Vertretung Hamburger Lehrkräfte und schulische Belange im Auslandsschulbereich

Freitag, 07.09.2007, Drucksache 18/6933

Antwort des Senats: Parlamentsdatenbank

Kleine Anfrage des Abgeordneten Gerhard Lein

Viele Lehrerinnen und Lehrer aus Hamburg arbeiten an Deutschen Schulen im Ausland oder an staatlichen Schulen der Gastländer und auch in Funktionsstellen als Auslandsdienstlehrkräfte oder Landesprogrammlehrkräfte bzw. Ortslehrkräfte.

Vor diesem Hintergrund ist es erstaunlich, dass Hamburg seinen Sitz und das Stimmrecht im „Bund-Länder-Ausschuss für schulische Arbeit im Ausland“ (BLASchA) zum 01.02.2007 dem schleswig-holsteinischen Ministerium für Bildung und Frauen übertragen hat.

Das genannte Gremium ist im Auslandsschulbereich der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik das wichtigste Organ für alle Grundsatzentscheidungen und prüfungsrelevanten Angelegenheiten. Es setzt sich aus dem Leiter des Schulreferats im Auswärtigen Amt, dem Abteilungspräsidenten der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen, einem Vertreter der KMK und je einem Vertreter der 16 Bundesländer zusammen.

Vor diesem Hintergrund frage ich den Senat:

1. Welche Nachteile können für die schon vermittelten oder noch zu vermittelnden Hamburger Lehrkräfte im Ausland entstehen, wenn Hamburg seine Mitwirkung im BLASchA eingestellt hat?

2. Welche Gründe sind für die Nichtpräsenz ausschlaggebend gewesen?

3. Wird Schleswig-Holstein für die Wahrnehmung Hamburger Interessen ein finanzieller Ausgleich gezahlt – wenn ja, wie hoch ist die Summe?

4. Welche Abstimmungen im Vorfeld finden für die Hamburger Interessen im BLASchA statt, wenn ein Mitglied zwei Bundesländer zu vertreten hat?

Wie sind mögliche Interessenkonflikte geregelt?

5. Führt das Ausscheiden Hamburgs aus der Bund-Länder-Verpflichtung nicht langfristig zu einer Unterrepräsentanz oder Nichtvermittlung Hamburger Lehrkräfte im Ausland?

6. Zitat aus dem Mitteilungsblatt der Schulbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg, 1963: "Es ist nicht schwer, sich vorzustellen, welche Bereicherung dem Hamburger Schulwesen durch die zeitweilige Tätigkeit vieler Lehrer in allen Regionen der Welt zuwächst."

Dr. Hans Reimers, damals Vorsitzender des Auslandsschulausschusses der KMK.

Wie ist gewährleistet, dass die Erfahrungen zurückkehrender Lehrkräfte dem Hamburger Schulwesen zugute kommen, Synergieeffekte erzeugen und ausgewertet werden?

7. Wie viele Hamburger Lehrkräfte sind zur Zeit in welchen Ländern, an welchen Schulen und mit welchem Status im Ausland tätig?

8. Trifft es zu, dass der Entwurf eines Memorandums zur schulischen Zusammenarbeit zwischen der Tschechischen Republik und der Freien und Hansestadt Hamburg seit Januar 2007 von der Behörde für Bildung und Sport nicht weiter bearbeitet worden ist?

9. Wenn ja, welche Gründe sind dafür ausschlaggebend gewesen? Prag und Hamburg verbindet immerhin eine Städtepartnerschaft!

Ansprechpartner

Gerhard Lein

  • Seniorinnen und Senioren

Referent/in

Dr. Oliver Trede

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