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Brand im Flüchtlingslager Moria: Hamburg steht zur Aufnahme von Geflüchteten bereit

Mittwoch, 09.09.2020

Angesichts des verheerenden Brandes im griechischen Flüchtlingslager Moria bekräftigen die rot-grünen Regierungsfraktionen ihr Angebot, bei der Aufnahme besonders gefährdeter Flüchtlinge über den Königsteiner Schlüssel hinauszugehen und fordern vom Bundesinnenminister sofortiges Handeln.

Dazu Dirk Kienscherf, Vorsitzender der SPD-Bürgerschaftsfraktion: „Der Brand von Moria wirft ein Schlaglicht auf das Versagen der europäischen Wertegemeinschaft. Wir haben in Hamburg mehr als einmal und zuletzt im Januar deutlich gemacht, dass wir bereit sind, ein Kontingent von geflüchteten Kindern und Familien von den griechischen Inseln aufzunehmen, die von den schlechten Zuständen vor Ort besonders betroffen sind. Im Dezember haben wir uns darüber hinaus auch für finanzielle Hilfen an die UNHCR eingesetzt, um die unerträgliche Lage im Mittelmeerraum für geflüchtete Menschen zu verbessern. Ich erwarte vom Bundesinnenminister, dass er seiner Verantwortung gerecht wird: Allein der Bund ist für aufenthaltsrechtliche Fragen und Vereinbarungen mit anderen Ländern zuständig. Es wird Zeit, dass wir in dieser Frage europäisch handeln. Nach den Bildern aus dem brennenden Moria, die uns in der Nacht erreicht haben, und Berichten über Covid-19-Erkrankungen ist bereits jetzt klar, dass sich das Leid und die Situation der Menschen vor Ort weiter verschärfen wird.“

Dazu Jennifer Jasberg, Vorsitzende der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Die Lage ist noch unübersichtlich, aber die erschreckenden Bilder aus dem Camp in Moria machen deutlich, dass auch die Europäische Idee von Solidarität und Mitgefühl in Flammen aufzugehen droht. Der Umgang mit Geflüchteten in den Camps Griechenlands ist eine Schande für die gesamte Europäische Union. Dieser verheerende Brand findet an einem Ort statt, an dem etwa 13.000 Menschen leben, obwohl nur für gerade einmal 3.000 Platz ist und von dem uns jüngst erst Meldungen von steigenden Covid-Infektionen erreichten. Wir haben in Hamburg, ebenso wie viele andere Länder und Kommunen in Deutschland, wiederholt angegeben, dass wir zur Aufnahme von geflüchteten Menschen aus dem Mittelmeerraum bereitstehen und bekräftigen diese Bereitschaft. Der Bundesinnenminister darf nicht länger wegsehen und muss die Verantwortung für die Werte Europas übernehmen, die sonst in Asche zu liegen drohen.“

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