Busverbindung aus dem Bergedorfer Landgebiet und Rothenburgsort in die Innenstadt

Dienstag, 05.06.2018, Drucksache 21/13311

Antwort des Senats: Parlamentsdatenbank

Kleine Anfrage der Abgeordneten Gert Kekstadt, Carola Veit

Die Buslinien 120 und 124 verbanden bis Mitte 2017 die Vier- und Marschlande direkt mit dem Hauptbahnhof/ZOB. Aufgrund von Brückenbauarbeiten in der Amsinckstraße enden die Linien nun am S-Bahnhof Rothenburgsort. Für die Nutzerinnen und Nutzer ist das eine erhebliche Einschränkung, zumal die Anschlusssicherheit, insbesondere stadtauswärts, nicht immer gewährleistet ist. Dies hat zu erheblichen Protesten geführt, die u.a. durch eine Unterschriftensammlung in den Vier- und Marschlanden zum Ausdruck kamen. Zudem wird die Attraktivität der Nahverkehrsnutzung zugunsten des motorisierten Individualverkehrs deutlich eingeschränkt.
Erschwerend kommt hinzu, dass die Rothenburgsort durchfahrende Metrobuslinie 3 - die sogenannte Äquatorbuslinie, die Hamburg als einzige Linie von Osten nach West durchquert - seit dem 17. Juli 2017 geteilt ist und aus beiden Richtungen (Bahrenfeld sowie Rothenburgsort) am Zentralen Omnibusbahnhof endet. Eine direkte Verbindung von Rothenburgsort in den Hamburger Westen ist nicht mehr möglich. Der Grund sind Bauarbeiten auf dem Ostast der Linie, die sich zudem erheblich verzögern.
Die vorhandenen Buslinien boten die einzige barrierefreie Nahverkehrsanbindung des gesamten Stadtteils Rothenburgsort, da die S-Bahn-Stationen Tiefstack und Rothenburgsort nicht barrierefrei sind. Dies gilt auch für die Fahrgäste der Linien 120/124 aus dem Landgebiet, denen ebenfalls keine weitere Schnellbahnanbindung zur Verfügung steht. Alle Umsteigemöglichkeiten in weiterführende Linien sind nun massiv erschwert, was besonders für gehbehinderte Menschen, viele ältere Menschen, aber auch Eltern mit Kinderwagen eine eklatante Beeinträchtigung ihrer Mobilität bedeutet. Die deutliche Verbesserung der Infrastruktur für Rothenburgsort durch die Einrichtung der Buslinie 3 als Faktor zur Beseitigung der Insellage des Stadtteils und damit auch für seine Entwicklung im Rahmen des Senatsprojekts „Stromaufwärts an Elbe und Bille“ ist somit rückläufig. Auch sinkt die Attraktivität des Hamburger Ostens aus touristischer Sicht – ein wirtschaftlicher Nachteil für die Hotels, die sich seit Einführung der Linie entlang ihrer Streckenführung etabliert haben.

Vor diesem Hintergrund fragen wir den Senat:

1. Wie lange ist derzeit geplant, die Linien 120 und 124 noch mit den geschilderten Einschränkungen fahren zu lassen?
2. Werden die Linie 120 und 124 nach Wegfall der Erfordernisses der Linienverkürzung wieder bis zum Hauptbahnhof / ZOB durchfahren?
3. Welche Linienführung wird dann vorgesehen werden?
4. Welche Haltestellen sollen angefahren / ggf. eingerichtet werden?
5. Wird bei der Planung der Linie auf Vorschläge aus der Bezirksversammlung Bergedorf und dem Stadtteil Rothenburgsort z.B. zur Anbindung des U-/S-Bahnhofes Berliner Tor eingegangen?
6. Gibt es Pläne, die Fahrpläne von Bussen und Bahnen besser aufeinander abzustimmen (Übergangszeiten)? Zuletzt war insbesondere die Umsteigemöglichkeit an der S-Bahn-Station Tiefstack durch veränderte Abfahrtszeiten deutlich verschlechtert worden, was insbesondere stadtauswärts und in den Abendstunden zu Wartezeiten über 20 Minuten führen kann. Wenn nein, warum nicht?
7. Wann ist mit einem Wegfall der Notwendigkeit der Teilung der Metrobuslinie 3 aufgrund der aktuellen Bauarbeiten zu rechnen? Gibt es Planungen, die von einer Rückkehr zu der ursprünglichen Streckenführung abweichen? Wenn ja, welche?
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