Funktionierendes Entwässerungssystem für Wilhelmsburger Neubaugebiete sicherstellen

Montag, 27.11.2017, Drucksache 21/

Antrag der Abgeordneten Monika Schaal, Dirk Kienscherf, Martina Koeppen, Anne Krischok, Christel Oldenburg, Uwe Lohmann, Dorothee Martin, Lars Pochnicht, Michael Weinreich und Fraktion sowie Ulrike Sparr, Christiane Blömeke, Filiz Demirel, Olaf Duge, Anna Gallina (GRÜNE) und Fraktion

Wilhelmsburg ist eine Insel in der Elbe. Zum Schutz gegen Überflutungen ist die Elbinsel rundherum von Deichen umgeben, welche zusammen mit dem flachen Gelände eine „Badewannenform“ bilden. Die durchschnittliche Geländehöhe beträgt nur 1,0 m über Normal-Null (mNN). Da das mittlere Hochwasser der Elbe im Schnitt bei etwa 2,2 m über mNN liegt, stünde ganz Wilhelmsburg ohne Deiche zweimal täglich 1,2 m unter Wasser. Dadurch kann das Regenwasser nicht natürlich abfließen. Damit es nicht zu Überschwemmungen kommt, wurden zahlreiche Gräben verschiedener Größen zu einem zusammenhängenden Netz angelegt. Die Ableitung des gesammelten Wassers in die Elbe erfolgt durch Leitungen oder Pumpen. Für die Wirksamkeit des Entwässerungssystems müssen die Gräben und Wettern regelmäßig gepflegt und von Graswuchs und Unrat frei gehalten werden. Diese wichtige Aufgabe führt der Wasserverband Wilhelmsburger Osten seit geraumer Zeit zuverlässig aus.
Die Entwässerung wird für ganz Wilhelmsburg immer wichtiger. Der Klimawandel hat erhebliche Auswirkungen auf die Region Hamburgs. So traten im Laufe der letzten Jahre vermehrt Starkregenereignisse auf. Die topografische Beschaffenheit Wilhelmsburgs, mit seiner Lage unterhalb des Meeresspiegels, machen Entwässerungsmaßnahmen unverzichtbar.
Die Stadtentwicklungsgesellschaft IBA Hamburg GmbH schafft durch die Bebauung der Elbinsel Wilhelmsburg ca. 3.300 neue Wohneinheiten im Wilhelmsburger Rathausviertel und im Elbinselquartier. Durch die zusätzliche Versiegelung des Bodens ist ein neues entsprechendes Entwässerungssystem notwendig, welches auch regelmäßiger Pflege und Überwachung bedarf.
Die positiven Erfahrungen mit der Entwässerung durch den Wasserverband Wilhelmsburger Osten sowie vermehrt auftretende Starkregen sprechen für eine zeitnahe Aufnahme der Neubaugebiete in den Zuständigkeitsbereich des Wasserverbandes.
Die Bürgerschaft möge beschließen:
Der Senat wird ersucht,
1. zu prüfen, ob die Unterhaltung der offenen Entwässerungsanlagen in den geplanten Neubaugebieten Wilhelmsburgs vom zuständigen Bezirksamt Hamburg-Mitte übernommen, oder ob diese Aufgabe an einen bestehenden oder einen neu zu gründenden Wasserverband übertragen werden soll; und
2. der Bürgerschaft bis Mitte 2018 zu berichten.

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