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Bahnverkehr zwischen Hauptbahnhof und Harburg: Kienscherf fordert deutliche Verbesserung bei Verspätungen und Zugausfällen

Sonntag, 27.09.2026

Der Bahnverkehr zwischen Hamburg Hauptbahnhof und Harburg ist immer wieder von erheblichen Störungen betroffen. Allein bei der S-Bahn wurden zwischen Anfang Mai und Anfang September 65 Störungen mit Auswirkungen auf den Betrieb registriert, im Regional- und Fernverkehr waren es im vergleichbaren Zeitraum 272 Störungen. Das geht aus der Senatsantwort auf eine Schriftliche Kleine Anfrage des SPD-Fraktionsvorsitzenden Dirk Kienscherf hervor. Eine gemeinsame Auswertung ist jedoch nicht möglich, da S-Bahn und Fernbahn unterschiedliche, nicht kompatible Systeme nutzen. Auch weitere Angaben zu Ursachen, Sperrdauern und Auswirkungen liegen teilweise nicht in einer einheitlich auswertbaren Form vor.

Dazu Dirk Kienscherf, Vorsitzender der SPD-Fraktion Hamburg: „Die aktuelle Situation auf der Strecke zwischen Hauptbahnhof und Harburg ist für die Fahrgäste nicht akzeptabel. Wenn einzelne Störungen regelmäßig zu langen Verspätungen, Zugausfällen und weitreichenden Beeinträchtigungen führen, muss dringend nachgebessert werden. Wer regelmäßig zwischen dem Hauptbahnhof und Harburg unterwegs ist, weiß, wie schnell eine einzelne Störung den gesamten Bahnverkehr im Hamburger Süden beeinträchtigen kann. Die Antwort auf unsere Anfrage zeigt, wie groß das Problem ist. Sie zeigt aber auch, dass die Datengrundlage der Bahn an wichtigen Stellen lückenhaft und nicht einheitlich ist. Wenn wir nicht zuverlässig nachvollziehen können, warum Züge ausfallen, wie lange Strecken gesperrt sind und welche Auswirkungen einzelne Störungen haben, wird es deutlich schwieriger, gezielt bessere Lösungen für die Fahrgäste zu entwickeln. Hier muss die Bahn ihre Erfassung und Auswertung verbessern. Gleichzeitig begrüße ich den Vorstoß der DB InfraGO für einen differenzierteren Umgang mit Personen im Gleis. Es macht einen Unterschied, ob sich ein Kind unmittelbar im Gleis befindet oder Erwachsene in der Nähe der Gleise gemeldet werden. Wo es die Sicherheit zulässt, sollte geprüft werden, ob Züge langsam, auf Sicht und jederzeit bremsbereit weiterfahren können, statt den Verkehr pauschal vollständig einzustellen. Sicherheit hat dabei immer Vorrang. Aber wir sollten jede Möglichkeit nutzen, lange Sperrungen und ihre Folgen für tausende Fahrgäste zu vermeiden.“

Hintergrund

Die DB InfraGO bewertet die Situation im Hamburger Schienennetz als anspruchsvoll und verweist auf die hohe Auslastung sowie einen erheblichen Erneuerungs- und Modernisierungsbedarf bei Teilen der Infrastruktur. Für den Abschnitt zwischen Hauptbahnhof und Harburg werden unter anderem Gleise, Weichen, Stellwerks- und Sicherungstechnik sowie Brücken als Bereiche genannt, in denen Investitionen und Modernisierungen notwendig sind. Ende August sprach sich InfraGO-Chef Philipp Nagl zudem für einen differenzierteren Umgang mit Personen im Gleis aus. Danach könnten Züge unter bestimmten Voraussetzungen mit deutlich reduzierter Geschwindigkeit weiterfahren, wenn sich Erwachsene in Gleisnähe befinden und keine unmittelbare Gefahr besteht. Bei Kindern im Gleis sollen Züge weiterhin anhalten. Für eine entsprechende allgemeine Regelung wäre eine Änderung auf Bundesebene erforderlich.