Zum Todestag von Süleyman Tasköprü: Resolution der Bürgerschaft

Mittwoch, 27.06.2018

Am heutigen Todestag von Süleyman Tasköprü bringen die rot-grünen Regierungsfraktionen eine Resolution in die Bürgerschaft ein, mit der sich das Parlament bei den Angehörigen für das erlittene Leid und für die mit einem falschen Verdacht geführten Ermittlungen entschuldigt (siehe Anhang). Süleyman Tasköprü wurde vor 17 Jahren in seinem Lebensmittelgeschäft in Altona erschossen. Erst zehn Jahre später stellte sich heraus, dass dieser Mord der rechtsterroristischen NSU zuzurechnen ist.

Dazu Danial Ilkhanipour, Experte für Integrationspolitik der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Das unfassbare Leid, das die Familie von Süleyman Tasköprü nach dessen Ermordung erfahren hat, können wir nicht ungeschehen machen. Aber wir können ein Zeichen setzen und die Geschehnisse von damals ins richtige Licht rücken. Deshalb bringen SPD und Grüne in der Bürgerschaftssitzung, die auf den Todestag von Süleyman Tasköprü fällt, eine gemeinsame Resolution auf den Weg, in der wir der Familie unser tief empfundenes Mitgefühl für ihren Verlust ausdrücken. Die Anschläge des NSU sind ein schrecklicher Beleg dafür, dass der Frieden in unserer Gesellschaft nicht selbstverständlich ist und wir alles dafür tun müssen, um ihn zu erhalten.“

Dazu Antje Möller, innenpolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Die Mordserie des NSU spiegelt auch ein bundesweites Versagen der Sicherheitsbehörden wieder. Auch in Hamburg wurde lange nicht erkannt, dass der Mord an Süleyman Tasköprü einen rassistischen Hintergrund hatte. Die Täter wurden im Umfeld der Familie oder auch im Rotlichtmilieu gesucht. Dies war und ist für die Angehörigen eine zusätzliche und andauernde Belastung, eine zutiefst empfundene Ungerechtigkeit angesichts der heute bekannten Hintergründe dieser Tat. Mir ist klar, dass dies nicht wieder gut zu machen ist. Wir als Bürgerschaft möchten uns bei den Angehörigen für das erlittene Leid, für die falschen Verdächtigungen und den einseitigen Blick der ermittelnden Behörden entschuldigen. Es ist mir ein wichtiges politisches und auch ein persönliches Anliegen, dies in aller Ausdrücklichkeit und ohne Einschränkung zu tun.“
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