Hamburgs Grüne Ringe

Montag, 19.10.2009, Drucksache 19/4373

Antwort des Senats: Parlamentsdatenbank

Kleine Anfrage der Abgeordneten Monika Schaal

Am 27. Oktober 2004 hat die Bürgerschaft einstimmig mit der Drucksache 18/551 die Änderung des Landschaftsprogramms beschlossen.
Im Erläuterungsbericht wurden Aussagen zur Stellung des 1. und 2. Grünen Ringes im Freiraumverbundsystem gemacht und der ungefähre Verlauf beschrieben.
Der 1. Grüne Ring verläuft dabei am Rande der Innenstadt auf dem ehemaligen Wallring in etwa 1 km Entfernung um das Rathaus.
Etwa 8 - 10 km vom Rathaus entfernt liegt der 2. Grüne Ring, der die Landschaftsachsen verbindet. Er beginnt am Jenischpark und verläuft über den Altonaer Volkspark, das Niendorfer Gehege, Friedhof Ohlsdorf, Trabrennbahn Farmsen, Öjendorfer Park, Boberger Niederung, Wasserpark Dove-Elbe, Neuländer See, Harburger Stadtpark, Meyers Park bis zum Rüschpark.
Die Verknüpfung der großen Grünflächen zu einem durchgehenden Grünen Ring bedarf in einigen Bereichen noch der Ergänzung.

Die beiden grünen Ringe bilden gemeinsam mit den Landschaftsachsen das Grundgerüst für die Entwicklung des flächendeckenden Freiraumverbundsystems.

Daher frage ich den Senat:

1. Grüner Ring

Der 1. Grüne Ring schließt die historische Alt- und Neustadt ein.

1. Zwischen Landungsbrücken und Lombardsbrücke ist der Grüne Ring durch die großen Parkanlagen Alter Elbpark, Wallanlagen und Planten un Blomen grün geprägt.
Welche Umsetzungen/ Anpassungen/ Planungen, etc. hat es seit 2004 in diesem Abschnitt des 1. Grünen Ringes gegeben und zu welchem Zeitpunkt?

2. Im weiteren Verlauf bis zu den Deichtorhallen ist der 1. Grüne Ring vor allem baulich geprägt.
Durch die Verbesserung der Freiraumqualität sollte die Nutzbarkeit und Erlebbarkeit dieses Abschnitts erhöht werden.
Welche Umsetzungen/ Anpassungen/ Planungen, etc. hat es seit 2004 in diesem Abschnitt des 1. Grünen Ringes gegeben und zu welchem Zeitpunkt?

3. In seinem dritten Teil, im Bereich der Hafencity, sollte der 1. Grüne Ring von modernem Städtebau in Verknüpfung mit Wasserflachen geprägt sein. Die Grünen Wegeverbindungen in diesem Bereich sollten im Laufe der Hafencityplanungen überprüft und ggf. in Landschaftsprogrammänderungen angepasst werden.
Welche Umsetzungen/ Anpassungen/ Planungen, etc. hat es seit 2004 in diesem Abschnitt des 1. Grünen Ringes gegeben und zu welchem Zeitpunkt?

2. Grüner Ring

Der 2. Grüne Ring umfasst überwiegend vorhandene Grün- und Freiflachen. Seine Länge beträgt 80 bis 90 km.

Hamburg-Mitte

4. Der 2. Grüne Ring verläuft im Bezirk Hamburg-Mitte im Osten durch den Stadtteil Billstedt und im Westen durch den Stadtteil Finkenwerder.
Im Bereich Billstedt waren Verbesserungsmaßnahmen in zwei Bereichen erforderlich: Zum einen sollte eine Straßen unabhängige Wegeverbindung zwischen dem Öjendorfer Park und dem Grünzug Schleemer Bach gefunden werden, und zum anderen sollte versucht werden, statt der heutigen Wegeverbindung entlang der stark befahrenen Bundesstraße B 5 zukünftig eine Wegeverbindung am Rande des Altspulfeldes Kirchsteinbek anzulegen.
Im Bereich Finkenwerder wies der Freiraumverbund einige Probleme auf, so die fehlende Brücke über die Süderelbe, die Einbeziehung des Ringgrabens und des Westufers des Steendiekkanals, um eine straßenunabhängige Wegeführung zu erreichen.
Im Rahmen eines Gesamtkonzeptes für die im Planfeststellungsverfahren zur Flugzeugwerft-Erweiterung festgelegten Ausgleichsmaßnahmen sollte auch über diese Punkte abschließend befunden werden.
Welche Umsetzungen/ Anpassungen/ Planungen, etc. hat es seit 2004 in den Abschnitten des 2. Grünen Ringes im Bezirk Hamburg-Mitte gegeben und zu welchen Zeitpunkten?

