R. K. Hegeler/www.mediaserver.hamburg.de

EnEff:Stadt-Projekte in Hamburg – Projektförderung sicherstellen, Koordi-nierungsstelle einrichten

Mittwoch, 18.06.2014, Drucksache 20/

Antrag der Abgeordneten Monika Schaal, Ole Thorben Buschhüter, Anne Krischok, Carola Thimm, Matthias Albrecht, Daniel Gritz, Gert Kekstadt, Doris Müller, Susanne Kilgast und Fraktion

Der Wärmebedarf hat in Hamburg einen Anteil von rund 43 Prozent des Endenergieverbrauchs und stellt damit einen entscheidenden Faktor beim Erreichen der Klimaschutzziele dar. Mit der Drucksache 20/6188 hat die SPD-Bürgerschaftsfraktion den Senat aufgefordert, ein Wärmekonzept für die Zukunft der Hansestadt zu erarbeiten. In der Drucksache 20/11772 hat der Senat auf der Grundlage von verschiedenen Gutachten und Verbrauchsstatistiken einige Erkenntnisse über den energetischen Gebäudezustand und mittel- sowie langfristige Wärmebedarfe ziehen können. Im Laufe der vergangenen zwei Jahre wurden zudem mehrere, für eine Quartiersentwicklung geeignete Gebiete in der Stadt ausgewählt. Diese Quartiere sollen detailliert untersucht und in Zusammenarbeit mit den Bezirken, den Eigentümern und Bewohnerinnen und Bewohnern, den Energieversorgern und innovativen Planungsbüros sollen konkrete Sanierungs- und Versorgungsszenarien entwickelt sowie Handlungsmöglichkeiten dargestellt werden. Hier gewonnene Erkenntnisse sollen Erkenntnisse für ähnliche Quartiere bringen.
Laut der Drucksache 20/11772 stellt ein wesentliches Ziel der Veränderungen im Bereich der Wärmeversorgung die vermehrte Einbindung von erneuerbaren Energien dar. Dabei sind Aspekte, wie die technischen Anschlüsse, die Beschaffenheit der bestehenden Wärmenetze, die Kosten einer Umstellung und Modernisierung wie auch die Sinnhaftigkeit von zentraler und dezentraler Wärmeversorgung zu berücksichtigen.
Ein wichtiger Faktor bei der Konzeption künftiger Wärmebedarfe und damit Wärmekonzepte stellt die Steigerung der Energieeffizienz dar. Die Nutzung dieses Potenzials durch den intelligenten Einsatz und die Vernetzung neuer Technologien muss systematisch genutzt und ausgebaut werden. Die Freie und Hansestadt Hamburg wie auch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie fördern die Forschung für die Energieeffiziente Stadt (kurz: EnEff:Stadt). In Hamburg gehören dazu Forschungsprojekte wie Smart Power Hamburg, Hamburg Water Cycle, das Projekt EnEff:Stadt IBA Hamburg oder das Projekt GEWISS („Geografisches Wärmeinformations- und Simulationssystem“ an der Hamburger Hochschule für Angewandte Wissenschaften, HAW). An der Technischen Universität Hamburg-Harburg (TU HH) besteht das Projekt TransEnt.EE (Transientes Verhalten gekoppelter Energienetze mit hohem Anteil Erneuerbarer Energien: Untersuchung der Möglichkeiten einer dezentralen regenerativen Energieversorgung in der FHH).
Um eine stärkere Koordinierung der Projekte untereinander sowie eine organisierte Rückkopplung mit der strategischen Energieleitplanung der Stadt zu erreichen, sollten die einzelnen – teilweise abgeschlossenen, teilweise laufenden – Projekte zu einem Cluster zusammengeschlossen werden. Die Leitung dieses Clusters sollte sinnvollerweise bei der zuständigen Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) angesiedelt sein.

Vor diesem Hintergrund möge die Bürgerschaft beschließen:
Der Senat wird ersucht,
1. ein EnEff:Stadt Cluster einzurichten,
2. dessen Förderung durch das Energieforschungsprogramm des Bundes zu beantragen,
3. die Leitung des Clusters bei der zuständigen Fachbehörde anzusiedeln und
4. der Bürgerschaft bis Jahresende 2014 zu berichten.

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