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Ist es nicht erstrebenswert in Hamburg zu studieren?

Montag, 05.10.2009, Drucksache 19/4227

Antwort des Senats: Parlamentsdatenbank

Kleine Anfrage der Abgeordneten Dorothee Stapelfeldt

Im Rahmen der Senats-Pressekonferenz zur Vorstellung eines Aktionsbündnisses „Bildung und Beschäftigung“ wurden die Senatsvertreter am 30.09.2009 im Zusammenhang mit dem 2010 anstehenden doppelten Abiturjahrgang gefragt, ob für die aus den Schulen auf den Ausbildungs- und Studienmarkt drängenden jungen Menschen auch ausreichende Studienplatzkapazitäten in Hamburg bereit gestellt werden. Hintergrund ist die Tatsache, dass statt zuletzt 7.464 Abiturientinnen und Abiturienten im kommenden Jahr ca. 14.000 junge Menschen in Hamburg die Schule mit dem Abitur verlassen werden.

Mittlerweile hat offensichtlich auch der Senat seine Erwartungen über die Absolventen des Abiturjahrgangs 2010 erneut auf nun immerhin 12.800 nach oben korrigiert. Im Rahmen der obigen Pressekonferenz wurde zudem vonseiten der Senatsvertreter zugestanden, dass die Studienplatzkapazitäten an den staatlichen Hamburger Hochschulen (Universität Hamburg, Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik, TU Hamburg-Harburg, HafenCity-Universität, Hochschule für Bildende Künste, Hochschule für Musik und Theater, Hochschule für Angewandte Wissenschaften) im kommenden Jahr angesichts des doppelten Abiturjahrgangs nicht ausreichen. Auf Nachfragen soll vom 1. Bürgermeisters und der zweiten Bürgermeisterin darauf verwiesen worden sein, dass es in Sachsen und in Vorpommern an den dortigen Hochschulen freie Studienplätze gäbe und vor diesem Hintergrund „niemandem ein Zacken aus der Krone“ breche, „in einer anderen Stadt zu studieren oder eine Ausbildung zu machen“.

Ich frage den Senat:

1. Wie viele Abiturientinnen und Abiturienten werden in Hamburg im Jahre 2010 nach jetzigem Stand (Oktober 2009) voraussichtlich die Schule verlassen?
2. Wie viele dieser Abiturientinnen und Abiturienten werden erfahrungsgemäß im kommenden Jahr und wie viele in den Jahren 2011 und 2012 versuchen ein Studium an einer staatlichen Hamburger Hochschule aufzunehmen?
3. Wie hat sich die Zahl der Studienanfängerplätze und wie jene der tatsächlichen Studienanfänger an den staatlichen Hamburger Hochschulen seit dem Jahr 2001 entwickelt? (Bitte für jedes Jahr einzeln sowie für jede der genannten Hochschulen und für diese Hochschulen gesamt aufführen.)
4. Wie viele Studienplätze werden die genannten Hochschulen in den Jahren 2010, 2011 und 2012 jeweils anbieten?
5. Wie viele Hamburger Abiturientinnen und Abiturienten werden nach Einschätzung des Senats im kommenden Jahr gezwungen sein, wegen fehlender Studienplatzkapazitäten auf ein Studium an einer staatlichen Hamburger Hochschule zu verzichten?
6. Welche Kosten würden anfallen, wollte man die Studienkapazitäten so erhöhen, dass jede Hamburger Abiturientin und jeder Abiturient des Jahrgangs 2010, die/der im kommenden Jahr in Hamburg ein Studium aufnehmen möchte, dies auch kann?
7. In welchem Umfang stehen in den kommenden drei Jahren Mittel aus dem Hochschulpakt II in Hamburg zur Verfügung?
8. Welche Hilfen plant der Senat ggf. um jungen Menschen, die aufgrund der zu geringen Studienplatzkapazitäten in den kommenden Jahren kein Studium an einer staatlichen Hamburger Hochschule aufnehmen können, ein Studium in den Neuen Bundesländern zu ermöglichen?

Ansprechpartner

Dorothee Stapelfeldt

  • Fachsprecherin / Fachsprecher Wissenschaft und Forschung

Referent/in

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