Altona

5. Mit dem 2. Grünen Ring werden in Altona die Elbufer-Achse, die Osdorfer Achse und die Volksparkachse verknüpft.
Einige Verbesserungsmaßnahmen waren in der Drs. 18/551 aufgeführt:
So sollten die Grünverbindungen entlang des Eisenkrautweges und zwischen Volkspark und S-Bahn Stellingen verbreitert und qualitativ aufgewertet sowie im Bereich nördlich und südlich des S-Bahnhofes Klein Flottbek die Gestaltung der Flachen und die Auffindbarkeit der Verbindungswege verbessert werden.
Welche Umsetzungen/ Anpassungen/ Planungen, etc. hat es seit 2004 in den Abschnitten des 2. Grünen Ringes im Bezirk Altona gegeben und zu welchen Zeitpunkten?

Eimsbuttel

6. Der Eimsbuttler Teil des 2. Grünen Ringes ist zum großen Teil geprägt von den landwirtschaftlichen Flachen der Eidelstedter Feldmark und den großen Waldflachen des Niendorfer Geheges, die überwiegend unter Landschaftsschutz stehen.
Als erheblich verbesserungbedürftig wurde in der Drucksache 18/551 der Bereich um den S-Bahnhof Stellingen - Unterführung, Bahnhofsvorplatz, Verkehrsknoten - im Übergang des Grünen Ringes von Altona nach Eimsbüttel dargestellt. Im Verlauf der Düngelau wäre hinsichtlich einer zugigeren Verbindung eine Unterquerung des Dammes der Güterumgehungsbahn anzustreben.
Bei den schmalen Grünverbindungen entlang Roscherweg und südlich Kieler Straße seien weitere Einengungen zu vermeiden, die Wegeführung entlang der Kollaustraße und am Übergang zum Vogt-Cordes-Weg sollten verbessert werden.
Welche Umsetzungen/ Anpassungen/ Planungen, etc. hat es seit 2004 in den Abschnitten des 2. Grünen Ringes im Bezirk Eimsbüttel gegeben und zu welchen Zeitpunkten?

Hamburg-Nord

7. Im Bezirk beginnt der 2. Grüne Ring östlich der Tarpenbek in den Kleingartenanlagen von Groß Borstel und setzt sich über den Wald Borsteler Jäger und die anschließenden ausgedehnten Kleingartenanlagen und das Naturschutzgebiet Eppendorfer Moor bis zur Kreuzung Alsterkrugchaussee/Alsterdorfer Damm fort.
Südlich der Alsterkrugchaussee umfasst der 2. Grüne Ring den Alstergrünzug bis zum S-Bahnhof Ohlsdorf und dann weiter zum Ohlsdorfer Friedhof.
Ein Problempunkt stellte die Kreuzung Alsterkrugchaussee / Alsterdorfer Damm dar. Hier sollte eine bessere Losung für die Verbindung der Kleingartenanlagen mit dem Alstergrünzug gefunden werden.
Welche Umsetzungen/ Anpassungen/ Planungen, etc. hat es seit 2004 in den Abschnitten des 2. Grünen Ringes im Bezirk Nord gegeben und zu welchen Zeitpunkten?


Wandsbek

8. Der Wandsbeker Teil des 2. Grunen Ringes ist überwiegend von schmaleren Grünverbindungen und breiteren Grünzügen entlang Seebek, Wandse, Schleemer Bach geprägt. Aber es gibt auch größere Grünflächen, wie die Stadtteilparks Bramfelder See und Jenfelder Moorpark und den Kleingartenpark am Tegelweg. Mit dem 2. Grünen Ring werden die im Bezirk Hamburg-Nord liegende Alsterachse, die Osterbek-Achse, die Berner-Au-Achse, die Wandse-Achse und die Horner-Geest-Achse im Bezirk Hamburg-Mitte verbunden.
Die Durchgängigkeit des Freiraumverbundes war nach der Drs. 18/551 teilweise eingeschränkt, bedingt auch durch die stark befahrenen Durchgangsstraßen. Verbesserungsmaßnahmen waren daher vor allem im Bereich der Straßenübergänge im Rahmen von Straßenbauvorhaben erforderlich. Hinzu sollten die Schließung der Lücke im Bereich des Pavillondorfs zwischen Steilshooper Allee und Osterbek-Achse sowie Qualitätsverbesserungen schmaler Grünverbindungen,
auch hinsichtlich ihrer Auffindbarkeit, kommen.
Welche Umsetzungen/ Anpassungen/ Planungen, etc. hat es seit 2004 in den Abschnitten des 2. Grünen Ringes im Bezirk Wandsbek gegeben und zu welchen Zeitpunkten?

