Dekade des Schnellbahnausbaus gestalten – Anbindung Bergedorfs verbessern, S2 ausweiten

Freitag, 18.05.2018, Drucksache 21/

Antrag der Abgeordneten Carola Veit, Gerhard Lein, Ole Thorben Buschhüter, Martina Koeppen, Christel Oldenburg, Peri Arndt, Matthias Czech, Gert Kekstadt, Dorothee Martin, Lars Pochnicht, Frank Schmitt, Henriette von Enckevort, Güngör Yilmaz und Fraktion sowie Martin Bill, Anna Gallina, René Gögge, Ulrike Sparr, Dr. Carola Timm, Dr. Anjes Tjarks (GRÜNE) und Fraktion

Um die Mobilität in Hamburg zu verbessern, bereitet der rot-grüne Senat den massiven Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) vor. Mit den Verlängerungen der U4 zu den Elbbrücken und zur Horner Geest, dem Bau der S4 nach Bad Oldesloe und der Verlängerung der S21 nach Kaltenkirchen, der komplett neuen U5 und mehreren zusätzlichen U- und S-Bahn-Haltestellen hat Hamburg die Dekade des Schnellbahnausbaus ausgerufen. Diese Projekte werden mit viel Engagement und Finanzmitteln vorangetrieben. Ihre Realisierung kann aufgrund notwendiger Planungsvorläufe aber erst in einigen Jahren erfolgen, so sie nicht bereits im Bau sind oder deren Planung weit vorangeschritten ist.
Bereits kurzfristig helfen insbesondere Taktverdichtungen auf bestehenden Linien, um die Attraktivität des ÖPNV deutlich zu steigern. Das gilt insbesondere für die S-Bahn-Linien Richtung Harburg und Bergedorf, weil es hier keine Ausweichmöglichkeiten auf U-Bahn-Linien gibt. Die Verbindung nach Harburg ist dabei fest im Blick der handelnden Akteure. Zusätzliche Fahrzeuge wurden bereits bestellt, um längere Züge einsetzen zu können, und ein Ausbau der Infrastruktur (zusätzliche Weichen und Signale), um perspektivisch auch eine weitere Taktverdichtung stabil realisieren zu können, wird vorbereitet.
Aber auch in Bergedorf ist man abhängig von einer gut funktionierenden, attraktiven Schienenanbindung in die Hamburger Innenstadt. Viele neue Wohnquartiere sind im Bezirk geplant. Das bekannteste ist sicherlich die Bebauung am Mittleren Landweg. Mit Fahrplanwechsel im Dezember 2018 ist der Einsatz von 60 Neufahrzeugen im S-Bahn-Netz als Ersatz für 52 Altfahrzeuge vorgesehen. Dies erhöht die Verfügbarkeit von Fahrzeugen allgemein und wird die Pünktlichkeit verbessern und Fälle von Fahrtausfällen reduzieren. Davon wird auch die Bergedorfer S-Bahn profitieren, denn der Einsatz der Neufahrzeuge wird insbesondere auf der Linie S21 erfolgen. Zudem werden dann alle Fahrten der Linie S2 mit sechs statt derzeit teilweise nur drei Wagen verkehren.
Derzeit ist die S2 als Verstärkerlinie zur S21 eine reine Hauptverkehrszeit-Linie für sehr kurze Nachfragespitzen. Werktäglich sind nur 16 Fahrtenpaare unterwegs. Perspektivisch könnte es auf Grund der steigenden Nachfrage für ein besseres Angebot sinnvoll sein, den Betrieb der S2 auszuweiten. Derzeit endet in den Morgenstunden der 5-Minuten-Takt aus Bergedorf Richtung Innenstadt um 8:01 Uhr, aus Richtung Altona sogar bereits um 7:17 Uhr. In der nachmittäglichen Hauptverkehrszeit fährt derzeit der letzte Zug der S2 ab Altona um 17:17 Uhr und ab Bergedorf um 17:11 Uhr. Bei entsprechenden Fahrgastentwicklungen könnte ein Betrieb entsprechend den Betriebszeiten der ebenfalls nur in den Hauptverkehrszeiten verkehrenden Linie S11 sinnvoll sein. In einem ersten Schritt sollte die Betriebszeit der S2 morgens und abends um jeweils eine Stunde verlängert werden.

Die Bürgerschaft möge beschließen:
Der Senat wird ersucht,
mit der Auslieferung der neuen Fahrzeuge der S-Bahn Hamburg auf der S2 eine nachfrageorientierte Ausweitung der Betriebszeiten vorzusehen. In einem ersten Schritt sind die Betriebszeiten um eine Stunde jeweils morgens und abends auszuweiten.
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