Hamburg Marketing: Kompetenz-Wirrwarr statt Effizienz?

Dienstag, 11.05.2010

SPD sieht Veränderungen skeptisch - "Erfolgreiche Arbeit der Hamburg-Tourismus GmbH darf nicht unter die Räder der Neuorganisation kommen."

Die SPD-Bürgerschaftsfraktion hat mit Blick auf die vom Senat beschlossenen Veränderungen im Bereich des Hamburg-Marketing vor Bürokratie-Chaos und Kompetenz-Wirrwarr gewarnt. Zuvor hatte der Senat beschlossen, die für das Hamburg-Marketing zentralen städtischen Unternehmen - Hamburg Marketing GmbH (HMG), Hamburg Tourismus GmbH (HHT) und Hamburgische Gesellschaft für Wirtschaftsförderung mbH (HWF) - in eine gemeinsame Gesellschaftsstruktur zu überführen.

„Die erfolgreiche Arbeit der Hamburg-Tourismus GmbH darf nicht unter die Räder dieser Neuorganisation kommen“, warnte der bisherige SPD-Fachsprecher für Tourismus, Wilfried Buss. Die erfolgreiche Arbeit der HHT beruhe nach Ansicht aller Kenner und Betroffenen aus der Hamburger Tourismusbranche auf der organisatorischen Eigenständigkeit und Unabhängigkeit der HHT, sagte Buss. Hier drohten positive Effekte für Hamburg verloren zu gehen.

Der SPD-Bürgerschaftsabgeordnete Arno Münster, der künftig im Bereich des Tourismus für die SPD-Fraktion verantwortlich ist, unterstrich in diesem Zusammenhang den Wert der Serviceleistungen der HHT - insbesondere für kleinere und mittlere Hotels, die sich kein eigenes Marketing leisten können. „Bei den Betreibern kleinerer Hotels ist die Skepsis gegenüber der Holding besonders groß“, sagte Münster. Die offenbar angestrebte „Weltgeltung“ Hamburgs dürfe nicht auf Kosten der kleinen und mittleren Betriebe erkauft werden. Buss und Münster warnten vor Bürokratie-Chaos und Kompetenz-Wirrwarr anstelle höherer Effizienz - zumal jetzt auch noch Aufgaben von der Hamburg-Marketing (HMG) zur HHT verschoben werden sollen.
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