Bergedorf

9. Der 2. Grune Ring in Bergedorf verläuft weitgehend im Bereich der Bille-Achse und der Östlichen Elbtal-Achse. Der größte Teil der Flachen steht unter Landschafts- bzw. Naturschutz. Der Freiraumverbund ist überwiegend großzügig und durchgehend, wies dennoch einige Problempunkte auf.
Das betraf nach der Drs. 18/551 den Mittleren Landweg im Bereich südlich Billwerder Billdeich und zwischen dem Bahndamm der S-Bahn und dem alten Bahndamm. An Stellen, an denen man noch an der Straße entlang laufen musste, sollten parallel zur Straße öffentlich nutzbare Grünverbindungen angelegt werden. Außerdem sollte eine Durchgängigkeit des Grünen Ringes als öffentlich nutzbare Grünverbindung entlang des Hauptentwässerungsgrabens Allermöhe mit Anschluss an den Eichbaumpark geschaffen werden sowie eine durchgängige Wegeverbindung entlang der Brackkette.
Welche Umsetzungen/ Anpassungen/ Planungen, etc. hat es seit 2004 in den Abschnitten des 2. Grünen Ringes im Bezirk Begedorf gegeben und zu welchen Zeitpunkten?

Harburg

10. In Harburg ist der Grüne Ring auf Grund der unterschiedlichen naturräumlichen Gegebenheiten - Norderelbe, Süderelbe, Alte Süderelbe, landwirtschaftlich geprägte Marschengebiete, Meyers Park und Harburger Stadtpark als große Parks auf der Geest - sehr vielfältig.
Der Grüne Ring umfasst Teile der Östlichen und Westlichen Elbtalachse und stellt eine Verbindung zwischen Harburger Geest-Achse, Mühlenbach-Achse und Gohlbach-Achse her. Große Flächen unterstehen dem Landschaftsschutz, Heuckenlock und Schweenssand sind Naturschutz-gebiete. So wie es einerseits Abschnitte mit einem großräumigen Freiraumverbund gibt, existieren andererseits gerade in den dicht besiedelten Stadtteilen Abschnitte mit größeren Defiziten.
Einige Verbesserungen sollten nach der Drs. 18/551 durch die Realisierung von Grünflachen erfolgen, die in Bebauungsplanen festgesetzt sind: Kleingärten nördlich Neuländer Straße, Öffnung des Waldchens nördlich Schule Kapellenweg, öffentliche Grünflächen im westlichen Abschnitt des Gohlbachtals. Weitere Verbesserungsmaßnahmen sollten im Rahmen von Straßenbauvorhaben im Bereich von Übergängen an stark befahrenen Straßen vorgenommen werden. Wichtig sei weiterhin die Wiederherstellung der Wasmerstraßenbrucke, die öffentliche Zugänglichkeit der bewaldeten Bahnböschung und der Kleingarten am Güterbahnhof Harburg und der Bau der östlichen Brücke über die Alte Süderelbe nach Finkenwerder. Eine Fährverbindung über die Norderelbe in die Vier- und Marschlande wurde auch als wünschenswert erachtet.
Welche Umsetzungen/ Anpassungen/ Planungen, etc. hat es seit 2004 in den Abschnitten des 2. Grünen Ringes im Bezirk Harburg gegeben und zu welchen Zeitpunkten?

11. Welche Abschnitte des 1. und des 2. Grünen Rings sollen kurz- mittel-, bzw. langfristig umgesetzt werden (bitte ggf. mit konkreter Zeitangabe)?

Ansprechpartner

Monika Schaal

  • Umwelt, Klima und Energie

Referent/in

Tricola Schmidt

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