Sanierungsfonds Hamburg 2020 – Ausbau- und Sanierungsvorhaben am Bootshaus der Ruder-Vereinigung Bille

Mittwoch, 19.07.2017, Drucksache 21/

Antrag der Abgeordneten Carola Veit, Dirk Kienscherf, Martina Koeppen, Anne Krischok, Christel Oldenburg, Uwe Lohmann, Dorothee Martin, Lars Pochnicht, Michael Weinreich und Fraktion sowie des Abgeordneten Murat Gözay, Christiane Blömeke, Mareike Engels, Farid Müller, Ulrike Sparr (GRÜNE) und Fraktion

Die Ruder-Vereinigung (RV) Bille betreibt ihr Bootshaus am Billebecken seit Anfang der 60er Jahre auf einem städtischen Grundstück. Das Bootshaus wurde weitgehend in Eigenarbeit der Mitglieder erbaut. Das sportliche Angebot umspannt das Rudern an sich, Drachenbootsport, Stand-Up-Paddling, sowie Kajak- und Kanufahren. Zudem stellt der Verein Räumlichkeiten für Fitnesstraining und Tischtennis.
Die Stadtteilschule St. Georg bietet beim RV Bille Ruderkurse für die Jahrgänge 9 und 10 an. Die Ausbildung erfolgt durch Mitglieder und Honorarkräfte der RV Bille.
Seit über 20 Jahren wird auch der Behindertensport durch eine eigene Trainingsgruppe für Erwachsene mit einem Ausbilder und separaten Trainingszeiten unterstützt. Die Kooperation mit der Schule Marckmannstraße, eine „be-sondere“ Schule für geistige Entwicklung, brachte noch einmal zusätzliche Belebung in diesem Bereich. 2013 fand dieses Projekt Anerkennung des Bezirks Hamburg Mitte durch eine Zuerkennung des Sportpreises.
Die Seniorenabteilung des RV Bille nutzt einmal die Woche den Fitnessraum. Wanderpaddler können ihre Kanus und Kajaks an den Stegen zu Wasser lassen, Sportboote benutzen die kleine Slipanlage, um auf die Bille zu kommen.
Da der Verein regelmäßig hamburgweite Veranstaltungen wie die Hamburger Schulmeisterschaft Drachenboot, den Drachenboot Bille-Cup sowie die über Norddeutschland hinaus besuchte Matjesregatta der Ruderer durchführt und dabei zwischen 400 und 700 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aufnimmt, reichen die sanitären Anlagen und Umkleidekabinen, die allein schon für den Vereinsbetrieb unzureichend und zudem nicht barrierefrei sind, nicht mehr aus.Darüberhinaus besteht in beiden Bereichen ein grundlegender Sanierungsbedarf.
Geplant ist deshalb ein Ausbau verbunden mit einer Sanierung an der Rückseite des Bootshauses in zweigeschossiger Bauweise. Der Bau kann unabhängig vom Sportbetrieb erfolgen und nach Fertigstellung zur Verfügung gestellt werden. Die dann freiwerdenden Räumlichkeiten sollen einer Holzwerkstatt dienen. In diese Werkstatt sollen die bislang im Stadtteilzentrum RothenBurg beheimateten Werkgruppen samt Inventar einziehen. Der Verein verspricht sich davon neben der stärkeren Verankerung im Stadtteil auch Synergien, wenn es beispielsweise um Reparaturen von Bootsmaterial und Sportgeräten geht. Insgesamt werden für den Bootsbereich durch Ausbau und Sanierung zusätzliche 250qm und 78qm für die stadtteilbezogenen Räume geschaffen.
Die Bausumme laut Expertise beträgt 548.000 Euro brutto. Die Eigenmittel, die sich u.a. durch Darlehen der Mitglieder und Sponsorengelder, beispielsweise die des Billbrookkreises, zusammensetzen sollen, belaufen sich auf rund 100.000 Euro. Der Finanzbedarf beträgt somit noch 450.000 Euro.
Vor diesem Hintergrund möge die Bürgerschaft beschließen:
Der Senat wird ersucht,
1. für die Förderung der Errichtung eines Anbaus bei der Ruder-Vereinigung Bille im Haushaltsjahr 2017 im Aufgabenbereich 208 des Einzelplan 1.2 „Bezirksamt Hamburg-Mitte“ Ermächtigungen, Kosten zu verursachen beziehungsweise Auszahlungen für Investitionen zu leisten, in einer Höhe von bis zu 450.000 Euro zur Verfügung zu stellen,
2. die Höhe des investiven und des konsumtiven Anteils der Maßnahme zu ermitteln,
3. davon abhängig entsprechende Mittel aus dem „Sanierungsfonds Hamburg 2020“ (Einzelplan 9.2 „Allgemeine Finanzwirtschaft“, Produktgruppe 283.02 „Zentrale Ansätze II“, Kontenbereich Globale Mehr/ Minderkosten) zu übertragen und, soweit investive Anteile übertragen werden, die zugehörigen Abschreibungen gleichfalls aus dem Einzelplan 9.2 (Produktgruppe 283.02, „Zentrale Ansätze II“, Kontenbereich „Kosten für Abnutzung – Abschreibungen“) bereit zu stellen, und
4. die bewilligten Mittel erst freizugeben, wenn die Ruder Vereinigung Bille die Eigenbeteiligung am Anbau in Höhe von 100.000 Euro als vorhandene Mittel nachweisen kann.
© SPD-Bürgerschaftsfraktion 2016, Inc. Alle Rechte vorbehalten.