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Berufliche Netzwerke als Schlüssel zum Erfolg: Mehr Frauen in Führungspositionen der Justiz

Donnerstag, 13.05.2021

Die Regierungsfraktionen von SPD und Grünen setzen sich dafür ein, dass mehr Frauen Führungsaufgaben in der Justiz wahrnehmen. Ein entsprechender Bürgerschaftsantrag ersucht den Senat, noch bestehende Hindernisse für Frauen auf dem Weg zur Führungskraft zu identifizieren und abzubauen. Wichtige Instrumente auf dem Weg zur Chancengleichheit, die bereits im gleichstellungspolitischen Rahmenprogramm des Senats angestrebt werden, sind berufliche Netzwerke und der Austausch zwischen erfahrenen Führungskräften und Frauen mit Führungsambitionen. Der Antrag wird am 19. Mai in die Bürgerschaft eingebracht.

Dazu Urs Tabbert, justizpolitischer Sprecher der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „In den vergangenen Jahren hat sich der Anteil von Frauen in den verschiedenen Justizberufen äußerst positiv entwickelt. Diese gute Entwicklung zeigt, dass die Hamburger Justiz für Frauen ein attraktives Arbeitsumfeld mit grundsätzlich guten Karrierechancen ist. In einem nächsten Schritt muss jetzt sichergestellt werden, dass der Anteil von Frauen in Führungspositionen bei der Staatsanwaltschaft, bei Gerichten und im Justizvollzug weiter steigt, damit wir hier ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen Frauen und Männern erreichen. In der Vergangenheit haben wir dafür schon einiges getan: Führen in Teilzeit ist möglich, die Möglichkeiten für mobiles Arbeiten wurden gestärkt, Frauen werden fortlaufend Schulungen für Führungsaufgaben angeboten. Um den Frauenanteil in Führungspositionen in der Justiz zu steigern, setzen wir uns zudem dafür ein, die noch bestehenden Hindernisse für den Zugang zu Spitzenpositionen zu analysieren und ein passendes Mentoringprogramm zu entwickeln, das Frauen dabei unterstützt, in der Hamburger Justiz aufzusteigen.“

Dazu Lena Zagst, justizpolitische Sprecherin der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Obwohl der Anteil von Frauen in den Einstiegsämtern in der Justiz bereits erfreulich hoch ist, sind sie in Führungspositionen weiterhin unterrepräsentiert. Nur 35 Prozent der Führungskräfte bei der Staatsanwaltschaft sind weiblich, obwohl der Frauenanteil unter den qualifizierten Personen fast 66 Prozent beträgt. Die Ursachen hierfür sind häufig struktureller Natur. Immer noch übernehmen Frauen den Großteil der unbezahlten Sorgearbeit zuhause und haben dadurch zum Beispiel weniger Zeit für karriereförderndes Netzwerken. Mit unserem Antrag ersuchen wir den Senat, die bestehenden Anstrengungen noch einmal zu verstärken, um das gemeinsame Ziel, auf mindestens 50 Prozent Frauenanteil bei den Führungskräften in der Justiz zu kommen, umzusetzen.“
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