Errichtung einer Gedenkstätte in Trostenez, Belarus

Mittwoch, 23.10.2013, Drucksache 20/

Antrag der Abgeordneten Andreas Dressel, Dirk Kienscherf, Gerhard Lein, Martin Schäfer, Mathias Petersen, Ksenija Bekeris, Gabriele Dobusch, Gunnar Eisold, Christel Oldenburg, Wolfgang Rose, Birte Gutzki-Heitmann, Hansjörg Schmidt, Isabella Vértes-Schütter und Fraktion sowie der Abgeordneten Dietrich Wersich, Dr. Roland Heintze, Hans-Detlef Roock, Birgit Stöver, André Trepoll (CDU) und Fraktion der Abgeordneten Christa Goetsch, Antje Möller, Filiz Demirel, Dr. Anjes Tjarks, Jens Kerstan (GRÜNE) und Fraktion der Abgeordneten Katja Suding, Finn-Ole Ritter, Anna von Treuenfels, Dr. Thomas-Sönke Kluth, Robert Bläsing (FDP) und Fraktion der Abgeordneten Norbert Hackbusch, Dora Heyenn, Christiane Schneider, Mehmet Yildiz, Kersten Artus (LINKE) und Fraktion

Das Internationale Bildungs- und Begegnungswerk gemeinnützige GmbH (IBB) ist ein in der Bundesrepublik angesehener gemeinnütziger Verein in freier Trägerschaft. Mit seiner internationalen Bildungsarbeit und Begegnungen leistet er einen Beitrag zu Toleranz und gegenseitigem Verständnis. Begegnung und Bildung in den
Gedenkstätten des Holocausts und des Vernichtungskrieges sind ein zentraler Bestandteil des Programmes. Einen besonderen Schwerpunkt bildet Belarus. Das IBB baute hier mit belarussischen Partnern in den Jahren 1991-1994 die Internationale
Bildungs- und Begegnungsstätte "Johannes Rau". Seit der Eröffnung 1994 werden dort jährlich ca. 800 Veranstaltungen durchgeführt. Unter den aktuellen Bedingungen ist die Internationale Bildungs- und Begegnungsstätte "Johannes Rau" Minsk ein Ort, der den Aufbau der Zivilgesellschaft fördert und einen Expertenaustausch ermöglicht.
Das IBB plant die Errichtung einer Gedenkstätte in Trostenez, Belarus. Am Ort dieses ehemaligen deutschen Vernichtungslagers, errichtet zum Zwecke des Völkermordes mit Giftgas, gibt es im Unterschied zu Auschwitz-Birkenau, Belzec, Lublin-Majdanek und Treblinka keine angemessene Gedenkstätte. Minsk mit der Vernichtungsstätte in Maly Trostenez zählt neben Auschwitz, Belzec, Łodź, Riga und Theresienstadt zu den Deportationszielen, in die in den Jahren von 1940 bis 1945 die Hamburger Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma „in den Tod geschickt“ wurden. Mit den beiden Transporten vom 8. und 18. November 1941 gelangten 1.435 jüdische Hamburgerinnen und Hamburger nach Minsk. Bis auf 20 Personen wurden alle Deportierten – sofern sie die Transporte und die zeitweise Unterbringung im Ghetto Minsk überlebten – in Trostenez ermordet. Insgesamt wurden in Trostenez zwischen 60.000 und 100.000 Menschen davon etwa 22.000 deutsche Bürger mit jüdischen Wurzeln ermordet.



Unterstützt wird das Projekt seitens des Bundespräsidenten, Herrn Joachim Gauck, wie auch von Herrn Bürgermeister a.D. Henning Scherf. Sowohl das Auswärtige Amt wie auch das Bundeskanzleramt befürworten das Projekt.
Der IBB kalkuliert die Kosten auf 1 Mio. Euro. Die finanzielle Übernahme soll sich nach Vorstellung des IBB wie folgt gestalten: Auswärtiges Amt 500.000 Euro; Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge 200.000 Euro sowie für jede der 6 Städte, von denen die Deportationen nach Minsk bzw. Maly Trostenez ausgingen, jeweils 50.000 Euro. Die Bethe-Stiftung hat sich bereit erklärt, jeden kommunalen finanziellen Beitrag, der in 2013 bereitgestellt wird, bis zu max. 25.000 Euro zu verdoppeln.

Die Bürgerschaft möge beschließen:
Der Senat wird ersucht, zur Errichtung einer Gedenkstätte in Trostenez, Belarus, aus verfügbaren Mitteln des Titels 1100.791.01 „Investitionsfonds Hamburg 2010 (SIP-Fonds)“ für 2013 Mittel in Höhe von 25.000 Euro zur Verfügung zu stellen.

Ansprechpartner

Ksenija Bekeris

  • Soziales

Gabriele Dobusch

  • Gleichstellung

Andreas Dressel

Dirk Kienscherf

Martin Schäfer

  • Gesundheit und Verbraucherschutz

Isabella Vértes-Schütter

  • Kultur

Gunnar Eisold

Birte Gutzki-Heitmann

Gerhard Lein

  • Senioren

Christel Oldenburg

Mathias Petersen

Wolfgang Rose

  • Koordinator für die Kontakte mit den Gewerkschaften

Hansjörg Schmidt

  • Medien, Netzpolitik, digitale Wirtschaft, Technologie und Innovation

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