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Mehr Spielerschutz beim Glücksspiel: Rot-Grün beantragt Spielersperren

Sonntag, 22.11.2020

Die Hamburgische Bürgerschaft berät am kommenden Mittwoch einen Antrag von SPD und Grünen, in dem der Senat ersucht wird, sich frühzeitig für die Einrichtung von Spielersperrsystemen in Hamburger Spielhallen, Vermittlungsstellen für Sportwetten, beim Online-Glücksspiel, in Gaststätten und anderen Automatenaufstellorten einzusetzen. Spielersperrsysteme sollen gefährdete Spielerinnen und Spieler vom Spiel ausschließen. Jene Spielerinnen und Spieler, die sich ihrer Spielsucht bewusst sind, sollen dabei die Möglichkeit haben, sich selbst in entsprechenden Sperrsystemen vermerken zu lassen.

Dazu Claudia Loss, gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bürgerschafsfraktion: „Die Gefahren der Spielsucht wiegen für Betroffene und ihre Angehörigen schwer. Eine hohe Verschuldung oder der Abbruch von sozialen Beziehungen sind die Folgen. Es ist deshalb gut, dass Hamburg unter dem Motto ‚Automatisch verloren‘ seit Jahren Aufklärungsarbeit betreibt, sich in der Prävention engagiert sowie konkrete Hilfs- und Unterstützungsangebote für Betroffene macht. Dass der neue Glücksspielstaatsvertrag, der ab der zweiten Jahreshälfte 2021 gelten soll, neue Wege des Spielerschutzes wie die Einrichtung von Sperrdateien möglich macht, ist ein ermutigendes Signal. Wir wollen, dass den wachsenden Glücksspiel-Angeboten, die sich längst im Internet breit gemacht haben, wirksame Schutzkonzepte und Regeln gegenübergestellt werden. Mit unserem Antrag wollen wir sicherstellen, dass auch die Spielersperrsysteme, die sich im Bereich der Spielbanken bereits bewährt haben, frühzeitig betriebsbereit sind.“

Dazu Peter Zamory, Sprecher für Drogen und Sucht der Grünen Bürgerschaftsfraktion: „Durch die Sperrsysteme wird ein starkes Signal gegen die Gefahren der Spielsucht gesetzt. Gerade auch angesichts der zunehmenden Spielangebote von Online-Casinos ist es dringend nötig, einen effektiven Schutz vor einer ruinösen Spielsucht zu installieren. Sperrsysteme, die eine Begrenzung von Einsätzen und die Möglichkeit von Selbstsperren von Spielerinnen und Spielern etablieren und ausweiten, sind ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Und genau das bringen wir mit Blick auf den Glücksspielstaatsvertrag in unserem Antrag auf den Weg. Es ist uns ein wichtiges Anliegen, auch in Zukunft die Glücksspielangebote und deren Auswirkungen im Fokus zu behalten.“

Ansprechpartner

Felix Koopmann

Tel.: 040 42831-1386

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