Bessere Perspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs

Mittwoch, 23.05.2012

Zeitverträge modernisieren

Die Karriereperspektiven für junge Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler an den Hochschulen sollen verbessert werden – das fordert die SPD-Fraktion mit ihrem Antrag zur heutigen Bürgerschaftssitzung (siehe Anlage). In den letzten Jahren ist der Anteil der befristeten Stellen für wissenschaftliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an den Unis stetig gestiegen, auf heute rund 85 Prozent auch an der Hamburger Uni. "Das Problem ist vor allem, dass die Anstellungsdauer im Schnitt immer kürzer wird – Laufzeiten von einem Jahr oder noch weniger sind heute weit verbreitet", so der SPD-Hochschulexperte Sven Tode. "Deshalb fordern wir eine Modernisierung des bundesweiten Wissenschaftszeitvertragsgesetztes."

Natürlich sei es sinnvoll, dass die Qualifikationsstellen in der Wissenschaft nach einigen Jahren stets wieder für neue Nachwuchskräfte frei würden und die Inhaber auf unbefristete Stellen wechseln könnten. "Aber die jetzigen Fristen sind zu starr, zu unflexibel", macht Tode deutlich. "Gerade junge Nachwuchskräfte ohne finanzielle Reserven brauchen die Chance, ihre Doktorarbeiten und Habilitationen abschließen zu können, auch wenn es mal ein Jahr länger dauert. Danach müssen aber dauerhafte Stellen zur Verfügung stehen. Den allgemeinen Trend zu grundlosen Befristungen wollen wir stoppen."

Daher will die SPD-Fraktion auf Bundesebene eine Reform des Gesetzes durchsetzen: "Während andere bloß lamentieren, handeln wir", so Tode. "Wir können es uns nicht leisten, durch willkürliche Regelungen den wissenschaftlichen Nachwuchs im Regen stehen zu lassen. Diese Wissenspotentiale sind unsere wichtigste Zukunftsressource."
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