Ausweitung des 10-Minuten-Taktes der S-Bahn zwischen Blankenese und Wedel

Freitag, 19.10.2018, Drucksache 21/

Antrag der Abgeordneten Ole Thorben Buschhüter, Martina Koeppen, Matthias Czech, Gert Kekstadt, Dorothee Martin, Lars Pochnicht, Frank Schmitt, Henriette von Enckevort und Fraktion

Auf der S-Bahn-Strecke zwischen Blankenese und Wedel wird bislang nur montags bis freitags in den Früh- und Spät-Hauptverkehrszeiten ein 10-Minuten-Takt angeboten. Außerhalb dieser Zeiten fahren die Züge der Linie S1 dort im 20-Minuten-Takt. Wiederholt artikulieren Bürgerinnen und Bürger in Iserbrook, Sülldorf und Rissen, aber auch im schleswig-holsteinischen Wedel ihr Interesse an einer Ausweitung des 10-Minuten-Takts der S-Bahn zwischen Blankenese und Wedel, am bestens ganztags.
Das Angebot auf der zu einem Viertel in Schleswig-Holstein liegenden Strecke wurde daher in den letzten Jahren gemeinsam mit dem dortigen Aufgabenträger mehrfach verbessert. So wurde der 10-Minuten-Takt mehrere Male ausgeweitet, zuletzt zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember 2016: Verlängerung des 10-Minuten-Taktes montags bis freitags in die Innenstadt von 8:43 Uhr bis 9:03 Uhr (Abfahrt Wedel) sowie Richtung Blankenese/Wedel von 19:26 Uhr bis 20:26 Uhr (Abfahrt Blankenese).
Allerdings ist die überwiegend eingleisige Infrastruktur der Strecke (von 9,4 km Streckenlänge sind 6,3 km eingleisig) nicht dazu geeignet, einen über den ganzen Tag dauernden 10-Minuten-Takt pünktlich zu betreiben. Schon heute werden die mit der S-Bahn-Hamburg GmbH vereinbarten Pünktlichkeitsziele für das Gesamtnetz auf der Strecke zwischen Blankenese und Wedel vielfach nicht erreicht. Selbst minimale Unregelmäßigkeiten führen direkt zu Folgeverspätungen im Gesamtnetz der S-Bahn. Die Unterbrechung des 10-Minuten-Takts ist daher erforderlich, um bis zum Beginn des 10-Minuten-Takts in der Spät-Hauptverkehrszeit die aufgelaufenen Verspätungen wieder abbauen zu können.
Ein zweigleisiger Ausbau der Strecke zwischen Blankenese und Wedel ist derzeit aufgrund anderer Prioritätensetzungen nicht geplant. Dabei spielt auch eine Rolle, dass das bestehende Platzangebot allen Fahrgästen einen Sitzplatz ermöglicht. Auch für Fahrgastzuwächse sind im bestehenden Angebot noch ausreichend Kapazitätsreserven vorhanden.
Perspektivisch bieten das geplante elektronische Stellwerk (ESTW) Altona-West, das die alte, zum Teil noch aus den 1920er Jahren stammende Stellwerkstechnik im Abschnitt Klein Flottbek bis Wedel ablösen soll, sowie die Einrichtung eines den Fahrbetrieb im Kernnetz der S-Bahn verflüssigenden Zugleitsystems nach dem Standard ETCS (Euro-pean Train Control System) die Möglichkeit, eine bessere Betriebsqualität trotz Eingleisigkeit zu erreichen und somit auch die Frage des ganztägigen 10-Minuten-Takts neu zu bewerten.
Bis dies so weit ist, sollte allerdings geprüft werden ob, mit Blick auf sich flexibilisierende Arbeitszeiten der Pendlerinnen und Pendler und längere Ladenöffnungszeiten, noch eine weitere Angebotsausweitung möglich ist, ohne die Betriebsqualität auf der Strecke allzu sehr in Mitleidenschaft zu ziehen. Außerdem sollte die Ausweitung des durchgehenden Betriebs in Wochenendnächten, so wie er auf anderen Linienästen bereits üblich ist, bis Wedel geprüft werden.

Die Bürgerschaft möge beschließen:
Der Senat wird ersucht,
gemeinsam mit dem schleswig-holsteinischen Aufgabenträger
1. die Möglichkeiten einer sinnvollen und mit Blick auf die Betriebsqualität vertretbaren weiteren Ausweitung des 10-Minuten-Taktes der S-Bahn-Linie S1 zwischen Blankenese und Wedel und
2. die Möglichkeiten eines durchgehenden Betriebs der S-Bahn-Linie S1 zwischen Blankenese und Wedel in Wochenendnächten
zu prüfen.
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