Maßnahmen zur Stärkung der Hamburger Musikwirtschaft

Dienstag, 11.12.2018, Drucksache 21/

Antrag der Abgeordneten Arno Münster, Wolfgang Rose, Karl Schwinke, Birte Gutzki-Heitmann, Dorothee Martin, Hansjörg Schmidt, Isabella Vértes-Schütter, Joachim Seeler, Hauke Wagner und Fraktion sowie der Abgeordneten Farid Müller, René Gögge, Anna Gallina, Dominik Lorenzen, Dr. Carola Timm (GRÜNE) und Fraktion

Haushaltsplanentwurf 2019/2020
EP 3.3

Hamburg ist Musikstadt und wird weltweit als solche wahrgenommen. Das Reeperbahn Festival, die Elbphilharmonie oder die diversifizierte Clublandschaft, der Aufbau spartenübergreifender künstlerischer Zentren sowie ein europaweit beispielloses Netzwerk innerhalb der Musikwirtschaft tragen zu dieser Entwicklung ebenso bei wie die unzähligen kleinen und großen Erfolge von Hamburger Künstlerinnen und Künstlern, Musikunternehmen und Institutionen. Musik ist ein wichtiger Bestandteil von Wirtschaft, Kultur, Gesellschaft, Integration, Bildung, Stadtmarketing und Tourismus in der Stadt geworden.
Nach der Etablierung bestehender Förderinstrumentarien (z. B. Künstlerförderungen, Clubförderung sowie Labelförderung), der Einführung des Musikstadtfonds insbesondere für künstlerische Projekte und der Unterstützung kleinerer Projekte z. B. im Bereich Weiterbildung bedarf es, zur mittel- bis langfristigen Sicherung und Stärkung der Musik- und Musikwirtschaftsstadt Hamburg, deshalb weiterer Maßnahmen. Das Ziel soll sein, den nachhaltigen Aufbau einer Infrastruktur für eine zukunftsfähige, innovationstreibende Musikwirtschaft voran zu bringen.
Die Interessengemeinschaft Hamburger Musikwirtschaft e. V. (IHM) wurde 2004 mit dem Zweck gegründet, den Musikwirtschaftsstandort Hamburg zu fördern und mitzugestalten. Grundziel ist die Schaffung struktureller Rahmenbedingungen für erfolgreiches und unabhängiges Wirtschaften im Bereich der Musik mittels Vernetzung, Öffentlichkeits- und Lobbyarbeit. Mitglieder der IHM sind Unternehmen aller musikwirtschaftlichen Teilgebiete. Der Verein ist professioneller Ort und Motor für den Kontakt und Austausch seiner Mitglieder mit Vertreterinnen und Vertretern von Wirtschaft, Politik und Verwaltung. Es ist das erklärte Anliegen der IHM, die Musikwirtschaft nachhaltig im Bewusstsein der Stadt zu verankern und den Standort Hamburg als Musikmetropole national wie international zu stärken.
Der Verein RockCity Hamburg ist Wegbereiter und Community für Hamburgs Musikschaffende. Als gemeinnütziger Verein setzt sich RockCity auf vielen Ebenen für Hamburgs Musikerinnen und Musiker ein. Der Verein organisiert und vernetzt Akteurinnen und Akteure aus der Musik, ist Sprachrohr gegenüber Politik und Branche und trägt zur Professionalisierung der Branche bei. RockCity entwickelt gemeinsam mit anderen Akteuren nachhaltige Projekte und Fördermodelle, um in Hamburg lebende Musikschaffende strukturell und unmittelbar zu unterstützen und ihre Arbeitsbedingungen kontinuierlich zu verbessern. RockCity wird zu gut 50 Prozent von der Behörde für Kultur und Medien (BKM) finanziert; der Rest wird durch Drittmittel-Anträge, durch Einnahmen aus dem wirtschaftlichen Bereich (u. a. Busvermietung, Coaching), durch Mitgliedsbeiträge, Eintrittseinnahmen sowie Einzelspenden und regelmäßige Freundeskreisspenden zusammen gebracht.
Mit diesem Antrag sollen die IHM e. V. und der RockCity e. V. mit insgesamt 100.000 Euro unterstützt werden. Ziel soll es vor allem sein, Musikexporte aus Hamburg zu steigern, Hamburger Musikunternehmen vor einem internationalen Branchenpublikum zu stärken, Kooperationen national und international zu festigen und ausländische Künstlerinnen und Künstler, Kreative und Unternehmen in Hamburg anzusiedeln.
Insbesondere der Aufbau eines nationalen Netzwerks deutscher Musikmetropolen, mit dem Ziel gemeinsamer nationaler und internationaler Darstellungen, Innovationsförderung und Interessenvertretung gegenüber dem Bund und der EU, sollten dabei im Mittelpunkt stehen. Hierzu wäre die Einrichtung einer Geschäftsstelle des Netzwerks in Hamburg bzw. bei der IHM ein Signal zur Stärkung der hiesigen Akteure und des Musikstandorts Hamburg.

Die Bürgerschaft möge vor diesem Hintergrund beschließen:

I. Der Ansatz im Einzelplan 3.3, Produktgruppe 251.02 „Künste, kult. Leben, Kreativwirtschaft“, Kontenbereich „Kosten für Transferleistungen“, wird in 2019 und 2020 jeweils um 100.000 Euro erhöht. Diese Mittel dienen zweckgebunden dem Produkt „Musikwirtschaft“. Diese sollen zur Förderung der lokalen Musikbranche der Interessengemeinschaft Hamburger Musikwirtschaft e. V. (IHM) und dem RockCity e. V. zugutekommen. Zur Deckung wird der Ansatz im Einzelplan 9.2, Produktgruppe 283.01 „Zentrale Ansätze I“, „Sonstige Zentrale Ansätze“, Kontenbereich „Globale Mehrkosten“ in 2019 und 2020 um jeweils 100.000 Euro abgesenkt.
II. Der Senat wird ersucht,
1. die in Ziffer I genannten Organisationen in den darauf folgenden Jahren im Rahmen der Verteilung der Mittel aus der Kultur- und Tourismustaxe (KTT) zu berücksichtigen; und
2. der Bürgerschaft bis zum 31.12.2020 zu berichten.



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