Bessere Berufsperspektiven für den wissenschaftlichen Nachwuchs

Dienstag, 22.01.2013

Expertenanhörung bestätigt Vorschläge der SPD-Bürgerschaftsfraktion

Die SPD-Fraktion möchte die Arbeitsbedingungen des wissenschaftlichen Nachwuchses verbessern. Die Fraktion hatte dazu bereits im vergangenen Jahr einen entsprechenden Antrag eingebracht und im Wissenschaftsausschuss der Bürgerschaft eine Expertenanhörung initiiert. Am 25. Januar wird die Anhörung in einer weiteren Ausschusssitzung ausgewertet und der Senat dazu befragt.

Der SPD-Abgeordnete Sven Tode: "In den letzten Jahren ist es an den Hochschulen bundesweit immer mehr zur Regel geworden, die Arbeitsverträge mit jungen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftlern nur noch mit sehr kurzen Fristen abzuschließen – Fristen, die sachlich kaum begründet sind. Was für die Hochschulen ein Maximum an Flexibilität in der Personalbewirtschaftung bringt, bedeutet für die betroffenen jungen Forscherinnen und Forscher ein Maximum an Unsicherheit und Ungewissheit in der Lebens- und Karriereplanung. Junge hochqualifizierte Akademikerinnen und Akademiker werden so ins Prekariat gezwungen."

Die SPD-Fraktion hatte daher bereits im Mai letzten Jahres in der Hamburgischen Bürgerschaft einen Beschluss initiiert, mit dem der Senat aufgefordert wird, sich auf Bundesebene für eine Reform des Wissenschaftszeitvertrages einzusetzen, um die Regelungen und Arbeitsbedingungen im Sinne der jungen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu verbessern. Zusammen mit Hessen ist Hamburg hier bundesweit Vorreiter. Am 30. November 2012 fand dazu nun im Wissenschaftsausschuss der Bürgerschaft eine Expertenanhörung statt. Tode: "Die Anhörung hat uns bestätigt: Die prekären Arbeitsbedingungen des wissenschaftlichen Nachwuchses sind nicht länger hinzunehmen. Sie sind kontraproduktiv nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für den Forschungs- und Wissenschaftsstandort Deutschland. Deshalb wollen wir möglichst rasch konkrete Verbesserungen erreichen. Wir wollen, dass auch an den Hochschulen 'Gute Arbeit' zur Realität wird. Damit verbunden sind gute Arbeitsbedingungen, Verlässlichkeit, gerechte Bezahlung und berufliche Perspektiven. In Hamburg haben wir mit den Hochschulverträgen zwischen Senat und Hochschulen bereits verlässliche Rahmenbedingungen geschaffen. Nun setzten wir uns für die notwendigen Änderung des Wissenschaftszeitvertragsgesetzes auf Bundesebene ein."
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