Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit bei Fußgängerüberwegen

Donnerstag, 23.08.2007, Drucksache 18/6821

Antwort des Senats: Parlamentsdatenbank

Kleine Anfrage des Abgeordneten Jan Quast

Statistiken über Straßenverkehrsunfälle in Deutschland belegen, dass sich bundesweit ca. 80 % aller Unfälle mit Fußgängerbeteiligung in geschlossenen Ortschaften bei der Überquerung von Fahrbahnen ereignen. Dabei ist der Anteil von Kindern und Senioren an den Fußgängerunfällen überproportional hoch. Als häufigste Unfallursachen stellen sich sowohl die Unachtsamkeit der Fußgänger als auch die Missachtung von Vorrang und von Geschwindigkeitsbegrenzungen durch Fahrzeugführer heraus.

Zum Schutz der querenden Fußgänger werden zu meist einfache Querungshilfen (z. B. Mittelinseln) bzw. Fußgänger-Lichtsignalanlagen oder Fußgängerüberwege, auch „Zebrastreifen“ genannt, eingesetzt.

Entgegen der allgemein verbreiteten Annahme, Fußgängerüberwege seien unsicherer als Fußgänger-Lichtsignalanlagen, belegen neuere Forschungsergebnisse, dass „Zebrastreifen‘ komfortable und sichere Alternativen zu Lichtsignalanlagen und Querungshilfen ohne Fußgängervorrang sind. Sie können durchaus in Bezug auf Sicherheit, Akzeptanz, Leistungsfähigkeit und Verkehrsablauf mit anderen Querungsanlagen des Fußgängerverkehrs konkurrieren, wenn die verkehrstechnische Gestaltung des Fußgängerüberwegs verbessert wird. In anderen Bundesländern, so zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen, sind diese Erkenntnisse in Empfehlungen des Verkehrsministeriums an die örtlich zuständigen Straßenverkehrsbehörden gemündet und teilweise in den Landkreisen umgesetzt worden.

Vor diesem Hintergrund frage ich den Senat:

1. Wie beurteilen die zuständigen Behörden die Sicherheit an den Fußgängerüberwegen in Hamburg?

2. Wie stellte sich die Unfalllage an Fußgängerüberwegen in den Jahren 2005 und 2006 dar?

3. Welche Art Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit an Fußgängerüberwegen werden in Hamburg generell eingesetzt?

4. Gibt es Überlegungen dahingehend, diese Maßnahmen durch zusätzliche bauliche Elemente (z. B. Markierungen, Fahrbahnverengungen etc.) zu erweitern?

- Wenn ja, wo sollen diese Verbesserungen erfolgen und ab wann?

- Wenn nein, warum nicht?

5. Um auf Fußgängerüberwege stärker hinzuweisen, verwenden einige Bundesländer sog. Reflektorfolien, die an den Laternenmasten oder Verkehrszeichenpfosten oder an Pollern am Fußgängerüberweg angebracht werden. Sind in Hamburg ähnlich gekennzeichnete Fußgängerüberwege vorhanden, bzw. sollen solcherart gekennzeichnete Fußgängerüberwege eingerichtet werden? Wenn nein, warum nicht?
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