Hamburg braucht die Geistes- Sozial- und Kulturwissenschaften – auch über das Jahr der Geisteswissenschaften 2007 hinaus

Mittwoch, 15.11.2006, Drucksache 18/5271

Antrag der Abgeordneten Britta Ernst, Ingo Egloff, Barbara Brüning, Gerhard Lein, Wolfgang Marx, Jan Riecken und Fraktion

zur Drs. 18/5214

Die Fakultäten der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften haben eine große internationale Bedeutung und unterhalten weltweite Partnerschaften mit Hochschulen aus aller Welt. Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag beim Umgang mit sozialer und kultureller Heterogenität in Hamburg und tragen zu einer universellen Bildung des Menschen bei. Ihre Forschungsergebnisse liefern wichtige Erkenntnisse für das Zusammenleben unterschiedlicher Kulturen in einer zunehmend globalisierten Welt. So gilt Hamburg beispielsweise mit dem Institut für Friedensforschung als einer der international renommierten Standorte für Friedensforschung und Konfliktlösungsstrategien.

Auch in anderen Bereichen wie Geschichte, Philosophie und Theologie wurden bisher wesentliche Impulse für die Humanisierung der Lebens- und Arbeitswelt gegeben wie z.B. Technologiefolgenabschätzungen für die Bio- und Gentechnologie, Konzepte für den interreligiösen Unterricht oder die Erforschung der Geschichte der Hamburger Juden. Diese und ähnliche Forschungen müssen auch in Zukunft unabhängig vom Jahr der Geisteswissenschaften 2007 auf eine langfristige und finanziell verlässliche Grundlage gestellt werden.

Die Bürgerschaft möge deshalb beschließen,

1. Der Senat wird ersucht, seine Wertschätzung für den Beitrag der Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften für den Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Hamburg zu bekunden, in dem er

a) den seit 2001 betriebenen Studienplatzabbau, insbesondere in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften stoppt und für die doppelten Abiturjahrgänge ab 2012 auch in diesen Studienfächern ausreichend Studienplätze zur Verfügung stellt;

b) durch Regelungen in den Ziel- und Leistungsvereinbarungen dafür Sorge trägt, dass in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften ein vielfältiges Lehrangebot garantiert wird;

c) darauf hinwirkt, dass für kleine Fächer in den Geistes-, Sozial- und Kulturwissenschaften unter Berücksichtigung von Bundesmitteln spezielle Förderprogramme entwickelt werden, um diese Fächer zu erhalten und zu stärken.

2. Der Senat wird ersucht, der Bürgerschaft bis zum 31.03.2006 darüber zu berichten.
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