Bedarfsdeckende Personalrekrutierung für die Technischen Dienste der Freien und Hansestadt Hamburg

Dienstag, 11.12.2018, Drucksache 21/

Antrag der Abgeordneten Dirk Kienscherf, Jenspeter Rosenfeldt, Martina Koeppen, Anne Krischok, Christel Oldenburg, Uwe Lohmann, Lars Pochnicht, Michael Weinreich und Fraktion sowie der Abgeordneten Olaf Duge, Martin Bill, Mareike Engels, Anna Gallina, Farid Müller (GRÜNE) und Fraktion

Haushaltsplan-Entwurf 2019/2020
Einzelplan 6.1

Hamburg steht vor der Herausforderung, das Wachstum der Stadt zu gestalten und dabei die hohe Lebens- und Aufenthaltsqualität zu erhalten. Dem Ausbau der Straßen, Brücken und Gewässer kommt dabei eine ebenso große Bedeutung zu wie dem Angebot an bezahlbarem Wohnraum und der Sanierung öffentlicher Plätze als Orte der Begegnung und des Austauschs. Die Freie und Hansestadt Hamburg gestaltet das moderne Hamburg. Sie ist dabei eine bedeutsame Auftraggeberin für die Privatwirtschaft und Arbeitgeberin für fast 3.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den technischen Berufen (Architektinnen/Architekten, Bauingenieurinnen/-ingenieuren, Technikerinnen/Techniker und sonstigen Ingenieurinnen und Ingenieuren) des öffentlichen Dienstes.
Fachkräfte in technischen Berufen sind derzeit stark umworben. Neben dem Wettbewerb um talentierte Fachkräfte steht die öffentliche Hand auch vor der Aufgabe, die altersbedingen Abgänge aufzufangen. Bis 2024 werden 35 Prozent des technischen Personals und somit fast 1.000 von 2.900 Beschäftigten altersbedingt ausscheiden.
Im Juni 2018 hat die Stadt die sich abzeichnende Entwicklung aufgenommen und eine Fachkräftestrategie für die technischen Dienste der Freien und Hansestadt beschlossen. Sie verfolgt damit das Ziel, ausreichend Personal für die technischen Berufe zu gewinnen und dauerhaft an die Stadt zu binden.
Die Fachkräftestrategie wird in Projektform umgesetzt. Mehrere Projektgruppen erarbeiten parallel, welche Möglichkeiten der Stadt zur Verfügung stehen, um Menschen in technischen Berufen für die Stadt zu gewinnen und langfristig an sie zu binden. Dabei geht es nicht nur um die Talente, die am Anfang ihrer beruflichen Karriere stehen, sondern auch Berufserfahrene, die sich umorientieren möchten, sowohl mit akademischen Hintergrund und auch ohne.
Der Senat beleuchtet im Rahmen seiner breiten Einstellungsoffensive selbstkritisch seine Prozesse und stellt insbesondere die Einstellungsverfahren auf den Prüfstand mit dem Ziel, diese schneller und transparenter für die Bewerberinnen und Bewerber zu gestalten.
Insbesondere bei den jüngeren Menschen in den technischen Berufen ist die Vielfalt und Attraktivität der Stadt als Arbeitgeberin noch nicht ausreichend bekannt. Die Fachkräftestrategie entwickelt daher Maßnahmen und Strategien, die Vorzüge einer beruflichen Karriere im öffentlichen Dienst offensiver zu kommunizieren.
Besonderes Augenmerk legt der Senat auf eine gute Zusammenarbeit mit den Unternehmen in der Metropolregion Hamburg, um die Trends in der Stadtentwicklung und die Innovationen in der Baubranche früh zu erkennen und in die Qualifizierung der Technischen Dienste einfließen zu lassen.
Die Behörde für Stadtentwicklung und Wohnen als behördenübergreifende Ausbildungsbehörde hat vorausschauend auf den Fachkräftemangel reagiert und die Anzahl der Ausbildungsstellen für Referendarinnen und Referendare und Technische Oberinspektoranwärterinnen und -anwärter sukzessive erhöht. Personalbedarfe in den technischen Diensten, die nicht durch Nachwuchskräfte gedeckt werden können, sollen durch eine erfolgreiche Fachkräftestrategie bis zum Jahre 2021 gedeckt werden.

Die Bürgerschaft möge beschließen:
Der Senat wird ersucht,
der Bürgerschaft bis zum 30.06.2019 über den Projektfortschritt in Sachen Fachkräftestrategie zu berichten.

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