Tierversuche in Hamburg

Mittwoch, 20.10.2010, Drucksache 19/

Kleine Anfrage der Abgeordneten Thomas Böwer, Monika Schaal

Die Notwendigkeit von Tierversuchen ist ein sensibles Thema, welches kontrovers diskutiert wird. Durch die Versuche werden u.a. Erkenntnisse in der Grundlagenforschung erzielt, Produkte sicherer gemacht oder die Entwicklung neuer medizinischer Therapiemöglichkeiten erprobt.

Die Versuche unterliegen einer strengen Prüfung durch die zuständige Behörde. Über Vorhaben wird erst nach intensiver Beratung über die Unerlässlichkeit des Versuchs entschieden.

Kritiker weisen darauf hin, dass Tierversuche nicht durchgängig notwendig, sondern durch andere Methoden ersetzbar seien.

Ich frage den Senat:

1. Wie viele Anträge auf Tierversuche wurden jeweils in den Jahren 2008, 2009 und in 2010 in Hamburg an jeweils welche Behörde gestellt?

2. Von wem wurden die jeweiligen Anträge gestellt?

3. Wie viele dieser Anträge wurden jeweils bewilligt, wie viele wurden abgelehnt (bitte mit Angabe der jeweiligen Gründe) und wie viele wurden ggf. zurückgezogen?

4. In wie vielen Fällen hat die Tierversuchskommission jeweils in den Jahren 2008, 2009 und in 2010 ein von der Entscheidung der Behörde über die Genehmigung eines Versuchs abweichendes Votum abgegeben und mit welcher Begründung?

5. An wie vielen Tieren und an welchen Tierarten wurden in Hamburg jeweils in den Jahren 2008, 2009 und in 2010 Tierversuche durchgeführt? (Bitte Zahlen insgesamt und nach Tierarten aufgeschlüsselt angeben.)

6. Eine differenzierte Erfassung der Tierversuche (vgl. Drs. 17/3288) nach Anzahl, Zweck der Tierversuche und den in Hamburg durchführenden Einrichtungen soll nicht möglich sein, da diese Angaben statistisch nicht erfasst würden. Ist diese Angabe noch aktuell und wenn nein,
a. Wie viele Anträge auf Tierversuche wurden jeweils in den Jahren 2008, 2009 und in 2010 in Hamburg vom UKE gestellt?
b. Wie viele dieser Anträge wurden jeweils bewilligt, wie viele wurden abgelehnt (bitte mit Angabe der jeweiligen Gründe) und wie viele wurden ggf. zurückgezogen?

7. Wie viele Tiere (bitte differenzieren nach Tierarten) sind zu Versuchs- und ggf. anderen Zwecken am UKE untergebracht? Wo und wie sind jeweils welche Tiere untergebracht?

8. Welche Vorschriften hinsichtlich Tier- und Emissionsschutz müssen an dem Standort jeweils angehalten werden und wer überwacht die Einhaltung dieser Vorschriften in welchen Abständen?

9. In der Umgebung des UKE wurde darauf hingewiesen, dass es häufiger bei bestimmten Windverhältnissen zu Geruchsbelästigungen durch die am UKE untergebrachten Tiere kommen würde.
a. Sind diesbezügliche Beschwerden bekannt und wenn ja, seit wann und wie viele?
b. Werden ggf. Maßnahmen vom UKE unternommen, um diese Geruchsbelästigungen entgegenzuwirken und wenn ja, welche bzw. wenn nein, warum nicht?

© SPD-Bürgerschaftsfraktion 2016, Inc. Alle Rechte vorbehalten.