Milzbrand-Fälle – auch in Hamburg?

Dienstag, 27.04.2010, Drucksache 19/6035

Antwort des Senats: Parlamentsdatenbank

Kleine Anfrage der Abgeordneten Thomas Böwer, Anja Domres, Monika Schaal

In Europa, insbesondere in Schottland, ist es in den letzten Monaten zu mehreren Fällen von Milzbrank-Erkrankungen und auch Todesfällen bei Heroinkonsumenten gekommen. Auch in Nordrhein-Westfalen hat es zwei Fälle gegeben, ein Mann verstarb im Dezember 2009.

Das Robert-Koch-Institut vermutet, dass das kontaminierte Heroin weiter im Umlauf ist und nicht ausgeschlossen werden kann, dass es auch in anderen Bundesländern vertrieben worden sein könnte.

Milzbrand wird praktisch nicht von Mensch-zu-Mensch übertragen, sondern tritt auf, wenn z.B. mit Milzbrandsporen verunreinigtes Heroin injiziert oder inhaliert wird.

Wir fragen den Senat:

1. Seit wann weiß der Senat bzw. die zuständige Behörde von den Vorfällen und was wurde seitdem veranlasst?

2. Wie wurden folgende Einrichtungen informiert bzw. welche Schutzmaßnahmen wurden getroffen:
a. Einrichtungen der Sucht- und Drogenhilfe,
b. Ärzte/ Krankenhäuser,
c. Drogenfahnder?

3. Hat es auch in Hamburg Erkrankungs- oder Todesfälle aufgrund von mit Anthrax-Erregern verseuchtem Heroin gegeben? Wenn ja, wie viele?

4. Wird in Hamburg sichergestelltes Heroin auf Milzbrandsporen untersucht und wenn ja, gab es Funde?

5. Welche Erkenntnisse hat der Senat darüber:

a. woher die Anthrax-Sporen stammen,
b. wie sich die Anzahl der Milzbranderkrankungs-/ todesfälle in Europa und Deutschland entwickelt?


© SPD-Bürgerschaftsfraktion 2016, Inc. Alle Rechte vorbehalten.