Anschlusssicherheit am neuen S-Bahnhof Bergedorf zwischen den S-Bahn

Donnerstag, 12.04.2012, Drucksache 20/3816

Antwort des Senats: Parlamentsdatenbank

Kleine Anfrage des Abgeordneten Gert Kekstadt

In den Vier- und Marschlanden (V+M) verkehren die meisten Buslinien werktags nur im Stundentakt. An den Wochenenden oder abends beträgt die Taktfrequenz vielfach sogar nur 2 Stunden. Da ist es umso wichtiger, dass je nach Fahrtrichtung für die Bahn/Bus oder Bus/Bahn-Verbindung, ein verlässlicher Takt mit einer gesicherten Anbindung an das jeweilige Verkehrsmittel besteht.
Doch gerade die sogenannte Anschlusssicherheit zwischen den S-Bahnen und den sich anschließenden Busverbindungen in die V+M stellt ein andauerndes Ärgernis dar. Seit vielen Jahren nimmt sich die SPD dieses Themas an. Zuletzt wurde ihr seitens der Ver-waltung bedeutet, dass es mit Inbetriebnahme des neuen ZOB-Bergedorf zu einer Lösung kommen würde. Nunmehr ist der neue ZOB seit über einem halben Jahr in Betrieb, doch die Anschlusssicherung scheint weiterhin nicht gewährleistet zu sein. Auch in den letzten Monaten ist es für die Fahrgäste in die V+M vermehrt zu Verspätungen der S-Bahn und damit zu Zwangswartezeiten durch die fehlende Anschlusssicherheit gekommen. An den Wochenenden und in den Abendstunden ist die fehlende Anschlusssicherheit, bei den dann noch geringeren Taktfrequenzen ein noch viel gravierenderes Problem.

Um eine verlässliche Anschlusssicherheit zu erhalten, bleibt den Fahrgästen häufig prophylaktisch nur die Chance, zeitlich frühere Verbindungen zu wählen, um mit Blick auf die schlechte Taktfrequenz der nachfolgenden Busanbindung im günstigsten Fall eine 10 minütige Warte- und Fahrzeitverlängerung in Kauf zu nehmen. Im ungünstigsten Fall droht eine Zwangspause von 2 Stunden am S-Bahnhof oder ein sehr sehr langer Fußmarsch.
An dieser Schnittstelle zweier Verkehrssysteme besteht offensichtlich weiterhin eine Schwachstelle.

Vor diesem Hintergrund frage ich den Senat:

1. Wo besteht zwischen der in Richtung Bergedorf fahrenden S 21 ab dem S- Bahn-
hof Tiefstack und dem Zielbahnhof Bergedorf eine planmäßige Anschlusssicher-
heit der Busanbindungen des VHH ?
2. Wie viele Minuten sind für den Übergang zwischen der S-Bahn am jeweiligen S-
Bahnhof und der sich anschließenden Busverbindung am S-Bahnhof, insbe-
sondere in Bergedorf, einkalkuliert?
3. Wie wird im Interesse des Fahrgastes die Anschlussverbindung gewährleistet?
a) Gibt es bei Verspätungen der S-Bahn eine Abstimmung zwischen der S-
Bahn und der VHH zur Gewährleistung der Anschlusssicherheit der nachge-
lagerten Busverbindungen am S-Bahnhof Bergedorf ?
b) Wie werden heute die Ankunfts- und Abfahrtszeiten zwischen S-Bahn und
Bus synchronisiert und der Busfahrer zum Warten veranlasst?
c) Starten die Busfahrer in Sichtachse zum S-Bahngleis in eigener Verant
wortung ?
d) Besteht im Fahrplan ein genügender Zeitpuffer für den Busfahrer, um gege-
benenfalls warten zu können oder zwingen ihn, wie in der Vergangenheit
seitens der VHH begründet, weitere Anschlusslinien auf dieser Busver-
dung zur zeitigen Abfahrt ?
aa) wenn ja, um welche Anschlüsse handelt es sich?
bb) sind, primär an der Anschlusssicherheit am Übergangsbahnhof
interessiert, zeitliche Entzerrungen der Folgeanschlüsse denkbar?
cc) Welche Zeiteinheiten (Beschleunigungsmöglichkeit durch
den Busfahrer) werden für den hypothetischen Fall der verspäteten
S-Bahn bereits im Vorfeld in die Taktfrequenz der in die V+M führen-
de Busverbindung einkalkuliert um Anschlusslinien bedienen zu
können.
4. Am ZOB gibt es Anzeigen über die Abfahrtzeiten der dem S-Bahnhof angeglieder
ten Busverbindungen. Sind die angezeigten Abfahrtzeiten für den Fahrgast ver-
lässlich und identisch mit den tatsächlichen Abfahrtzeiten?
5. Mit Betriebsaufnahme des neuen ZOB-Bergedorf wurde eine technische Lösung
für die Anschlusssicherung angekündigt.
a) Ist diese technische Lösung bereits in Betrieb ?
b) Wenn nicht, wann wird dies geschehen?
6. Werden für die Fahrgäste Busverbindungen in die V+M,
a) mit garantierter Anschlusssicherung,
b) mit Anschluss auf weitere Busverbindungen besonders kenntlich gemacht?
7. Gilt die HVV-Kundengarantie auch bei nicht eingehaltenen Anschlüssen ?
8. Besteht aus Sicht der VHH in den Vier- und Marschlanden die Chance, mit einer
verbindlichen Anschlusssicherung und zumindest festen Stundentakten ein
größeres Fahrgastaufkommen zu erschließen?

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