Innovative Ansätze in der Arbeit mit Seniorinnen und Senioren fördern – Vereinsamung verhindern

Dienstag, 11.12.2018, Drucksache 21/

Antrag der Abgeordneten Gerhard Lein, Jenspeter Rosenfeldt, Karin Timmermann, Gert Kekstadt, Doris Müller, Frank Schmitt, Isabella Vértes-Schütter, Sylvia Wowretzko, Annegret Kerp-Esche und Fraktion sowie der Abgeordneten Christiane Blömeke, Olaf Duge, Mareike Engels, Antje Möller, Ulrike Sparr (GRÜNE) und Fraktion

Haushaltsplan-Entwurf 2019/2020
Einzelplan 5

Die offene Seniorenarbeit in den Bezirken ist in einem Umbruch und steht vor vielfältigen Herausforderungen. Zum einen wird berichtet, dass es zunehmend Schwierigkeiten bereitet, freiwillig Engagierte zu finden, die die klassischen Angebote der offenen Seniorencafés betreuen und zum anderen sieht sich die offene Seniorenarbeit mit einer veränderten Nachfrage an Angeboten konfrontiert. Um die in der Seniorenarbeit freiwillig Engagierten zu stärken, hat der Senat im Haushaltsplanentwurf 2019/2020 die Rahmenzuweisung Seniorenarbeit um 425.000 Euro spürbar erhöht.
Bereits mit dem Ersuchen Drs. 21/7009 „Innovative, quartiersbezogene Seniorenarbeit fördern und in Modellprojekten erproben“ hat die Bürgerschaft für die Haushaltsjahre 2017/2018 insgesamt 200.000 Euro für einen „Fonds zur modellhaften Weiterentwicklung der Seniorenarbeit“ bereitgestellt.
Hieran soll in den Jahren 2019/2020 angeknüpft werden, um neue Angebotsformen zu erproben und zugleich Expertise zu mobilisieren, um die Träger in der offenen Seniorenarbeit bei der Gewinnung von freiwillig engagierten Helferinnen und Helfern zu unterstützen.
Seit 2017 fördert die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz gemeinsam mit den Bezirksämtern Harburg und Altona zwei Modellprojekte in Lurup und Neugaben-Fischbek. Im Rahmen dieser Projekte werden sich selbst tragende, stadtteilbezogene Netzwerke aufgebaut, die Ideen und Projekte zur Sicherstellung der Teilhabe und Teilnahme älterer Menschen im Stadtteil entwickeln und umsetzen.
Gegen die Vereinsamung älterer Menschen arbeiten die Stadtteilteams des Trägers „Freunde alter Menschen e. V.“. Hierbei werden Besuchspatenschaften zwischen älteren Menschen und freiwillig Engagierten vermittelt. Die Behörde für Gesundheit und Verbraucherschutz fördert die Gründung solcher Stadtteilteams, die sich sowohl in Hamburg als auch in Berlin als niedrigschwelliger und effektiver Ansatz bereits bewährt haben. Diese Arbeit soll fortgesetzt und gestärkt werden. Sie stellt eine sinnvolle Ergänzung des „Hamburger Hausbesuchs“ dar, für dessen stadtweite Umsetzung nach der Modellphase ausreichende finanzielle Mittel im Haushaltsplanentwurf 2019/2020 bereitgestellt wurden.

Die Bürgerschaft möge beschließen:
Der Senat wird ersucht,
1. im Haushaltsplan 2019/2020 in der Produktgruppe 257.01 insgesamt bis zu 210.000 Euro für innovative quartiersorientierte Ansätze in der Seniorenarbeit zur Verfügung zu stellen und daraus eine Förderung von Projekten mit einer Laufzeit von zwei Jahren und einem Fördervolumen von bis zu 35.000 Euro pro Jahr und Projekt zu ermöglichen,
2. dafür Sorge zu tragen, dass die Erhöhung der Rahmenzuweisungsmittel für Seniorenarbeit in der Produktgruppe 257.03 um 425.000 Euro p. a. seitens der Bezirksämter dafür eingesetzt wird, die ehrenamtlichen Seniorentreffleitungen zu unterstützen, beispielsweise indem die Förderpauschalen erhöht werden,
3. die Gründung von Stadtteil-Teams zur Anregung und Vermittlung von Besuchspatenschaften für alte Menschen, wie sie beispielsweise vom Träger „Freunde alter Menschen e. V.“ angeboten werden, weiter finanziell zu fördern und diese Aktivitäten stadtweit auszubauen; hierfür sollen in der Produktgruppe 257.01 für die Jahre 2019 und 2020 insgesamt bis zu 150.000 Euro bereitgestellt werden,
4. der Bürgerschaft nach Abschluss der Modellprojekte zur Gründung von Seniorennetzwerken in den Stadtteilen Neugaben-Fischbek und Lurup über die Ergebnisse sowie über die Verwendung der Mittel aus dem Ersuchen Drs. 21/7009 zu berichten.
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