Projekt „Stromspar-Check“ entsprechend der steigenden Inanspruchnahme der Beratungen in 2013 und 2014 fortzuführen,
2. deswegen die Mittel für den „Stromspar-Check“ unter Inanspruchnahme der für 2013 und 2014 veranschlagten Mittel im Titel 6800.547.52 „Aufwendungen der Energieagentur“ jeweils um 50.000 Euro aufzustocken,
3. dafür zu sorgen, dass die Stromsparhelferinnen und -helfer ihre Kundinnen und Kunden über ggfs. preiswertere Tarife (ohne Boni, Vorauszahlungen etc.) bzw. Anbieter informieren und ggfs. beim Anbieterwechsel behilflich sind.

Ansprechpartner

Anne Krischok

Matthias Albrecht

  • Fachsprecherin / Fachsprecher

Ole Thorben Buschhüter

Daniel Gritz

  • Fachsprecherin / Fachsprecher

Lars Holster

  • Fachsprecherin / Fachsprecher Schule

Gert Kekstadt

  • Fachsprecherin / Fachsprecher Landwirtschaft

Doris Müller

  • Fachsprecherin / Fachsprecher

Carola Thimm

  • Fachsprecherin / Fachsprecher

Monika Schaal

  • Fachsprecherin / Fachsprecher Umwelt und Energie

Referent/in

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