Hamburgs Zukunft zu allen Zeiten klug, sozial und nachhaltig gestalten: Frauenanteil in der Wissenschaft erhöhen

Donnerstag, 20.05.2021, Drucksache 22/

Antrag der Abgeordneten Annkathrin Kammeyer, Sven Tode, Isabella Vértes-Schütter, Astrid Hennies, Vanessa Mohnke, Claudia Loss, Philine Sturzenbecher und Fraktion sowie der Abgeordneten Miriam Block, Dennis Paustian-Döscher, Maryam Blumenthal, Sina Demirhan, René Gögge, Farid Müller, Ivy May Müller, Peter Zamory, Eva Botzenhart, Mareike Engels, Michael Gwosdz, Linus Jünemann, Zohra Mojadeddi (GRÜNE) und Fraktion

Frauen sind in dieser Gesellschaft strukturell benachteiligt. Das bildet sich besonders stark darin ab, welche beruflichen Positionen und welche Arbeitsbedingungen ihnen angeboten werden: Frauen besetzen im Vergleich zu Männern seltener Führungspositionen, verdienen weniger Geld und haben schlechtere Aufstiegschancen. Auch in der Wissenschaft, die unsere Gesellschaft durch Forschung und Lehre nachhaltig prägt, sind Frauen unterrepräsentiert – obwohl es gerade in diesem Bereich besonders wichtig wäre, alle Perspektiven gleichermaßen mit einzubeziehen und allen die gleichen Möglichkeiten zu bieten. Wir wollen, dass der Frauenanteil in der Wissenschaft auf allen Ebenen perspektivisch bei mindestens 50 Prozent liegt.
Hamburg ist auf einem guten Weg zur Gleichstellung in der Wissenschaft: Der Frauenanteil bei den Professuren liegt deutlich über dem Bundesdurchschnitt und es existieren umfangreiche Förderprogramme für Gleichstellung wie zum Beispiel das Agathe-Lasch-Coaching plus divers an der Universität Hamburg, das MINT-Camps speziell für Mädchen an der Technischen Universität Hamburg oder das Förderprofessur-Programm für Wissenschaftlerinnen an der HAW Hamburg sowie die finanzielle Unterstützung des Hochschulübergreifenden Netzwerks Close the Gap, welches Maßnahmen gegen den Corona Publication Gap umsetzt.
Trotz der vorhandenen vorbildlichen Initiativen gibt es natürlich auch in Hamburg noch Verbesserungsbedarf: Frauen besetzen nur etwa ein Drittel der Professuren, der Frauenanteil am wissenschaftlichen und künstlerischen Personal der Hochschulen in Trägerschaft des Landes ist noch weit entfernt von 50 Prozent und bei Betrachtung der Besetzung von unbefristeten Stellen fällt auf, dass auch hier teilweise ein großer Gender Gap vorhanden ist. Das Besetzen von freien Stellen mit Frauen erfordert keinen finanziellen Mehraufwand.
Es bedarf ambitionierter Ziele und eines verbesserten Monitorings, um eine präzise Steuerung zu ermöglichen und schneller zu einer gleichberechtigten Wissenschaft zu gelangen.

Die Bürgerschaft möge beschließen:

Der Senat wird ersucht,
1. in den Ziel- und Leistungsvereinbarungen mit den Hochschulen einen steigenden Frauenanteil bei Professuren, wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen insgesamt sowie unbefristet angestellte Wissenschaftler*innen festzuschreiben,
2. in der Produktgruppe 246.02 "Grundsatzangelegenheiten und Betreuung Hochschulen" die Kennzahlen "G_246_02_005 Frauenanteil am wissenschaftlichen und künstlerischen Personal an Hochschulen in Trägerschaft des Landes" und "G_246_02_006 Frauenanteil an besetzen Professuren an Hochschulen in Trägerschaft des Landes" im Haushaltsplan 2023/2024 entsprechend anzupassen.
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